Rheingönheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Rheingönheim
Stadtteil von Ludwigshafen
DEU Ludwigshafen COA.svg
Wappen Karte
Wappen Lage in Ludwigshafen
Daten
Fläche: 11,01 km²
Einwohner: 8.061[1]
Bevölkerungsdichte: 781 Einwohner/km²
Postleitzahl: 67067
Rheingönheimer Rathaus

Rheingönheim ist der südlichste Stadtteil und zugleich einer der zehn Ortsbezirke der kreisfreien Stadt Ludwigshafen am Rhein in Rheinland-Pfalz. Derzeit hat Rheingönheim 8.061 Einwohner (Stand: 30. Juni 2011).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits in der Regierungszeit des römischen Kaisers Claudius wurde bei Rheingönheim ein römisches Auxiliartruppenlager (Kastell Rheingönheim) angelegt, das den Flussübergang bei Altrip sowie die Neckarmündung (auf der gegenüber liegenden Rheinseite), die damals auf dieser Höhe lag, sicherte. Bei Ausgrabungen in den Jahren 1912 und 1961 konnten aus etwa 400 Gräbern zahlreiche Gegenstände geborgen werden.

Rheingönheim könnte mit der römisch-germanischen Siedlung Rufiniana identisch sein, welche der griechische Geograf und Astronom Ptolemäus um 150 in seiner „Geographike Hyphegesis“ als Siedlung der Nemeter in der römischen Provinz Germania superior erwähnt. Wahrscheinlicher ist jedoch deren Lokalisierung bei der pfälzischen Stadt Eisenberg, wo auch ein Vicus mit Eisengewinnung auf eine starke römische Präsenz und Besiedlung hinweist.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Rheingönheim im Jahr 831 im „Goldenen Buch“ der Abtei Prüm.

Der Speyerer Domkapitular Philipp von Pfeiffer (1830–1908) spendete am 31. Dezember 1889 sein gesamtes Privatvermögen in Höhe von 14.968 Goldmark, um damit die Errichtung der katholischen Pfarrei St. Joseph in Rheingönheim zu finanzieren.

Am 1. Januar 1930 trat Rheingönheim Gebietsteile zur Bildung der neuen Gemeinde Limburgerhof ab.[2]

Im Jahr 1938 wurde Rheingönheim nach Ludwigshafen eingemeindet.[2]

1945 errichteten die amerikanischen Streitkräfte ein Kriegsgefangenenlager (Rheinwiesenlager). Die ehemaligen Soldaten wurden hier auf engstem Raum gefangen gehalten, bis sie in andere Lager verlegt wurden. An dieses Lager erinnert ein Gedenkstein an der Kreuzung der Kreisstraße K7 mit dem Brückweg.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rheingönheim hat an der Bahnstrecke Mannheim–Saarbrücken einen Bahnhof, der von der Linie S1 der S-Bahn RheinNeckar bedient wird.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Paul-Gerhardt-Kirche hat einen Turm aus dem 13. Jahrhundert. Er ist das älteste erhaltene Bauwerksteil einer Kirche in Ludwigshafen. Die katholische St.-Joseph-Kirche wurde 1915 nach den Plänen von Albert Boßlet erbaut.

Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Mozartschule informiert ein Museum über das frühere Leben im Ort. Es gibt einen Einblick in das Handwerk, die Landwirtschaft, in Vereine und Familientraditionen.

Wildpark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wildpark

Zwischen Rheingönheim und dem Nachbarort Neuhofen liegt der Wildpark Ludwigshafen. In dem Auwald hat man seit 1963 zahlreiche europäische Wildarten in einer für sie typischen Umgebung angesiedelt. In den Gehegen sind unter anderem Wisente, Auerochsen, Rothirsche, Wildschweine, Luchse und Wildkatzen zu sehen. Das Luchsgehege wurde im Jahre 1980 erbaut. Die ersten Luchse wurden ebenfalls in jenem Jahr angesiedelt. In dem Landschaftsschutzgebiet wurden außerdem 300 Pflanzenarten und 95 Vogelarten registriert.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stadtarchiv der Stadt Ludwigshafen am Rhein, Stefan Mörz, Klaus Jürgen Becker (Hrsg.): Geschichte der Stadt Ludwigshafen am Rhein: Bd. 1. Von den Anfängen bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Ludwigshafen am Rhein 2003, ISBN 3-924667-35-7.
  • Dieter Bauer: Rheingönheim. Von der Steinzeit in die Neuzeit. Geschichtliche Betrachtung eines Dorfes, ergänzt durch Karten und Urkunden. Selbstverlag, Ludwigshafen 1991.
  • Matthias Kolb: Das römische Gräberfeld von Rheingönheim. Dissertation, Universität Mannheim 2006 (Volltext).
  • Günter Ulbert: Das frührömische Kastell Rheingönheim. Die Funde aus den Jahren 1912 und 1913. Mann, Berlin 1969.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadtteilpass Rheingönheim
  2. a b Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 515.
  3. Wildpark Rheingönheim

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ludwigshafen-Rheingönheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Stadtteil-Webseite Ludwigshafen

Koordinaten: 49° 26′ 48″ N, 8° 25′ 9″ O