Rheinhafen Krefeld

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Rheinhafen Krefeld
Daten
UN/LOCODE DE KRE und DE KDU
Eigentümer Stadt Krefeld und Neuss-Düsseldorfer Häfen GmbH & Co. KG
Betreiber Hafen Krefeld GmbH & Co. KG
Baubeginn 10. Mai 1903
Eröffnung 6. Juli 1906
Hafentyp Binnenhafen
Gesamtfläche des Hafens 500ha
Piers/Kais 11,4 km
Umgeschlagene Güter Stahl, Getreide, Steine, Baustoffe, Kraftstoffe
Umschlagsmenge 3,22 Mio. Tonnen (2010)
Webseite www.rheinhafen-krefeld.de
Geografische Informationen
Ort Krefeld
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Hafeneinfahrt Krefeld
Hafeneinfahrt Krefeld
Koordinaten 51° 20′ 43″ N, 6° 39′ 40″ OKoordinaten: 51° 20′ 43″ N, 6° 39′ 40″ O
Rheinhafen Krefeld (Nordrhein-Westfalen)
Rheinhafen Krefeld
Lage Rheinhafen Krefeld

Der Rheinhafen Krefeld ist ein Binnenhafen am Rhein in Krefeld. Er wurde am 6. Juli 1906 eingeweiht und wird von der Hafen Krefeld GmbH & Co. KG betrieben. Das Hafengebiet erstreckt sich am Niederrhein von Kilometer 762,1 bis km 766,3 links. Die Einfahrt zum Hafenbecken liegt genau unter der Krefeld-Uerdinger Brücke.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Modell von Krefeld-Gellep

Bei archäologischen Ausgrabungen wurde eine 180 Meter lange Kaimauer gefunden die zum römischen Kastell Gelduba gehörte. Dieser Hafen wurde auch noch nach der Römerzeit genutzt. Jedoch verschob sich der Hafen durch Verlagerung des Flussbetts weiter nach Norden. Im Mittelalter übernahm Uerdingen die Hafenfunktion für das dahinterliegende kurkölnische Umland und Crefeld. Das Uerdinger Rheinwerft ist seit 1929 Bestandteil des (zunächst Krefeld-Uerdinger) heute Krefelder Hafens.[1]

1901 beschloss die Krefelder Stadtverordnetenversammlung den Bau eines Hafens in dem kurz zuvor eingemeindeten Ort Linn mit Rheinzugang. Dazu wurde die vor dem Ort liegende Rheininsel mit über drei Millionen Kubikmeter Erdreich aufgeschüttet und an ihrem stromaufwärts liegenden Ende mit dem Festland verbunden. Über das so entstandene Hafenbecken führt eine Drehbrücke. Am Rheinufer befindet sich eine rund 400 m lange Kaimauer.

Im Zweiten Weltkrieg wurden bei insgesamt 150 Bombenangriffen mehr als 70 % der Anlagen zerstört, insbesondere die angesiedelten Industriebetriebe.[2]

Bis 1960 siedelten sich weitere Betriebe im Hafengebiet an und es wurde eine Erweiterung des Hafens notwendig. Für die Freizeitschifffahrt gibt es einen eigenen Yachthafen bei Rheinkilometer 759,8 links. Dort bestehen für Kleinfahrzeuge geeignete Anleger und eigene Ver- und Entsorgungseinrichtungen.[3] Dazu wurde ab 1970 der am Ende des Hafenbeckens liegende Baggersee, der über einen Kanal erreichbar war, genutzt. Das Hafenbecken ist insgesamt rund 3,5 km lang und verfügt über ein großes Wendebecken. 1988 wurde am Hafenkopf ein Containerterminal eingerichtet. Seit 2008 kooperiert der Hafen Krefeld mit den Neuss-Düsseldorfer Häfen.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Hafengebiet umfasst rund 500 Hektar und die Gesamtuferlänge beträgt 11,4 km. 2010 wurden insgesamt (Bahn- und Schiffsverkehr) 3,22 Millionen Tonnen umgeschlagen. Damit hat Krefeld den viertgrößten Hafen in Nordrhein-Westfalen. Für das Verladen stehen vier betriebseigene Krananlagen zur Verfügung. Andere Verladeeinrichtungen für Erdölprodukte, Getreide und Schüttgüter werden von den im Hafen ansässigen Firmen selbst unterhalten. Am Wendebecken steht ein 200-Tonnen Schwergutkran der Firma Klösters. Das Containerterminal verfügt über zwei Containerladebrücken mit bis zu 40 Tonnen Tragekraft, zwei Reach-Stacker, Anschlüsse für 16 Kühlcontainer und 32.500 m² Lagerfläche, wovon 500 m² überdacht sind. Außerdem ist für Gefahrgutcontainer ein abgesondertes Löschwasserauffangbecken eingerichtet.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hafengesellschaft betreibt ein eigenes Eisenbahnunternehmen (EVU) mit einer Streckenlänge von 50 km und vier Lokomotiven. Es bestehen direkte Anbindungen an das Schienennetz der Deutschen Bahn AG.
Gemeindestraßen und die Bundesstraße 288 erschließen die Hafengebiete zu der zwei Kilometer westlich verlaufenden Bundesautobahn 57 hin.

Das Rheinwerft Uerdingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uerdingen hat eine 3,7 km lange Rheinfront und liegt bei Rheinkilometer 765. Vor der Hafeneinfahrt Krefeld schließt sich das Uerdinger Rheinwerft an, das seit mehr als 700 Jahren als Verladestelle und Umschlagsplatz genutzt wird. 1306–1307 existierte eine Zollliste mit etwa 20 Uerdinger Schiffen. Die Stadt Uerdingen war neben Rheinberg viele Jahrzehnte die nördlichste kurkölnische Stadt am Rhein und daher zollpolitisch äußerst bedeutend, so dass sie im 14. Jahrhundert mit einer Stadtmauer befestigt wurde (erste Erwähnung im Jahre 1333). Die Rheinseite wurde mit einer imposanten Burg gesichert. Um 1854 wurden erste feste Ufermauern am Rhein gebaut. 1887 und 1888 wurde das Uerdinger Werft den Erfordernissen der neuen Zeit entsprechend umgestaltet. Es erhielt im Wesentlichen seine heutige Form.

Die Fahrgastschifffahrt nutzt heute einen eigenen Landungssteg mit Schwimmponton, den Uerdinger Steiger, an der Dammstraße, als Anlegestelle in einem Bereich in dem heute kein Umschlag mehr stattfindet. Regelmäßig werden Tagesausflüge und Mehrtagesreisen u. a. durch die Eureka Reederei und der weißen Flotte Mülheim durchgeführt.

Von Stromkilometer 765,4 und 766,3 liegen die Piers des CHEMPARK Krefeld-Uerdingen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rheinhafen Krefeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geschichte Uerdinger Hafen
  2. Geschichte Krefelds (Memento des Originals vom 3. Mai 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rheinische-geschichte.lvr.de
  3. Sportboothafen Krefeld