Rheinisch-Westfälische Zeitung

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Die Rheinisch-Westfälische Zeitung wurde von 1883 bis 1944 in Essen gedruckt.

Die im G. D. Baedeker Verlag in Essen gedruckte Zeitung trug folgende Namen: von 1738 bis 1762 Neueste Essendische Nachrichten von Staats- und Gelehrtensachen, von 1768 bis 1798 Essendische Zeitung von Staats u. Kriegssachen von 1799 bis 1859 Allgemeine Politische Nachrichten von 1860 bis 1882 Essener Zeitung und von 1883 ab Rheinisch-Westfälische Zeitung.

1923 wurde das Druckhaus in der Sachsenstraße als Reismann-Grone-Haus errichtet. Die Fassade war 1926 von Emil Fahrenkamp entworfen worden[1].

Am 20. Juni 1926 berichtet die RWZ, Hitler habe auf Veranlassung westdeutscher Wirtschaftler in Essen gesprochen. Es waren Einladungen an rheinisch-westfälische Industrielle verteilt worden, womit ein preußisches Verbot öffentlicher Reden Hitlers umgangen wurde. Diese Veranstaltung war der Auftakt zu einem eineinhalb jährigen Werben Hitlers um die Gunst der Industrie der Region, von welchem die RWZ berichtete.

Als die RWZ in der Weltwirtschaftskrise 1929 Defizite machte, erhielt sie Subventionen von der Ruhrlade[2].

1932 war die Propaganda der NSDAP auf Arbeitnehmer gerichtet und propagierte den siebenstündigen Arbeitstag. Der Vorsitzende des Bergbauvereins Ernst Brandi hatte im Sommer 1932 Hitlers Ernennung zum Reichskanzler befürwortet. Er setzte Mitte September 1932 im von den Arbeitgebern dominierten Aufsichtsrat der RWZ durch, den Anhänger der NSDAP und Schriftleiter der RWZ Theodor Reismann-Grone lieber zu entlassen, als ihm zu erlauben, die Redaktion mit NSDAP-Anhängern zu besetzen[3].

Die RWZ wurde vom Bergbauverein finanziell kontrolliert und drängte seit August 1932 auf eine Regierungsbeteiligung Hitlers[4].

Am 29. Januar 1933 berichtete die RWZ, was sie schon nach dem Rücktritt Papens berichtet hatte, dass nun die einzige Möglichkeit in der Beauftragung Hitlers mit der Regierungsbildung bestehe[5].

Ab dem 12. Mai 1945 wurde im Druckhaus an der Sachsenstraße die Ruhr Zeitung gedruckt.

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Emil Fahrenkamp
  2. Henry Ashby Turner: Die Großunternehmer und der Aufstieg Hitlers („German big business and the rise of Hitler“). Siedler Verlag, Berlin 1985, ISBN 3-88680-143-8, S. 46.
  3. Henry Ashby Turner, S. 341.
  4. Henry Ashby Turner. S. 364.
  5. Henry Ashby Turner, S. 389.