Rheinisch-Westfälischer Genossenschaftsverband

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Rheinisch-Westfälischer Genossenschaftsverband e. V.
(RWGV)
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Rechtsform eingetragener Verein
Sitz Münster (Westfalen)
Gründung 1862
Vorstand Ralf W. Barkey,
Siegfried Mehring
Mitglieder 700
Mitarbeiter 450
Website www.rwgv.de

Der Rheinisch-Westfälische Genossenschaftsverband e. V. (RWGV) ist einer von fünf genossenschaftlichen Regionalverbänden in Deutschland. Sein Zuständigkeitsbereich erstreckt sich über das gesamte Bundesland Nordrhein-Westfalen und den nördlichen Teil von Rheinland-Pfalz. Etwa 3,3 Millionen der insgesamt 19 Millionen Einwohner in diesem Gebiet sind genossenschaftlich organisiert. Im Verband zusammengeschlossen sind rund 700 Genossenschaften.[1]

Struktur und Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der RWGV besteht aus drei Fachvereinigungen: den Genossenschaftsbanken (unter anderem Volksbanken und Raiffeisenbanken), den Genossenschaften aus dem landwirtschaftlichen Sektor (vor allem Raiffeisen-Warengenossenschaften) sowie den gewerblichen Genossenschaften. Zu den gewerblichen Genossenschaften gehören traditionell beispielsweise Einkaufsgenossenschaften aus Handel, Handwerk und der Dienstleistungsbranche. Neugründungen der jüngeren Zeit erfolgten zum Beispiel im Gesundheitssektor (Zusammenschlüsse von Ärzten oder Therapeuten), auf sozialem Gebiet (Familiengenossenschaften oder Dorfläden für die Nahversorgung der Bevölkerung) sowie im Bildungsbereich. Eine starke Position innerhalb der Gruppe nehmen die Energiegenossenschaften ein, deren Anzahl (über 100) sich im Zuge der Energiewende stark erhöht hat.[2]

Ende 2015 waren im Verband 182 Volks- und Raiffeisenbanken, genossenschaftliche Spezialinstitute sowie genossenschaftliche Unternehmen aus dem Finanzsektor in anderer Rechtsform mit einer kumulierten Bilanzsumme von 288,1 Milliarden Euro zusammengeschlossen. Hinzu kamen 160 landwirtschaftliche Unternehmen mit einem Gesamtumsatz von 23,0 Milliarden Euro. Zu den Mitgliedern zählen des Weiteren 361 Dienstleistungs- und Handelsgenossenschaften mit einem Gesamtumsatz von 12,4 Milliarden Euro. Die Genossenschaften der drei Sparten im RWGV beschäftigen etwa 74000 Mitarbeiter.[3]

Der RWGV hat Standorte in Düsseldorf, Münster (Westfalen), Rösrath-Forsbach (Rheinisch-Westfälische Genossenschaftsakademie) und Koblenz.[4]

Den Vorstand des RWGV bilden Ralf W. Barkey (Vorsitzender) und Siegfried Mehring.

Aufgabenfelder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Aufgaben des RWGV zählen unter anderem die Prüfung von Geschäften und Geschäftsführung seiner Mitglieder (genossenschaftliche Pflichtprüfung). Darüber hinaus bietet der Verband Dienstleistungen in den Bereichen Unternehmensberatung, Rechtsberatung, Steuerberatung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Bildung an.

Er betreibt zwei Weiterbildungseinrichtungen:

  • Rheinisch-Westfälische Genossenschaftsakademie (RWGA) für Fort- und Weiterbildung.
  • Genossenschaftliches Berufskolleg des RWGA (Genokolleg) für die schulische Ausbildung von Auszubildenden der angeschlossenen Genossenschaften.

Zu den weiteren satzungsgemäßen Aufgaben des RWGV zählen Förderung und Pflege des Genossenschaftsgedankens. Diese Aufgabe nimmt der RWGV als Interessenvertreter der Genossenschaften, Förderer des Genossenschaftswesens und als Ratgeber und Begleiter der Genossenschaften wahr.

Um auch jüngeren Menschen die Ideen der beiden genossenschaftlichen Gründerväter Friedrich-Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch nahezubringen, hat der RWGV das Projekt „Schülergenossenschaften“ ins Leben gerufen. Betreut von einer örtlichen Partnergenossenschaft erhalten Schüler hier im gemeinsamen und solidarischen Handeln erste Einblicke in die Welt der Wirtschaft.

Zur Begleitung der wachsenden internationalen Geschäftstätigkeit insbesondere großer Verbundgruppen und Genossenschaften in den Branchen Landwirtschaft und Handel hat der RWGV 2013 gemeinsam mit der Warth & Klein Grant Thornton AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft das Joint Venture WKGT Revisionsunion gegründet.[5] 2014 ist der Genossenschaftsverband e.V. mit Sitz in Frankfurt dem Joint Venture beigetreten.[6]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verband RWGV entstand 2002 aus dem Zusammenschluss des Westfälischen Genossenschaftsverbands e. V. (WGV) und des Genossenschaftsverband Rheinland e. V. (GVR). Seine Wurzeln reichen bis in das Jahr 1862 zurück, in dem der „Verband der Kreditgenossenschaften von Rheinland, Westfalen, Lippe und Waldeck“ gegründet wurde.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • rwgv.de Offizielle Website des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbandes (RWGV)
  • genokolleg.de Offizielle Website des Genossenschaftlichen Berufskollegs der RWGV
  • rwga.de Offizielle Website der Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsakademie (RWGA)
  • schülergeno.de Offizielle Website für das Angebot Schülergenossenschaften

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. RWGV-Jahresbericht 2015
  2. RWGV-Jahresbericht 2015, Zahlenteil
  3. RWGV-Jahresbericht 2015, Zahlenteil.
  4. RWGV-Homepage, abgerufen am 31. Mai 2016.
  5. Warth & Klein Grant Thornton und der Rheinisch-Westfälische Genossenschaftsverband (RWGV) vereinbaren internationale Zusammenarbeit., Januar 2013
  6. Genossenschaftsverbände kooperieren bei der Internationalisierung ihrer Prüfungsdienstleistungen, März 2014