Rheinischer Übergangsstil

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Altarraum der Markuskapelle in Altenberg mit gedrungenen Spitzbögen und spitzen Fenstern

Der Rheinische Übergangsstil ist ein Baustil am Übergang der Romanik zur Gotik im Rheinland. Als Übergangsstil wird allgemein eine Form des spätromanischen Stils in Deutschland bezeichnet, die zunehmend Elemente der französischen Gotik aufgreift, diese Elemente aber vorwiegend dekorativ verwendet, ohne die Baustruktur der französischen gotischen Kathedrale insgesamt zu übernehmen.[1] Die Bauten dieses Stils entstanden am Ende des 12. Jahrhunderts und bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts. Mit der endgültigen Durchsetzung der gotischen Architektur in Deutschland endet der Übergangsstil. Die Vollendung der spätromanischen Kirche St. Kunibert in Köln 1247 und die Grundsteinlegung des Kölner Doms im Jahr darauf, mit dem die Rayonnant-Gotik in Deutschland Einzug hielt, gelten als Grenzmarken zwischen Übergangsstil und Hochgotik im Rheinland. Der Begriff Übergangsstil ist eine Wortprägung des 19. Jahrhunderts, in dem Romanik und Gotik als mittelalterliche Architekturstile definiert wurden.[2][3][4] Nach Wilhelm Lübke vertritt den rheinischen Übergangsstil „am glänzendsten“ der Limburger Dom.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der mittelalterlichen Baukunst dauert die Stilphase der Romanik bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts, die Gotik beginnt in Frankreich bereits um 1140. In der Endphase der Romanik bildete sich im Rheinland in der Herrschaftszeit der Staufer bereits eine Veränderung in der Baukunst zur Gotik hin heraus. Die Bögen in den Fenstern und im Gewölbe wurden schon gotisch spitz geformt, Strebebögen, Dienstbündel und Gewölbe mit profilierten Kreuzrippen fanden Verwendung. Diese Baukunst ist der rheinische Übergangsstil.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachfolgend wird eine Auswahl an Kirchenbauten aufgeführt, die im rheinischen Übergangsstil gebaut worden sind:

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adam C. Oellers: UEBERGAENGE, Beiträge zur Kunst und Architektur im Rheinland, Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaften, Alfter 1993 ISBN 3-929742-12-8, S. 7ff. „Niederrheinisch-Staufische Baukunst und rheinischer Übergangsstil
  • Paul Clemen: Die Kunstdenkmäler des Kreises Mülheim am Rhein, Druck und Verlag von L. Schwann, Düsseldorf 1901, S. 191 ff.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. In der niederländischen Architekturgeschichte spricht man auch von "Romano-Gotik".
  2. Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. A., 1905-1909: Übergangsstil, in der Geschichte der Baukunst diejenige Periode, während welcher der spätromanische Stil den Spitzbogen und das Rippengewölbe aufnahm und sich allmählich zum gotischen Stil umwandelte. In Deutschland herrschte der Übergangsstil während des letzten Viertels des 12. und der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.
  3. Lexikon der Kunst, Bd. 7, Leipzig 2004, S. 477. Georg Dehio, Gustav von Bezold: Die kirchliche Baukunst des Abendlandes, Bd. 2, Stuttgart 1901, S. 257ff. Online UB Heidelberg abgerufen am 6. November 2014
  4. Norbert Nussbaum: Deutsche Kirchenbaukunst der Gotik. 2. A. Darmstadt 1994, S. 10ff.
  5. Wilhelm Lübke: Die Kunst des Mittelalters, S. 164 abgerufen am 29. August 2014