Rheinischer Sparkassen- und Giroverband

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Michael Breuer, Präsident des RSGV

Der Rheinische Sparkassen- und Giroverband (RSGV) mit Sitz in Düsseldorf ist der Dachverband der 31 Sparkassen im Rheinland. Er wurde 1881 als Verband der Sparkassen in Rheinland und Westfalen gegründet.[1] Der RSGV ist als Körperschaft des öffentlichen Rechts organisiert. Die Sparkassen des Verbandsgebietes sind nach dem Sparkassengesetz für Nordrhein-Westfalen Pflichtmitglieder. Die angeschlossenen Sparkassen beschäftigen mehr als 30.000 Mitarbeiter und repräsentieren ein Geschäftsvolumen von rund 154 Milliarden Euro.

Der RSGV ist einer der bedeutendsten Regionalverbände der Sparkassen-Finanzgruppe in Deutschland. Verbandsvorsteher und Präsident ist Michael Breuer. Höchstes Gremium des RSGV ist die Verbandsversammlung, die sich aus Vertretern der Sparkassen und ihrer Träger, den Kommunen, Landkreisen und Sparkassen-Zweckverbänden zusammensetzt. Vorsitzender der Verbandsversammlung und des Verbandsvorstandes ist der Oberbürgermeister von Aachen, Marcel Philipp.

Der RSGV berät die Sparkassen in allen Bereichen und vertritt deren Interessen gegenüber der Öffentlichkeit und Institutionen. Rund 290 Mitarbeiter erledigen im RSGV die satzungsmäßigen Aufgaben und setzen die geschäftspolitischen Ziele um. Als Mitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes bestimmt er die geschäftspolitische Ausrichtung und den gemeinsamen Werbeauftritt der Sparkassen mit.

Aufgaben und Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der satzungsmäßig festgelegte Aufgabenkatalog des RSGV ist vielfältig. Zum Spektrum gehören die Unterstützung der Sparkassen in allen Bereichen, die gutachtliche Beratung der Sparkassen-Aufsichtsbehörden, die Prüfung der Sparkassen sowie deren Repräsentanz gegenüber Öffentlichkeit und Institutionen.

Der RSGV berät und informiert den nordrhein-westfälischen Landtag und die nordrhein-westfälische Landesregierung. Dialogpartner ist der RSGV insbesondere auch für kommunale Spitzenverbände, in denen die Träger der Sparkassen – Gemeinden, Städte, Landkreise, Zweckverbände – zusammengeschlossen sind.

Mit Service-Leistungen unterstützt der RSGV die Arbeit seiner Mitglieds-Sparkassen:

Das Gebäude des RSGV
  • Beratung in geschäftspolitischen, steuerlichen und rechtlichen Fragen
  • Projekte, die mit wegweisenden Vertriebsstrategien die innerbetriebliche Leistungsfähigkeit der Sparkassen verbessern
  • Produktentwicklung und Produktmanagement
  • Marketingaktivitäten wie Verkaufsförderungs-Aktionen, Werbekampagnen und Messe-Beteiligungen sowie elektronische Dienstleistungen für den Multikanal-Vertrieb
  • Umsetzung gemeinsamer EDV-Konzepte
  • Übernahme gesetzlich vorgeschriebener Prüfungen, insbesondere der Prüfung des Jahresabschlusses (Testatsfähigkeit)

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 31 Mitgliedssparkassen sind die Sparkasse KölnBonn, Kreissparkasse Köln, Stadtsparkasse Düsseldorf, Sparkasse Aachen, Sparkasse Krefeld, Sparkasse Essen, Sparkasse Wuppertal, Sparkasse Neuss, Sparkasse Duisburg, Stadtsparkasse Mönchengladbach, Sparkasse Düren, Sparkasse Hilden-Ratingen-Velbert, Sparkasse Leverkusen, Sparkasse am Niederrhein, Kreissparkasse Heinsberg, Kreissparkasse Düsseldorf, Sparkasse Mülheim an der Ruhr, Stadtsparkasse Oberhausen, Stadt-Sparkasse Solingen, Kreissparkasse Euskirchen, Niederrheinische Sparkasse RheinLippe, Stadtsparkasse Remscheid, Stadt-Sparkasse Langenfeld, Sparkasse Gummersbach-Bergneustadt, Sparkasse Rhein-Maas, Sparkasse der Homburgischen Gemeinden, Stadt-Sparkasse Haan, Stadtsparkasse Wermelskirchen, Sparkasse Radevormwald-Hückeswagen, Verbandssparkasse Goch-Kevelaer-Weeze und die Stadtsparkasse Bad Honnef.

Weiterbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Weiterbildung der Beschäftigten der Sparkassen wird durch die Sparkassenakademie Nordrhein-Westfalen sichergestellt.

Die rheinischen Sparkassen 2015 in Zahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bilanzsumme 154,3 Milliarden Euro
Kundeneinlagen 113,3 Milliarden €
Kreditvolumen 112,5 Milliarden €
Sparkassen 34 (Ende 2015)
Geschäftsstellen 1.012
SB-Geschäftsstellen 261
Mitarbeiter/-innen 30.808
davon Auszubildende 2.379
Girokonten 5,6 Millionen
Sparkassen-Cards 5,6 Millionen
MASTERCARDs 1002.145
VISA-Cards 91263
Geldausgabeautomaten 2.558

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Von der Gründung bis 1932[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 28. Juni 1881: Auftrag zur Gründung des Verbandes der Sparkassen in Rheinland und Westfalen.
  • 27. August 1881: Die Zeitschrift „Die Sparkasse“ wird als Organ des Verbandes von dem Beigeordneten Carl Heyden in Essen herausgegeben.
  • 28. September 1881: Gründung des Verbandes der Sparkassen in Rheinland und Westfalen in Hagen
  • 22. Juni 1882: Ausdehnung der Tätigkeit des Verbandes auf Westdeutschland
  • 6. Dezember 1884: Ausdehnung der Tätigkeit des Verbandes auf das Reichsgebiet: „Deutscher Sparkassenverband“
  • 1886: Oberbürgermeister Karl Lehr, Duisburg, wird Vorsitzender des Verbandes
  • 1890: Sitzverlegung des „Deutschen Sparkassenverbandes“ nach Berlin
  • 20. Juni 1891: Gründung des „Rheinisch-Westfälischen Sparkassenverbandes“
  • 23. Januar 1892: Verbandsversammlung in Dortmund: Sparkassenrendant Killer, Siegen, beantragt die Einführung fachmännischer Kassenrevisionen
  • 1900: Bürgermeister Max Löcke, Arnsberg, wird Vorsitzender des Rheinisch-Westfälischen Sparkassenverbandes
  • 1910: Als erster hauptamtlicher Revisor wird Sparkassenrendant a.D. Vogel, Köln, angestellt
  • 1. Dezember 1917: Anstellung des ersten hauptamtlichen Geschäftsführers Theodor Böll
  • 1919: Beigeordneter Matzerath, Köln, wird Vorsitzender des „Rheinisch-Westfälischen Sparkassenverbandes“
  • 1922: Landesbankrat a.D. Cremer wird Verbandsgeschäftsführer
  • 16. Dezember 1922: Der Verband wird in einen eingetragenen Verein zur Erlangung der Rechtsfähigkeit umgewandelt
  • Oktober 1924: Landesbankdirektor Schierjott wird Verbandsgeschäftsführer
  • 10. Januar 1930: Gründung der Sparkassenschule Düsseldorf
  • 5. August 1931: Kommunalkreditverbot
  • 20. Juli 1932: Verordnung über die Sparkassen sowie die kommunalen Giroverbände und kommunalen Kreditinstitute
  • 29. Dezember 1932: Erlass des Preußischen Staatsministeriums betr. Errichtung des „Rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes“ mit Wirkung 1. Januar 1933

1933 bis 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1. Januar 1933: Verbandsvorsteher wird Oberbürgermeister Schäfer, Essen, Verbandsgeschäftsführer Direktor Lohe, Düsseldorf
  • 18. August 1933: 1. Verbandsversammlung in Düsseldorf: Oberbürgermeister Schäfer wird zum hauptamtlichen Verbandsvorsteher gewählt
  • 1. Oktober 1933: Errichtung der Revisionsstelle des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes
  • 29. November 1933: Beschluss über die Auflösung und Liquidation des Rheinisch-Westfälischen Sparkassenverbandes
  • 1934: Direktor Heindel wird Verbandsgeschäftsführer
  • 17. März 1938: Revisionsdirektor WP Unbehend wird Verbandsgeschäftsführer
  • 1. Dezember 1941: Sparkassen aus dem ehemals preußischen Teil des Saarlandes scheiden aus und werden Mitglied des neu gegründeten Sparkassen- und Giroverbandes Westmark

1945 bis 1976[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1945: Aufteilung der Rheinprovinz in einen Landesteil Nordrhein (Britische Besatzungszone) und Eingliederung des südlichen Teiles in die Provinz Rheinland-Hessen-Nassau (Französische Besatzungszone). Zur Wahrnehmung der Interessen der Sparkassen in diesem Gebiet wird eine Geschäftsstelle in Sankt Goar errichtet, die im Jahre 1947 nach Neuwied und 1949 nach Koblenz verlegt wird
  • 1945: Der Verband errichtet eine Vordruckstelle; sie wird 1949 auf den Deutschen Sparkassenverlag übertragen
  • 4. August 1949: Verbandsversammlung in Düsseldorf: Annahme der neuen Verbandssatzung, durch die die demokratische Ordnung wieder eingeführt wird
  • 29. November 1951: Finanzminister a.D. Weitz wird als Nachfolger des am 1. September 1951 verstorbenen Oberbürgermeisters Schäfer zum Verbandsvorsteher gewählt
  • 28. September 1954: Verbandsversammlung in Bad Honnef: Zustimmung zur Beteiligung des Landes Nordrhein-Westfalen an der Rheinischen Girozentrale und Provinzialbank
  • 3. Dezember 1957: Landrat Josef Roesch MdL, Bergisch Gladbach, wird Verbandsvorsteher
  • 7. Januar 1958: Gesetz über die Sparkassen sowie über die Girozentralen und Sparkassen- und Giroverbände (Sparkassengesetz) vom 7. Januar 1958
  • 1. April 1958: Gründung des Sparkassen- und Giroverbandes Rheinland-Pfalz, Mainz. Damit scheiden 27 Sparkassen der Regierungsbezirke Koblenz und Trier aus dem Rheinischen Sparkassen- und Giroverband aus
  • 1. Juni 1958: Personalvertretungsgesetz
  • 1959: Kfm. Ernst Schöttler, Köln, wird nach dem Tode von Unbehend am 22. November 1958 Verbandsgeschäftsführer
  • 1963: Gründung von Buchungsgemeinschaften der Sparkassen unter Führung des Verbandes
  • 3. September 1969: Verbandsversammlung in Mülheim a. d. Ruhr: Friedel Neuber, MdL wird zum Verbandsvorsteher gewählt. Der Verband beteiligt sich an der neu gegründeten Sparkassen Rechenzentrum Rheinland GmbH
  • 10. Juli 1970: Gesetz über die Sparkassen, über die Girozentrale und Sparkassen- und Giroverbände
  • 1. September 1970: Verordnung über den Betrieb und die Geschäfte der Sparkassen
  • 1. Mai 1971: Johannes Fröhlings wird Verbandsgeschäftsführer
  • 21 November 1972: Grundsteinlegung für das Verbandsgebäude
  • 8. April 1975: Novellierung des Sparkassengesetzes
  • 1. Januar 1976: Eine neue Verbandssatzung tritt in Kraft[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Festschrift zum 125-jährigen Bestehen. Abgerufen am 2. Juni 2013. (PDF; 4,0 MB)
  2. Alle historischen Daten aus: Rheinischer Sparkassen- und Giroverband (Hrsg.): 1881 bis 1981 – Der Rheinische Sparkassen- und Giroverband: 100 Jahre Sparkasseneinheit, Deutscher Sparkassenverlag, Stuttgart 1981