Rhopilema esculentum

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Rhopilema esculentum
Rhopilema esculenta by OpenCage.jpg

Rhopilema esculentum

Systematik
Klasse: Schirmquallen (Scyphozoa)
Ordnung: Wurzelmundquallen (Rhizostomeae)
Unterordnung: Daktyliophorae
Familie: Rhizostomatidae
Gattung: Rhopilema
Art: Rhopilema esculentum
Wissenschaftlicher Name
Rhopilema esculentum
Kishinouye, 1891

Rhopilema esculentum (fälschlich auch Rhopilema esculenta[1][2]) ist eine essbare Quallenart aus der Ordnung der Wurzelmundquallen (Scyphozoa). Sie wird an der Ostküste Chinas in großen Wassertanks gezüchtet und als junge Ephyra-Medusen in großen Stückzahlen zur Auffrischung der natürlichen Bestände in den natürlichen Lebensraum entlassen.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Medusen erreichen einen Schirmdurchmesser von 25 bis 45 cm (seltener auch über 50 cm) und eine Schirmhöhe von 33 cm. Die Gallerte des Schirms wird in der Mitte bis zu 5 cm dick. Die Exumbrella ist glatt. Jeder Oktant weist 14 bis 20 ovale Velumlappen auf. Die Mundarme weisen statt der keulenförmigen Enden zahlreiche fadenförmige Anhänge auf.[3] Die Art erreicht ein Gewicht von 30 bis 50 kg.[4][5]

Das Cnidom weist vier verschiedene Typen von Nesselzellen auf: a-Isorhizen, o-Anisorhizen, e-Anisorhizen und Eurytelen auf, wobei die e-Anisorhizen nur bei Exemplaren von 15 bis 30 mm Schirmdurchmesser vorkommen.[6]

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Medusen sind getrenntgeschlechtlich. Die Geschlechtsprodukte werden in das offene Wasser abgegeben, wo die Befruchtung stattfindet. Die ersten Planula-Larven erscheinen etwa sieben Stunden nach der Befruchtung. Nach drei bis vier Tagen metamorphosieren die meisten Planulae in Scyphostomae („Scyphopolypen“) mit zunächst vier Tentakeln. Die Anzahl der Tentakeln steigt auf 16 innerhalb von 15 bis 20 Tagen. Während dieser Zeit werden kontinuierlich auch Podozysten gebildet. Die Strobilation und Bildung von Ephyra-Larven findet bei 18 bis 20 °C etwa nach zwei Monaten statt. Dabei werden circa sechs bis zehn Ephyrae gebildet. Die Ephyrae wachsen unter Laborbedingungen innerhalb von 30 Tagen zu einem Durchmesser von 50 mm heran. Die Adultgröße wird nach etwa zwei bis drei Monaten erreicht. Optimales Wachstum von Planulae, Scyphostomae und Ephyrae erfolgt unter brackischen Bedingungen (14 bis 22 ‰). Frühe Stadien der Scyphostomae ernähren sich von planktonischen Larven, spätere Scyphostomae und Ephyrae von kleinen planktonischen Krebstieren, Nauplius-Larven und anderem Zooplankton.[4]

Geographisches Vorkommen und Lebensraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rhopilema esculentum kommt im Japanischen Meer, dem Gelben Meer (und seinen Nebenbuchten) und im Südchinesischen Meer vor.[7][8] Die Entwicklung scheint in der Nähe der Küste unter brackischen Verhältnissen und im flachen Wasser stattzufinden.

Giftwirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stich der Nesselzellen von Rhopilema esculentum ist sehr schmerzhaft; vor allem Schwimmer und Fischer sind davon betroffen. Das Syndrom ruft oft Fieber, Erschöpfung, Muskelschmerzen, Atemschwierigkeiten oder einen Abfall des Blutdrucks hervor, und kann sogar zum Tod führen.[9]

Zucht und kommerzielle Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kantonesischer Quallensalat

2005 wurden in China bis zu 500 Millionen Ephyrae in großen Wassertanks gezüchtet und in das offene Wasser entlassen, um die natürlichen Beständen aufzufrischen und zu ergänzen. In der Liaoning-Bucht, einer Nebenbucht des Gelben Meeres, wurden 2005 etwa 50 Millionen Rhopilema esculenta-Quallen mit einem Gesamtgewicht von etwa 100.000 Tonnen gefischt.[4][10]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Comparative Toxicogenomics Database, Mount Desert Island Biological Laboratory (CTD) : Organism: Rhopilema esculentum (englisch, abgerufen am 31. Juli 2010)
  2. The Encyclopedia of Life (EOL): Rhopilema esculentum Kishinouye, 1891 (englisch, abgerufen am 31. Juli 2010)
  3. Paul Lassenius Kramp: Synopsis of the Medusae of the World. In: Journal of the Marine Biological Association of the United Kingdom, 40, p. 243, PDF Online (Memento des Originals vom 30. Oktober 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mba.ac.uk
  4. a b c Kylie A. Pitt und Jennifer E. Purcell: Jellyfish Blooms: Causes, Consequences and Recent Advances. Springer Netherlands, 2009, ISBN 978-1402097485, S. 114.
  5. Makoto Omori: Edible Jellyfish (Scyphomedusae: Rhizostomeae) in the Far East Waters. (Online)@1@2Vorlage:Toter Link/rms1.agsearch.agropedia.affrc.go.jp (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  6. M. Avian, E. Spanier und B. Galil: Nematocysts of Rhopilema nomadica (Scyphozoa: Rhizostomeae), An Immigrant Jellyfish in the Eastern Mediterranean. In: Journal of Morphology, 224: 221-231, 1995
  7. T. Yasuda, Y. Suzuki: Notes on an Edible Medusa, Rhopilema asamushi Uchida, Caught in Wakasa Bay, Japan. (Online)@1@2Vorlage:Toter Link/www.cib.espol.edu.ec (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  8. WoRMS taxon details: Rhopilema esculentum Kishinouye, 1891 (englisch, abgerufen am 31. Juli 2010)
  9. Huahua Yua, Xiguang Liu, Xiangli Dong, Cuiping Li, Ronge Xing, Song Liu und Pengcheng Li: Insecticidal activity of proteinous venom from tentacle of jellyfish Rhopilema esculentum Kishinouye. In: Bioorganic & Medicinal Chemistry Letters, 15(2): 4949-4952, 2005 doi:10.1016/j.bmcl.2005.08.015
  10. Glibber für Gourmets in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 31. Juli 2011, Seite 49