Rhuys-Halbinsel

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Rhuys-Halbinsel
Golfe du morbihan.png
Geographische Lage
Rhuys-Halbinsel (Bretagne)
Rhuys-Halbinsel
Koordinaten 47° 31′ 5″ N, 2° 46′ 54″ WKoordinaten: 47° 31′ 5″ N, 2° 46′ 54″ W
Gewässer 1 Atlantischer Ozean

Die Rhuys-Halbinsel (auch Arzon-Halbinselfranzösisch Presqu’île de Rhuys) liegt im Département Morbihan in der Bretagne in Frankreich und trennt den Atlantik vom Golf von Morbihan (Golfe du Morbihan, bretonisch „kleines Meer“). Sie erstreckt sich von Ost nach West und verengt sich am Westende. Die Hauptorte auf der Halbinsel sind Arzon, Sarzeau, Saint Armel und Saint-Gildas-de-Rhuys, einige fügen noch Le Hézo und Noyalo hinzu. Die Halbinsel misst 25 km in der Länge und 1,5 bis 6 km in der Breite. Ihre Fläche beträgt ungefähr 105 Quadratkilometer.

Die Rhuys-Halbinsel gehört zu den südlichen Ausläufern des Armorikanischen Massivs zu denen auch die Montagnes Noires, die Landes de Lanvaux, der Sillon de Bretagne und die vorgelagerten Inseln Belle-Île, Houat, Hoëdic und Île Dumet zählen. Die höchsten Berge auf der Halbinsel sind nicht höher als fünfzig Meter. Sie bestehen im Wesentlichen aus während der Variszischen Gebirgsbildung vor rund 330 Millionen Jahren entstandenen Kristallinen Schiefern und Granit.[1] Geomorphologisch gibt es einen starken Kontrast zwischen der direkt dem Atlantik zugewandten Südküste, wo sich abwechselnd lange Sandstrände und steil ins Meer abfallende Felsen befinden und der dem Golf von Morbihan zugewandten Seite, wo die Küste flach ist und bei Ebbe einem Wattenmeer gleicht.

Menhir von Kermaillard
Wasserburg Suscinio

Die flache Binnenküste wird hier und da von Salzsümpfen und Salzwiesen unterbrochen. Die Atlantikküste ist dagegen steil, und Caesar soll vom 15 Meter hohen Tumulus de Tumiac im Jahre 56 v. Chr. die Seeschlacht gegen die Veneter beobachtet haben, die er in De Bello Gallico beschrieb.

Die Halbinsel war aber bereits zuvor ein geschichtsträchtiger Ort, an dem sich einige der bedeutende Vorzeitdenkmale befinden. Darunter ragt der Menhir von Kermaillard heraus, der lange umgestürzt da lag und erst nach Aufrichtung seine Ritzungen einer Mondsichel und einer stilisierten Muttergottheit offenbarte.

Das Schloss Kerlévenan, die Burg Suscinio aus dem 13. Jahrhundert und die romanische Kirche von St. Gildas-de-Rhuys sind wichtige geschichtliche Anziehungspunkte. Bei Kerners (etwas östlich von Arzon) gibt es eine alte Gezeitenmühle.

Vorzeitdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der restaurierte Petit Mont

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Carine Cartier: Structure de l’unité de Saint-Georges-sur-Loire et du domaine ligérien (Massif Ar-moricain). Implications géodynamiques pour la chaîne hercynienne. Thèse présentée à l’Université d’Orléans pour obtenir le grade de Docteur, Géologie appliquée, Université d’Orléans, 2002, S. 27. (französisch).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jürgen E. Walkowitz: Das Megalithsyndrom. Europäische Kultplätze der Steinzeit (= Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas. Bd. 36). Beier & Beran, Langenweißbach 2003, ISBN 3-930036-70-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]