Ribbentrop

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zur deutschen Bauhaus-Künstlerin siehe Lore Ribbentrop-Leudesdorff.
Stammwappen derer von Ribbentrop

Ribbentrop ist der Name eines alten Geschlechts, das vom Gut Ribbentrup am Vierenberg in Bad Salzuflen stammt.

Als Inhaber (Meier) des ursprünglichen Meierhofs der Fürstabtei Herford trägt das Geschlecht den Namen dieses Hofguts, später sind Angehörige des Geschlechts Beamte, Gutspächter, Gelehrte und Offiziere, erst in gräflich-lippischen und herzoglich-braunschweigischen, dann in königlich-preußischen Diensten. Drei Linien wurden im 19. Jahrhundert geadelt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ersterwähnung des Stammhofes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hof Ricbrachtincthorpe (Ribbentrup) gehört 1333 bei seiner urkundlichen Erwähnung, als er aus der Zuständigkeit des Amts Breda nun zum Amt Seligenwörden bei Salzuflen kommt, der Fürstabtei Herford.[1]

Ersterwähnung des Geschlechts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familie Ribbentrop wird mit Heinrich Meyer zu Ribbentrup (um 1485–1547) und dessen Sohn Jürgen Meyer zu Ribbentrup (1510–1593), mit denen auch die ununterbrochene Stammreihe beginnt, erstmals urkundlich erwähnt.

Der Namensbestandteil Meyer verweist hierbei auf die an den Meierhof Ribbentrup gebundene Amtsbezeichnung des Meiers, also des vom Lehnsherrn eingesetzten Verwalters oder auch Pächters eines herrschaftlichen Gutshofes bzw. Fronhofes.

Familienverband[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Familienverband wurde 1912 gegründet und gab die Ribbentropschen Familiennachrichten heraus.

Nobilitierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drei Linien des Geschlechts Ribbentrop werden im 19. Jahrhundert geadelt, wobei folgende Stammväter dieser drei Linien den erblichen preußischen Adel erhielten:

  • am 6. Februar 1823 Friedrich Ribbentrop, Königlich preußischer Generalintendant der Armee
  • am 1. Juni 1826 dessen Bruder Erich Ribbentrop, Königlich preußischer Geheimer Kriegsrat zu Luxemburg
  • am 8. Juni 1884 Karl Ribbentrop, Königlich preußischer Generalleutnant z. D.

Adoption des von[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 15. Mai 1925 ließ sich der Sohn eines Oberstleutnants aus einer nie geadelten Linie, Joachim Ribbentrop (1893–1946) – ab 1920 mit einer Tochter des Sektfabrikanten Otto Henkell – verheiratet und späterer deutscher Außenminister, von seiner entfernten Verwandten Gertrud von Ribbentrop (1863–1943), Tochter des 1884 geadelten Karl Ribbentrop, adoptieren. Konform zum Namensrecht von 1919 (Art. 109, Abs. 3 der Weimarer Verfassung) trug er von diesem Zeitpunkt an vor seinem Familiennamen das von; allerdings galt es nicht als Adelsprädikat (jedenfalls in einem solchen Fall nicht zur Zeit der Monarchie), sondern als Namensbestandteil. Die von Joachim von Ribbentrop abstammenden Familienmitglieder (Nach 1945 wurde auch die Namensform Henkell-von Ribbentrop angenommen.) werden vom Deutschen Adelsrechtsausschuß zumindest nicht als historischer Adel anerkannt, sondern als sogenannter Scheinadel eingestuft.[2]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1823: Geviert mit Herzschild; in Blau auf abgeledigtem grünem Boden ein silbernes Lamm. 1 und 4 in Blau auf grünem Boden ein rechts gekehrter geharnischter Bogenschütze, 2 und 3 sechs rechts gekehrte goldene Pfeile übereinander, überdeckt durch einen schräglinks gestellten goldenen Köcher. Auf dem gekrönten Helm mit rechts blau-silbernen, links rot-goldenen Decken ein natürlicher Kranich mit einem goldenen Stein in der erhobenen Rechten.[3]

1826: In Gold auf abgeledigtem grünem Boden ein silbernes Lamm. Auf dem gekrönten Helm mit grün-goldenen Decken der Kranich (wie oben).[3]

1884: Geteilt: Oben in Rot ein auf der Teilungslinie schreitendes silbernes Lamm, unten in Silber zwei aufwärtsgerichtete schwarze Kanonenrohre. Auf dem Helm mit rechts rot-silbernen, links schwarz-silbernen Decken der Kranich (wie oben).

Bekannte Namensträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nebenlinie Meyer/Meijer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Franz Meyer zu Ribbentrup, geboren um 1645, gestorben auf dem Meierhof zu Bakum, ist seit 1675 der zweite Ehemann der Anna Marie, der Tochter des Johann Meyer zu Bakum und Erbin des Meierhofes zu Bakum bei Melle.

Deren gemeinsamer Sohn Franz Henrich Meyer (1687–1758) ist der Stifter einer Nebenlinie, die sich auch in den nachfolgenden Generationen nur noch Meyer bzw. Meijer nennt. Denn da sein Vater den Meierhof Ribbentrup nicht geerbt hatte und seine Mutter bereits zwei erbvorberechtigte Söhne aus erster Ehe hat, übernimmt Franz Henrich keinen der beiden Hofnamen als Namensbestandteil und macht so Meyer zum neuen Familiennamen für seine Nachkommen. Er studiert Theologie und wird lutherischer Prediger in Buer bei Melle. Vor 1716 heiratet er Maria Hedwig Steinmeyer (1695–1751), eine Tochter des Johannes Steinmeyer aus Verden, lutherischen Predigers zu Herford-Radewig, und der Anna Katharina van Laer.

Die Nachkommen eines der gemeinsamen Söhne, Henrich Ludwig Meyer (1723–1793), der sich als Kaufmann in Amsterdam niederlässt, führen die niederländische Form des Familiennamens Meyer, nämlich Meijer.[12]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Ribbentrop: Der Meierhof Ribbentrup bei Schötmar in: Mitteilungen aus der lippischen Geschichts und Landeskunde 4 (Detmold 1906)
  • Hans Adolf Blau: Die Ribbentrop, in: Rasse 7 (1940).
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch B 1907 (Stammreihe und ältere Genealogie) bis 1936
  • Deutsches Geschlechterbuch 1931 (Stammreihe und ältere Genealogie)
  • Bernhard Thümmel: Die Meyer zu Schwabedissen. Eine ravensberger Hofes- und Familiengeschichte, Detmold 1930 (der Meierhof Ribbentrup wird darin erwähnt, da er wie der Meierhof Schwabedissen ursprünglich der Fürstabtei Herford gehörte)
  • Philipp Christian (sic!) Ribbentrop: Beschreibung der Stadt Braunschweig, Bd. 1 Braunschweig 1789, Bd. 2 Braunschweig 1791
  • Carl Philipp (sic!) Ribbentrop: Vollständige Geschichte und Beschreibung der Stadt Braunschweig, Braunschweig 1796
  • Johann Georg Meusel: Lexikon der vom Jahr 1750 bis 1800 verstorbenen teutschen Schriftsteller, Bd. 11, Leipzig 1811 (darin Bibliographie Philipp Christian Ribbentrops)
  • Georg Julius Ribbentrop: Zur Lehre von den Correal-Obligationen, Göttingen 1831
  • Friedrich August Schmidt: Neuer Nekrolog der Deutschen, Bd. 13, Teil 1, Verlag Bernhard Friedrich Voigt, Weimar 1836 (darin Biographie Heinrich Gottlieb Ribbentrob nebst biogr. Angaben zu Vater Philipp Christian Ribbentrop und Bruder Friedrich von Ribbentrop)
  • Gothaisches genealogisches Taschenbuch der briefadeligen Häuser, 1909, S.629f

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1]Ersterwähnung des Meierhofs Ribbentrup. Website der Familie Schwabedissen (Meyer zu Schwabedissen). Abgerufen am 21. März 2010.
  2. Artikel über Scheinadel mit Erwähnung des Falls Ribbentrop
  3. a b J. A. / Konrad Tyroff (Hg.), Wappenbuch der preussischen Monarchie, Band IV, Nürnberg 1846, Tafel 33
  4. Bernhard von PotenRibbentrop, Friedrich von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 28, Duncker & Humblot, Leipzig 1889, S. 398–402.
  5. [2] Bibliographie Philipp Christian Ribbentrop. Website Johann Georg Meusel: Lexikon der vom Jahr 1750 bis 1800 verstorbenen teutschen Schriftsteller, Bd. 11, Leipzig 1811. Abgerufen 23. März 2010
  6. [3] Todesanzeige für Philipp Christian Ribbentrop (1737–1797) im Intelligenzblatt der Allg. Literaturzeitung/No. 47/1797/Literar. Nachrichten. II. Todesfälle/Sp.394 (rechts unten). Website Intelligenzblatt der Allgemeinen Literaturzeitung Numero 47. Sonnabends den 15ten April 1797. Abgerufen 23. März 2010
  7. Wilhelm von GümbelRibbentrop, Heinrich Gottlieb. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 28, Duncker & Humblot, Leipzig 1889, S. 406.
  8. [4]. Biographie Heinrich Gottlieb Ribbentrop. Website Friedrich August Schmidt: Neuer Nekrolog der Deutschen, Bd. 13, Teil 1, Verlag Bernhard Friedrich Voigt, Weimar 1836. Zugleich Einzelnachweis für den Vater Philipp Christian Ribbentrop (1737–1797) und den Bruder Friedrich von Ribbentrop (1768–1841). Abgerufen am 23. März 2010.
  9. Ernst LandsbergRibbentrop, Georg Julius. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 28, Duncker & Humblot, Leipzig 1889, S. 405 f.
  10. Heinrich PröhleRibbentrop, Friedrich Christian Heinrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 28, Duncker & Humblot, Leipzig 1889, S. 402–405.
  11. Michael Bloch: Ribbentrop. Bantam, London 1992, ISBN 0-593-03635-2, S. 18.
  12. Ahnentafel Meurer und van Woerkens

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Koordinaten: 52° 4′ 52″ N, 8° 47′ 2″ O