Riberalta

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Riberalta
Straße in Riberalta
Straße in Riberalta
Basisdaten
Einwohner (Stand) 78.754 Einw. (Volkszählung 2012)
Rang Rang 13
Höhe 144 m
Postleitzahl 08-0201-0100-1001
Telefonvorwahl (+591)
Koordinaten 11° 0′ S, 66° 4′ WKoordinaten: 11° 0′ S, 66° 4′ W
Riberalta (Bolivien)
Riberalta
Riberalta
Politik
Departamento Beni
Provinz Provinz Vaca Díez
Klima
Klimadiagramm Riberalta
Klimadiagramm Riberalta

Riberalta (Spanisch: ribera alta = hohes Ufer) ist eine Mittelstadt im Departamento Beni im Tiefland des südamerikanischen Anden-Staates Bolivien.

Lage im Nahraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Riberalta ist Verwaltungshauptstadt der Provinz Vaca Díez und zentraler Ort des Landkreises (bolivianisch: Municipio) Riberalta. Die Stadt liegt auf einer Höhe von 144 m am rechten Ufer des Río Beni, der 156 Kilometer flussabwärts in den Río Mamoré mündet, einem Nebenfluss des Amazonas. Die Stadt Riberalta ist direkt gegenüber der Mündung des Río Madre de Dios in den Río Beni angelegt. Wegen der dicht oberhalb der Mündung des Río Beni gelegenen Stromschnellen von Cachuela Esperanza ist die Nutzung des Río Beni als Wasserweg trotz seiner Breite von 500 bis 1000 Meter nur begrenzt möglich.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Riberalta liegt im bolivianischen Teil des Amazonasbeckens in der nordöstlichen Ecke des Landes an der Grenze zu Brasilien.

Die mittlere Durchschnittstemperatur der Region liegt bei 26 °C und schwankt nur unwesentlich zwischen 25 °C im Mai und 27–28 °C von Dezember bis Februar (siehe Klimadiagramm Riberalta). Der Jahresniederschlag beträgt etwa 1.300 mm, bei einer ausgeprägten Trockenzeit von Juni bis August mit Monatsniederschlägen unter 20 mm, und einer Feuchtezeit von Dezember bis Januar mit Monatsniederschlägen von mehr als 200 mm.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Riberalta wurde vom Schweizer Federico Bodo Clausen und vom Hamburger Máximo Henicke am 3. Mai 1884 gegründet, amtlich wurde dies am 3. Februar 1897 anerkannt. Riberalta wurde zu einem Handelszentrum für Kautschuk und erlebte eine kurze Blütezeit. Mit der Erfindung des synthetischen Kautschuks um 1900 ging die Produktion jedoch rapide zurück.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1902 hatte Riberalta 400 Einwohner, 1908 waren es bereits 2096 Einwohner und im Jahr 1911 dann 4020 Einwohner, davon 1670 Frauen, 36 Deutsche, 17 Schweizer und vier Österreicher.

Die Einwohnerzahl der Ortschaft ist in den vergangenen dreieinhalb Jahrzehnten weiter auf ein Mehrfaches angestiegen:

Jahr Einwohner Quelle
1976 18 032 Volkszählung[1]
1992 43 454 Volkszählung[2]
2001 64 511 Volkszählung[3]
2012 78 754 Volkszählung[4]

Verkehrsnetz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Riberalta ist von den meisten bolivianischen Städten wie Santa Cruz de la Sierra oder La Paz aus am einfachsten per Flugzeug zu erreichen. Verkehrsflüge werden von verschiedenen bolivianischen Städten aus angeboten, und Anfang 2006 wurde die Landepiste des Flugplatzes Riberalta asphaltiert.

Auf dem Fernstraßennetz Boliviens erreicht man Riberalta über die knapp 700 Kilometer lange Ruta 8, die von Yucumo und Rurrenabaque aus das Departamento Beni in nordöstlicher Richtung durchquert, jedoch unbefestigt und schlechtgewartet ist.

Eine bessere Straßenverbindung existiert vom brasilianischen Porto Velho nach Riberalta, die bei Guajará-Mirim den Río Mamoré überquert. Von Guayaramerin auf bolivianischer Seite aus verläuft hier das letzte Teilstück der Ruta 8 als mautpflichtige, asphaltierte Straße nach Riberalta mit regelmäßigen Busverbindungen.

Wichtigere innerstädtische Straßen sowie Verbindungsachsen sind gepflastert oder betoniert. Das am meisten genutzte Verkehrsmittel ist das Motorrad. Autos befinden sich in der Minderheit, Fahrräder werden sporadisch genutzt. Rund 25 Prozent der Bevölkerung besitzt ein Kleinmotorrad. Als öffentliches Verkehrsmittel werden rund 600 Moto-Taxis angeboten, der Pauschalpreis für eine Fahrt sind rund vier Bolivianos.

Versorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Riberalta wird durch ein Erdöl-Kraftwerk mit Elektrizität versorgt. Vor allem im Übergang zwischen Tag und Nacht ist dieses bisweilen überlastet, so dass teilweise mit Stromausfällen gerechnet werden muss. Das Leitungswasser kommt von einem Wasserturm. Alternativ kann durch Ziehbrunnen Grundwasser entnommen werden. Riberalta besitzt ein Abwassersystem, welches das Abwasser in eine Natur-Kläranlage liefert.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigsten Einnahmequelle sind der Anbau und die Ernte von Paranüssen sowie Tropenholz. In und um Riberalta werden Backsteine (Adobes) aus Lehm produziert. Mit der Zunahme der Bevölkerungszahl nimmt der Dienstleistungssektor zu. So existieren Läden für Konsumgüter oder Banken.

Blick über die Dächer von Riberalta

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Riberalta ist eine klassische Reißbrettstadt. Die Gebäude bestehen außerhalb des Zentrums teilweise noch aus Holz und Lehm, die Dächer aus Stroh.

Rund 11 Kilometer vom Zentrum entfernt, in Richtung Guajará-Mirim, befindet sich im Urwald der "Esmeralda Parque Ecologico". Es ist ein großzügig ausgebauter Park, errichtet von einem ausgewanderten Schweizer. In diesem Park bestehen Bademöglichkeiten und man kann sich mit Sport und Spiel erholen. Aufgrund der abgelegenen Lage und weil es in der Stadt keine echten Sehenswürdigkeiten gibt, kommen sehr wenige Touristen nach Riberalta.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Riberalta – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Brinkhoff: City Population
  2. INE – Instituto Nacional de Estadística Bolivia 1992
  3. INE – Instituto Nacional de Estadística Bolivia 2001
  4. INE – Instituto Nacional de Estadística Bolivia 2012