Rich Communication Services

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Rich Communication Services
Basisdaten

Entwickler GSM Association
Erscheinungsjahr 2012
Betriebssystem Apple iOS, Android, Windows Phone 8
Kategorie Instant Messaging
Lizenz proprietäre Software
deutschsprachig ja
www.gsma.com/futurenetworks/rcs/
Mobile Videotelefonie

Rich Communication Services (RCS) ist ein Standard für Mobile Messaging Service der Mobilfunkindustrie, entwickelt unter Schirmherrschaft des Programms Network 2020 der GSMA, des Industrieverbandes der internationalen Mobilfunkanbieter.[1]

Obwohl die Standardisierung lange Jahre nur Nischenlösungen einzelner Netzanbieter neben den proprietären Messaging-Diensten von Facebook und Apple hervorbrachte, erfuhr RCS in 2018 einen neuen Schub. Google beendete seine Entwicklung von Messaging-Diensten (Allo, Hangouts, Google Talk) auf Basis von XMPP und proprietärer Technologie zu Gunsten von RCS und bietet mit Android Messages eine Implementierung des RCS Universal Profile unter dem Label Chat. Dies wurde von Google und Samsung, die ihre eigene Implementierung als Samsung Messages beisteuern, im September 2018 bekannt gegeben. Auch wenn RCS (und Googles Chat-Initiative) ein Dienst der Netzwerkanbieter bleibt, und besonders wegen fehlender Ende-zu-Ende-Verschlüsselung in der Kritik steht, bietet es mit der gewachsenen Unterstützung großer Plattformanbieter inzwischen eine ernstzunehmende Alternative zu proprietären Messaging-Diensten wie WhatsApp und iMessage mit ähnlichen Möglichkeiten.[2][3][4][5][6]

Die Technik ermöglicht unter anderem Kurznachrichten, Chat, Gruppen-Chat, Videotelefonie und die Übertragung von Ortsangaben, Sprache und Dateien.[7] Die Kosten für RCS sind wie bei SMS, MMS und Telefonie anbieterabhängig.[8] RCS soll insbesondere mit mobilen Instant-Messenger-Diensten wie WhatsApp, Google Hangouts, Line, Signal (Messenger), Apple iMessage und Facebook Messenger konkurrieren, die für die Mobilfunkanbieter nicht monetarisierbar sind.[9] Der Standard RCS wurde neben dem Label „Chat“ unter verschiedenen Produktnamen vermarktet (u. a. „message+“, „message+call“ oder „call+ & message+“, „joyn“).

Verfügbarkeit und Unterstützung in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vodafone bietet mittlerweile eine App unter dem Namen "call+ & message+"[10] an. Bei der Deutschen Telekom läuft der Service unter "message+"[11]. Bei Telefónica (o2, E-Plus) läuft der Service unter "message+call"[12], hier jedoch mit einem Fokus auf WiFi Calling.

Insgesamt zehn Endgerätehersteller[13] unterstützen RCS oder haben begonnen, Geräte auszuliefern, auf denen RCS bereits vorinstalliert beziehungsweise nativ implementiert ist:[14] Sony, Samsung, LG, Blackberry, Nokia, Motorola, HTC, Alcatel OneTouch, ZTE, Huawei. Apps für Android und iOS werden bereits von mehreren Software-Entwicklungsfirmen angeboten, u. a. WIT[15] und Summit-Tech[16]. Für den Endkunden bieten die Mobilfunkunternehmen in Deutschland je eine App für iOS und Android an.

Applikationen in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Telekom unterstützt den RCS-Standard mit der App „Telekom Message+ (RCS)“ auf Android[17] und iOS[18].

Vodafone bietet für iOS die App „Vodafone Message+“[19] und für Android die App „Vodafone Call+ & Message+“[20] an.

O2 bot seine App „o2 Message+Call“ für iOS[21] sowie in einer Beta-Version für Android[22] an. Für O2-Kunden verschiedener Drillisch-Marken wurde dieser Dienst zum 1. Juli 2017 gekündigt; mittlerweile ist O2 ganz aus dem RCS-Dienst ausgestiegen.[23]

Sowohl Deutsche Telekom als auch Vodafone verkaufen Android-Smartphones mit nativer RCS-Unterstützung.

Entwicklung & Historie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Die Entwicklung der ursprünglichen Rich Communication Suite begann 2008 auf Initiative Nokias und wird seither vom internationalen Branchenverband der GSM-Provider (GSMA) vorangetrieben. Nach 2011 wurde das Produkt in „Rich Communications Suite enhanced“, abgekürzt RCS-e umbenannt und der Markenname "joyn" eingeführt. Die gestiegene Bereitschaft der GSM-Mobilfunkunternehmen, in diese neue Technologie zu investieren, war nicht zuletzt darin begründet, wegbrechende Einnahmen aus dem Rückgang des SMS-Dienstes mit einem neuen, multimediafähigen Dienst auszugleichen.

In Deutschland war die Einführung von der Deutschen Telekom, Vodafone und O2 ursprünglich für Ende 2011 geplant, verschob sich jedoch mehrmals.[24] Die offizielle Premiere fand auf dem GSMA Mobile World Congress 2012 statt.[25] Nachdem Vodafone den Dienst im April 2012 gelauncht hatte, folgte die Telekom Deutschland und bot den Dienst seit dem 5. März 2013 im Beta-Stadium an. Anfang April 2014 veröffentlichte die Telekom neue Apps für die Nutzung von Joyn, später folgte eine Umbenennung in "Nachrichten+". Bei O2 sollte Joyn ursprünglich bereits 2013 gestartet werden, eine App mit entsprechenden Funktionen erschien jedoch erst im August 2015 (im Beta-Stadium).[26][27] E-Plus wollte anfänglich (noch vor der Übernahme durch O2) die Entwicklung abwarten,[28] künftig soll die Nutzung der O2-App auch für E-Plus-Kunden möglich sein.[26]

Technische Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einbindung in Android-Smartphones erfolgte schon ab Version 2.3 und in iOS ab Version 4.3, derzeit über eine App. Ab 2012 fingen erste Smartphone Hersteller (Samsung, HTC, etc.) an, Android-Smartphones mit integrierter RCS-Funktionalität auszuliefern. Mittlerweile, nicht zuletzt durch die Akquisition der RCS SAAS Plattform Jibe Mobile[29] durch Google und der parallelen Ankündigung seitens der GSMA, ein "Universal Profile"[30] für RCS zu schaffen, soll die Technik fest in die mobilen Betriebssysteme integriert werden.[31]

RCS greift auf bestehende Standards der 3GPP und Open Mobile Alliance (OMA) zurück. Er soll die Stärke des GSM-Standards, die einfache und intuitive Handhabung, nutzen und um die geplanten Zusatzfunktionen (siehe unten) erweitern.[32] Zentrale Neuerung ist ein verbessertes Telefonbuch, in dem die Funktionen zusammenlaufen. Dieses soll zukünftig anzeigen, welche Art der Kontaktaufnahme möglich ist. Hat der zu Kontaktierende eine schlechte Internetverbindung, soll ein Videotelefonat gar nicht erst angeboten werden.[31]

Geplante Merkmale und Funktionen von RCS-e:[33]

  • Möglichkeiten der Erreichbarkeit
  • erweiterte Telefonie (klassische mobile Sprachtelefonie mit gleichzeitiger IP-basierter Videoübertragung, Instant Messaging oder Übertragung von Dateien)
  • Textnachrichten mit einem oder mehreren Teilnehmern
  • Austausch von Bild- und Videodateien (auch während eines Telefonats oder mit verzögerter Auslieferung, wenn der Empfänger nicht erreichbar ist) und Kontaktinformationen (VCARDs)
  • Ortung des Kontakts (nach Erlaubnis des zu Ortenden)
  • SMS
  • MMS
  • einfache Anpassung der Benutzeroberfläche, beispielsweise durch Hersteller oder Anbieter
  • unterstützte Audio-Codecs: AMR-NB, AMR-WB, G.711 a-law, G.711 u-law, Speex, iLBC
  • unterstützte Video-Codecs: H.263, H.264, WebM

Zur Markteinführung sollen nach Herstellerangaben folgende Funktionen verfügbar sein: [34]

Auf Netzwerkebene setzt RCS-e auf folgenden Protokollen auf:

Kontaktsuche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Bei RCS-e sendet das Endgerät SIP-Nachrichten zu den Kontakten im Telefonbuch und wartet auf eine Antwort von dem angefragten Endgerät. Telefonbucheinträge müssen nicht zwingend auf einem zentralen Server gespeichert werden.

Um Netzwerklast zu verringern und auch die Akkuleistung der angefragten Kontakte zu schonen, setzen einige Netzbetreiber einen Capability Server ein. Registriert sich ein Nutzer für RCS-e, werden die unterstützen Optionen einer Rufnummer am Server gespeichert (z. B. 1-1-Chat, Filetransfer, Videocall etc.). Beim Abgleich der Kontakte wird dann nur noch der zentrale Server im jeweiligen Netz angefragt. Hinsichtlich Datenschutz kann dies nachteilig sein, je nach Speicherdauer.

Instant Messenger wie WhatsApp arbeiten hierbei meist ähnlich.

Vergleich mit anderen Anbietern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegensatz zu zentralisierten Diensten wie WhatsApp muss jeder Mobilfunkanbieter seine eigene Infrastruktur aufbauen. Über sogenannte „Interconnects“ wird sichergestellt, dass auch anbieterübergreifend eine Kommunikation möglich ist.[35]

RCS setzt im Gegensatz zu WhatsApp, iMessage, Signal (Messenger) und vielen anderen vergleichbaren Diensten keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ein.[36]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. GSMA: Rich Communications, abgerufen am 17. September 2012
  2. Googles Android Messages: Angriff gegen WhatsApp und Co. durch die Hintertür RCS. In: heise.de. Abgerufen am 15. März 2019.
  3. Samsung Messages vs Android Messages: Comparison of Features. In: guidingtech.com. Abgerufen am 15. März 2019 (englisch).
  4. Samsung and Google Collaborate on RCS Messaging for Android – Samsung Global Newsroom. In: news.samsung.com. Abgerufen am 15. März 2019 (englisch).
  5. Exclusive: Chat is Google’s next big fix for Android’s messaging mess - The Verge. In: theverge.com. Abgerufen am 15. März 2019 (englisch).
  6. Google will mit "Chat" die SMS ersetzen und pausiert die Entwicklung von "Allo". In: heise.de. Abgerufen am 15. März 2019.
  7. GSMA: Rich Communications Specifications (Memento des Originals vom 23. September 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gsma.com, abgerufen am 17. September 2012
  8. GSMA: Rich Communications Commercialisation (Memento des Originals vom 23. September 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gsma.com, abgerufen am 17. September 2012
  9. GSMA: Rich Communications Thinking of evaluating RCS?@1@2Vorlage:Toter Link/www.gsma.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., abgerufen am 17. September 2012
  10. Vodafone: Call+ und Message+ kommen im September. In: iPhone-Ticker.de. Abgerufen am 14. Juni 2016.
  11. Deutsche Telekom: Mit Message+ mehr als nur Telefonieren und SMSen. In: www.telekom.com. Abgerufen am 14. Juni 2016.
  12. Die neue o2 Message+Call App: Jetzt mit dem Smartphone im WLAN telefonieren. In: Telefónica Deutschland Blog. Abgerufen am 14. Juni 2016.
  13. Offizielle Joyn-Website: Smartphone Hersteller (Memento des Originals vom 3. Juli 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.joynus.com
  14. Vodafone launching low-budget brand ‘Yu’, plugging Joyn. 25. Oktober 2012, abgerufen am 21. Dezember 2013.
  15. wit Software@1@2Vorlage:Toter Link/www.wit-software.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  16. SUMMIT TECH
  17. Google Play
  18. iTunes App Store
  19. iTunes App Store
  20. Google Play
  21. iTunes App Store
  22. Google Play
  23. Markus Weidner: o2 stellt Message+Call ein. 21. Mai 2017, abgerufen am 25. März 2018.
  24. Ingo Pakalski: Netzbetreiber starten neuen Handydienst. In: golem.de. 22. Januar 2012, abgerufen am 21. Dezember 2013.
  25. Angela Göpfert: Die SMS ist tot, es lebe die App! tagesschau.de, 27. Februar 2012, archiviert vom Original am 4. Juli 2012; abgerufen am 27. Februar 2012.
  26. a b Albert Fetsch: Die neue O2 Message+Call App: Jetzt mit dem Smartphone im WLAN telefonieren. In: Telefonica-Blog. 11. August 2015, abgerufen am 11. August 2015.
  27. Markus Weidner: o2 startet mit WLAN-Calling per Smartphone-App. In: Teltarif.de. 11. August 2015, abgerufen am 11. August 2015.
  28. Meike Lorenzen: Telekom verschiebt offiziellen Joyn-Start. In: Wirtschaftswoche. 28. Januar 2013, abgerufen am 5. Januar 2014.
  29. Übernahme von Jibe: Google will SMS-Nachfolger in Android integrieren | ZDNet.de. In: ZDNet.de. 1. Oktober 2015, abgerufen am 14. Juni 2016.
  30. Universal profile - Network 2020. In: Network 2020. Abgerufen am 14. Juni 2016 (amerikanisches Englisch).
  31. a b In den Startlöchern: SMS-Nachfolgetechnik – der neue Goldesel. In: Computer Bild. Nr. 5, 2012, S. 12.
  32. http://www.gsma.com/rcs/
  33. Communication Suite Initiative. Ericsson, abgerufen am 21. Dezember 2013.
  34. Offizielle joyn Website: Produktdetails (Memento des Originals vom 3. Juli 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.joynus.com
  35. Doug Mohney: IPX Interconnection Becoming Urgent for HD Voice, RCS and LTE. In: SIP Trunking Report. 28. November 2012, abgerufen am 21. Dezember 2013.
  36. Chat: Google plant universelle Messaging-Lösung - mit SMS als Fallback. (winfuture.de [abgerufen am 20. April 2018]).