Richard Dawkins

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Richard Dawkins (September 2010)

Clinton Richard Dawkins, FRS, FRSL[1] (* 26. März 1941 in Nairobi, Kenia) ist ein britischer Zoologe, theoretischer Biologe, Evolutionsbiologe und Autor populärwissenschaftlicher Literatur. Von 1995 bis 2008 war er Professor an der University of Oxford.[2]

Er wurde 1976 mit seinem Buch The Selfish Gene (Das egoistische Gen) bekannt, in dem er die Evolution auf der Ebene der Gene analysiert. Er führte den Begriff Mem als hypothetisches kulturelles Analogon zum Gen in der biologischen Evolution ein. In den folgenden Jahren schrieb er mehrere Bestseller, unter anderem The Extended Phenotype (1982), Der blinde Uhrmacher (1986), Und es entsprang ein Fluß in Eden (1995), Gipfel des Unwahrscheinlichen (1996), Der Gotteswahn (2006) und Die Schöpfungslüge (2009) sowie weitere kritische Beiträge zu Religion und Kreationismus.

Dawkins gilt als einer der bekanntesten Vertreter des „Neuen Atheismus“ und der sogenannten Brights-Bewegung, für die er in Artikeln in großen Zeitungen warb.[3]

Leben[Bearbeiten]

Richard Dawkins wurde in Nairobi geboren, wohin sein Vater Clinton John Dawkins als Angehöriger der Alliierten Streitkräfte versetzt worden war. Er kehrte mit seiner Familie 1949 nach England zurück. Er studierte bei dem niederländischen Ethologen Nikolaas Tinbergen an der Universität Oxford Biologie. Im Jahr 1966 erlangte er seinen Doktorgrad in Zoologie (D.Phil.). 1967 heiratete er die Autorin Marian Stamp, von der er sich 1984 trennte.

In den Jahren 1967 bis 1969 war Dawkins Assistenzprofessor der Zoologie an der University of California, Berkeley, von 1970 bis 1995 Dozent für Zoologie am New College der Universität von Oxford. 1984 heiratete er Eve Barham, mit der er im selben Jahr eine Tochter hatte; die Ehe wurde ebenfalls geschieden. Seit 1992 ist er mit der Schauspielerin Lalla Ward verheiratet. Seit 1997 ist er gewähltes Mitglied der Royal Society of Literature und seit 2001 auch gewähltes Mitglied der Royal Society.

Ab 1995 war er Charles Simonyi Professor of the Public Understanding of Science an der Oxford University. Charles Simonyi äußerte sich wiederholt als Anhänger des wissenschaftlichen Werks Dawkins. Für die Einrichtung spendete der Milliardär Simonyi 1,5 Mio. Pfund an die Oxford University. 2008 wurde bekannt, dass die Professur neu ausgeschrieben wird und Dawkins von dieser Position aus Altersgründen zurücktritt.[2]

Der Spiegel bezeichnet Dawkins als „einflussreichsten Biologen seiner Zeit“.[4]

Werk[Bearbeiten]

Biologie und biologische Evolution[Bearbeiten]

Richard Dawkins (März 2008)

Dawkins erlangte 1976 Bekanntheit mit seinem Schlagwort vom egoistischen Gen. In seinem diesbezüglichen Buch beschreibt er das Gen als fundamentale Einheit der natürlichen Selektion, die den Körper nur als „Überlebensmaschine“ benutzt.

Er tritt innerhalb der Evolutionsbiologie für die These ein, dass in evolutionären Prozessen Konkurrenzsituationen (Fitnessunterschiede) auf genetischer Ebene ausschlaggebend sind, wohingegen Gruppenselektion keine oder nur eine marginale Rolle spielt. In seinem ersten Buch Das egoistische Gen behandelt er diese Thematik und führt sie dann in The Extended Phenotype (1982) weiter aus, indem er die enge Definition des Phänotypen erweiterte und vermehrt das einzelne Gen ins Zentrum stellt. Diese Haltung war im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts weitestgehend akzeptiert. In jüngster Zeit jedoch wurde diese Aussage durch theoretische Modelle und konkrete Beispiele relativiert. Hier sind insbesondere die Arbeiten des Biologen David Sloan Wilson sowie des Wissenschaftsphilosophen Elliott Sober zu nennen.

Vermittelt über die Soziobiologie, als deren führender Vertreter Dawkins – neben Edward O. Wilson – gilt, wird die Vorstellung vom egoistischen Gen zum Teil auch in den Sozialwissenschaften rezipiert, ist dort aber sehr umstritten.[5]

Mem[Bearbeiten]

Hauptartikel: Mem

In seinem Buch Das egoistische Gen führte Dawkins 1976, als hypothetische Analogie zum Gen als Replikationseinheit der biologischen Evolution, den Begriff Mem als Replikationseinheit der kulturellen Evolution ein. Beispiele für Meme sind nach Dawkins: „Ideen, Melodien, Gedanken, Schlagworte, Kleidermoden, die Kunst, Töpfe zu machen oder Bögen zu bauen“. Meme vermehren sich demnach im Mempool, „indem sie von Gehirn zu Gehirn springen durch einen Prozeß, den man im weitesten Sinne als Imitation bezeichnen kann“, und unterliegen ebenso wie Gene Mutation und Selektion.

Dawkins wollte mit dem Mem-Konzept vor allem den universellen Charakter der Darwinschen Evolutionstheorie verdeutlichen und zeigen, dass Gene nicht die „einzigen Angehörigen jener wichtigen Klasse der Replikatoren sind“, betonte dabei aber den spekulativen Charakter der Idee. Mittlerweile gibt es einige Wissenschaftler, die sich in der neuen Forschungsrichtung der Memetik mit dieser Form von Replikatoren befassen und Meme als tatsächliche Replikationseinheiten der kulturellen Evolution akzeptieren. Ein bekannter Vertreter der Memtheorie ist zum Beispiel Daniel Dennett.

Weltanschauung[Bearbeiten]

In einem 1994 veröffentlichten Interview beschrieb sich Dawkins selbst als „ziemlich militanten Atheisten“.[6] 1996 antwortete er auf die Frage, ob er lieber als Wissenschaftler oder militanter Atheist bekannt sein möchte: „Bertrand Russell bezeichnete sich als leidenschaftlichen Skeptiker. Das ist ein großes Ziel, aber ich strebe es an.“[7] Da Dawkins die Existenz eines Gottes nicht zu 100 Prozent ausschließt, bezeichnet er sich auch als Agnostiker. Dabei schätzt er die Wahrscheinlichkeit, dass Gott existiert, als sehr gering ein.[8] Agnostizistische Formen, wonach die Existenz und Nicht-Existenz Gottes gleich wahrscheinlich sind, oder über diese Wahrscheinlichkeiten keine Aussage getroffen werden kann, lehnt er ab.[9]

Ariane Sherine und Richard Dawkins beim Start der Atheist Bus Campaign (Oktober 2008)

Dawkins ist Mitglied der britischen Skeptics Society, einer Organisation der Skeptikerbewegung, sowie weiterer britischer Organisationen zur Förderung humanistischer und atheistischer Weltanschauungen und einer stärkeren Säkularisierung des britischen Staates. Er gehört zu den Meinungsführern der Brights. Schon in früheren Werken verteidigte er die Evolutionstheorie vehement gegen teleologische Konzepte, die in der Entstehung der Arten eine Zielgerichtetheit erkennen wollten. Insbesondere bekämpft er jede Form von Kreationismus und „intelligent design“.

In seinen Büchern wie The Blind Watchmaker (dt.: Der blinde Uhrmacher) oder Climbing Mount Improbable (Gipfel des Unwahrscheinlichen. Wunder der Evolution.) erklärt er, wie die Vielfalt und Komplexität des Lebens gemäß der Evolutionstheorie durch Prozesse der natürlichen Selektion entstanden und lediglich eine Illusion von „Design“ vermitteln.

In den vergangenen Jahren hat er sein Streiten auf die Religion im Allgemeinen ausgeweitet. So stellt er in seinem Essay Viruses of the Mind Religion im Rückgriff auf seine Mem-Theorie als „gedankliches Virus“ dar. Damit meint er, dass Religionen ein kulturelles Konstrukt sind, das sich auf Grund gewisser Eigenschaften besonders schnell verbreitet und in den Köpfen der Menschen festsetzt.

Gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern und Autoren wie zum Beispiel Sam Harris oder Christopher Hitchens wendet er sich nicht nur gegen den Glauben an einen Gott, sondern auch gegen den „Glauben an den Glauben“. Damit meint er die Tendenz an sich nicht religiöser Menschen, der Religion eine positive Wirkung auf die Moral und die Ethik zuzuschreiben. 2006 erschien sein Buch The God Delusion (dt.: Der Gotteswahn), in dem Dawkins theistische Religionen und insbesondere die drei monotheistischen Weltreligionen als irrational und schädlich beschreibt.

Die Atheist Alliance International (Internationaler Atheisten-Verband) vergibt seit 2003 den Richard-Dawkins-Preis für einen herausragenden Atheisten, der die nicht-theistische Weltanschauung öffentlichkeitswirksam präsentiert hat, fachwissenschaftliche Kenntnisse vergrößert hat oder vorbildhaft nicht-theistische Philosophie lehrt und dessen öffentliches Auftreten die „kompromisslose“ nicht-theistische Weltanschauung von Dawkins spiegelt.[10] 2005 verlieh Dawkins den Preis persönlich an die Illusionskünstler Penn & Teller.[11]

2006 gründete er die Richard Dawkins Foundation for Reason and Science (RDFRS oder RDF),[12] eine gemeinnützige Stiftung, welche sich in den Bereichen der humanistischen Forschung und Bildung engagieren will.

Richard Dawkins unterstützte 2008/09 gemeinsam mit der British Humanist Association die Atheist Bus Campaign der Aktivistin Ariane Sherine, auf Londoner Bussen die Zeilen “There’s probably no god. Now stop worrying and enjoy your life.” (deutsch: „Es gibt wahrscheinlich keinen Gott. Jetzt höre auf, dir Sorgen zu machen, und genieße dein Leben!“) zu veröffentlichen. Seine Unterstützung begründete Dawkins mit: „Diese Kampagne wird Leute zum Denken bringen – und Denken ist Anathema für jede Religion.“[13].

Rezeption[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Dawkins und Karlheinz Deschner bei der Preisverleihung in Frankfurt

Dawkins erhielt Ehrendoktorwürden von der Universität Westminster, der University of Durham, der University of Kingston upon Hull, der Open University und der Vrije Universiteit Brussel.

Seine populärwissenschaftlichen Bücher wurden mit vielen Literaturpreisen ausgezeichnet. So erhielt er 1987 den Royal Society of Literature Award, im selben Jahr den Literaturpreis der Los Angeles Times. 1990 erhielt er den Michael Faraday Award der Royal Society und 1994 den Nakayama Preis sowie 1997 den International Cosmos Prize for Achievement in Human Science und 2001 den Kistler Prize.

Er ist Vizepräsident der British Humanist Association. Von der American Humanist Association wurde er 1996 zum Humanist des Jahres gekürt.[14] 2001 wurde er mit dem Emperor Has No Clothes Award der Freedom From Religion Foundation ausgezeichnet. Zu Ehren Dawkins’ wird der seit 2003 verliehene Preis der Atheist Alliance International Richard Dawkins Award genannt.

2005 wurde er im Magazin Prospect nach Noam Chomsky und Umberto Eco zum drittwichtigsten lebenden Intellektuellen weltweit gewählt,[15] 2007 vom Magazin Time zu einem der 100 einflussreichsten Menschen der Welt.[16]

Von der deutschen Alfred Toepfer Stiftung wurde er 2005 mit dem Shakespeare-Preis ausgezeichnet. Im Oktober 2007 erhielt Dawkins als erster Preisträger den mit 10.000 Euro dotierten und nach Karlheinz Deschner benannten Deschner-Preis der Giordano Bruno Stiftung.[17]

Im Juli 2012 benannten sri-lankische Wissenschaftler eine Gattung südasiatischer Karpfenfische (Dawkinsia) nach Dawkins um seine Leistungen zu würdigen, die Evolutionstheorie in der Öffentlichkeit zu verbreiten.[18]

Gegenpositionen[Bearbeiten]

Wissenschaftliche Kritik an seinen biologischen Thesen wurde u. a. von den, ebenfalls atheistischen, Wissenschaftlern David Sloan Wilson, Stephen Jay Gould und Scott Atran vorgebracht. Letzterer kritisiert vor allem den Begriff des Mems vor dem Hintergrund moderner Kognitionstheorien.[19] In empirischen kognitionspsychologischen Studien versucht Atran zu zeigen, dass in Kommunikationsprozessen eine Replikation von Ideen durch Imitation die Ausnahme und nicht die Regel ist; deshalb sei die Verbreitung und Entwicklung von Ideen mit der Verbreitung und Evolution von Genen nicht vergleichbar.[20]

Außerdem wird ihm von einigen Theologen und Philosophen (besonders von dem Oxforder Theologen Keith Ward, dem Londoner Theologen und Naturwissenschaftler Alister McGrath[21] sowie dem Philosophen John N. Gray) vorgeworfen, ernstzunehmende Theologie zu ignorieren und seine Autorität als renommierter Wissenschaftler für seine Religionskritik zu missbrauchen,[22] beziehungsweise dass er das Weltbild religiöser Fundamentalisten auf alle Gläubigen übertrage und damit die breite Palette von Weltbildern religiöser Menschen ignoriere.[23] Auch der Genetiker Francis Collins, Leiter des Humangenomprojekts und Vertreter einer theistischen Evolution, wirft Dawkins vor, nicht gegen Religion, sondern gegen eine Karikatur von Religion zu argumentieren.[24]

Neben dem Theologen Alister McGrath[25] wirft etwa auch der Philosoph Charles Taylor oder der Physiker Peter Higgs Dawkins ausdrücklich „Fundamentalismus“ vor. Seine Argumentation sei peinlich, Wissenschaft und Glaube selbstverständlich vereinbar.[26][27][28]

Der Philosoph und Theologe Richard Schröder bezichtigt Dawkins des Missbrauchs der Naturwissenschaft, da er mit seinen evolutionsbiologischen Thesen zur Religion mit der wissenschaftlichen Methodik breche, die empirische Belege für diese Thesen fordere. Diese empirischen Belege bliebe Dawkins aber schuldig. Ein weiterer Vorwurf lautet, Dawkins' Religionskritik fehle jede religionswissenschaftliche Kenntnis. Ferner zieht Schröder Parallelen zwischen aggressiver Sprache und Impetus der neuen Atheisten und des alten Atheismus der DDR, der Religion grundsätzlich als „überholt“ und „wissenschaftlich widerlegt“ bezeichnet habe.[29][30]

Kritik an Dawkins wird auch von einigen atheistischen oder agnostischen Philosophen geübt, indem auf die Wiederholung des Materialismusstreits hingewiesen wird, deren Argumente seit dem 19. Jahrhundert bekannt seien.[31][32]

Anfang Dezember 2007 wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft in Istanbul Ermittlungen gegen den türkischen Verleger von Dawkins wegen des Verdachts der „Beleidigung religiöser Werte“ in Der Gotteswahn aufgenommen hat.[33] Im September 2008 wurde der Zugriff auf die Webseite Dawkins durch einen Beschluss eines Istanbuler Gerichts für türkische Internetnutzer gesperrt. Der islamische Kreationist Adnan Oktar hatte Klage eingereicht, da er sich und sein Buch Atlas der Schöpfung durch eine Besprechung auf der Webseite diffamiert sah.[34]

Dawkins fordert eine internationale Organisation der Atheisten, um deren politischen Einfluss zu stärken. Er erwartet davon humanere Ergebnisse der Politik insgesamt. Er verwies in dem Zusammenhang auch auf eine angebliche „jüdische Lobby“, die die US-amerikanische Außenpolitik „monopolisiere“. Diese Bemerkung wurde von den Kommentatoren Shalom Lappin und Daniel Finkelstein kritisiert.[35][36] (siehe auch The Israel Lobby and U.S. Foreign Policy).

Trivia[Bearbeiten]

  • Richard Dawkins war für den Autor Douglas Adams ein besonderes Vorbild. Adams beschrieb sich mehrmals als „Dawkinsist“. Von Dawkins-Anhängern wird mitunter auch die Bezeichnung „Dawkinist“ verwendet. Beide spielen auf den Terminus „Darwinist“ an. Angelehnt an Thomas Huxleys Rolle als „Darwins Bulldogge“ wird Dawkins auch als „Darwins Rottweiler“ bezeichnet.[37]
  • Dawkins spielt sich im Finale der 4. Staffel der Science-Fiction-Serie Doctor Who selbst. Im Finale der 5. Staffel wird er in einer alternativen Zeitlinie erwähnt.
  • In der Zeichentrickserie South Park (Staffel 10 Go God Go und Go God Go XII) hatte Dawkins als Vertreter der Evolutionstheorie einen Auftritt.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Siehe auch Vollständige Liste aller Publikationen von Richard Dawkins (englisch)

Bücher[Bearbeiten]

Essays[Bearbeiten]

Wissenschaftliche Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • 1969: Bees Are Easily Distracted. Science 165 (3895): 751.
  • 1976: Growing points in ethology. in Bateson, P.P.G. and Hinde, R.A.. Hierarchical organization: A candidate principle for ethology. Cambridge: Cambridge University Press.
  • 1979: Evolutionarily stable nesting strategy in a digger wasp, Dawkins, R., Brockmann, H.J., Grafen, A. . Journal of Theoretical Biology 77 (4): 473–496.
  • 1980: Do digger wasps commit the concorde fallacy?, Dawkins, R., Brockmann, H.J. . Animal Behaviour 28 (3): 892–896.
  • 1981: In defence of selfish genes. Philosophy 56 (218): 556–573.
  • 1991: Evolution of the Mind. Nature 351 (6329): 686.
  • 1995: The Evolved Imagination. Natural History 104 (9): 8.
  • 1998: Arresting evidence. Sciences (New York) 38 (6): 20–25.
  • 2003: The evolution of evolvability. On Growth, Form and Computers. London: Academic Press.
  • 2004: Extended phenotype – But not too extended. A reply to Laland, Turner and Jablonka. Biology & Physiology 19 (3): 377–396.

Filme[Bearbeiten]

The Root of All Evil? ist eine Atheismus verfechtende Miniserie. In ihr wird Dawkins beim Besuch von religiösen Stätten und Veranstaltungen in verschiedenen Ländern gezeigt. Die gesamte Serie wird durch Dawkins' voice-over kommentiert. Es kommt dabei zu Treffen und Auseinandersetzungen mit Vertretern von Weltreligionen. Als Fortsetzung erschien 2007 die Serie The Enemies of Reason[40], in der Dawkins so genannte Esoterik, Alternativmedizin und „postmodernen Relativismus“ kritisiert.

In einer sehr bekannt gewordenen Debatte im Oktober 2007 an der christlichen Universität von Birmingham, Alabama trafen sich Richard Dawkins und John Lennox, ein Professor für Mathematik und Philosophie der University of Oxford, zur Frage der Existenz Gottes.[41]

Ebenfalls auf Channel 4 erschien 2008 der Dreiteiler The Genius of Charles Darwin.[42] Richard Dawkins taucht ebenfalls in den Dokumentarfilmen The Atheism Tapes (2004) von Jonathan Miller und Expelled: No Intelligence Allowed (2008) von Ben Stein auf. The Atheism Tapes beinhaltet Interviews mit sechs bedeutenden Persönlichkeiten aus dem Bereich Philosophie und Naturwissenschaften. Dawkins äußert sich in einem etwas halbstündigen Interview zum Thema Religion und Atheismus. Sein Interview in Expelled ist wesentlich kürzer. Dawkins wird in einem kurzen Interview zum Thema Religion befragt und später bezeichnet ihn ein anderer Gesprächspartner als „Reptil“. Der Film Expelled erhielt vernichtende Kritiken und wurde als Propaganda bezeichnet[43][44].

Literatur[Bearbeiten]

  • Alan Grafen, Mark Ridley (Hrsg.): Richard Dawkins: How a Scientist Changed the Way We Think. Oxford University Press, Oxford 2006, ISBN 0-19-929116-0.
  • Alister McGrath: Der Atheismus-Wahn: Eine Antwort auf Richard Dawkins und den atheistischen Fundamentalismus. Gerth-Medien, Asslar 2008, ISBN 978-3-86591-289-3.
  •  David Bentley Hart: Atheist Delusions. The Christian Revolution and Its Fashionable Enemies. Yale University Press, New Haven 2007, ISBN 0-30011-190-8.
  • Ed Sexton: Dawkins and the Selfish Gene. Icon Books, Duxford 2001, ISBN 1-84046-238-8.
  • Fritz Erik Hoevels: Richard Dawkins, der Haeckel unserer Zeit. Würdigung und Kritik. Freiburg/Br.: Ahriman 2008; ISBN 3-89484-817-0
  • John Lennox: God’s Undertaker. Has Science Buried God?
    • deutsche Ausgabe: Hat die Wissenschaft Gott begraben? Eine kritische Analyse moderner Denkvoraussetzungen 8., erw. und völlig neu überarb. Gesamtauflage, R. Brockhaus Verlag, Witten 2009, ISBN 978-3-417-26261-2
  • Kim Sterelny: Dawkins vs. Gould: Survival of the Fittest. Icon Books, 1. Auflage: Cambridge 2001, 2. Auflage Thriplow 2007, ISBN 1-84046-249-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Richard Dawkins – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Website der Royal Society of Literature
  2. a b Charles Simonyi Professorship in the Public Understanding of Science University of Oxford (en) vom April 2012
  3. z.B. The future looks bright, „Let there be brights“
  4. KULTURKAMPF: Glücklicher ohne Gott DER SPIEGEL (43/2006) vom 23. Oktober 2006
  5. Gebhard Kirchgässner: Homo oeconomicus, 2008, S. 293, 295 ff.
  6. Google Books
  7. Richard Dawkins: You Ask The Questions Special, The Independent, 4. Dezember 2006
  8. Besonders bei Katholiken bin ich skeptisch, Welt Online, 16. November 2007
  9. Richard Dawkins: Der Gotteswahn, Ullstein Verlag 2008, S. 67 ff.
  10. Die Originalformulierung: „The Richard Dawkins Award will be given every year to honor an outstanding atheist whose contributions raise public awareness of the nontheist life stance; who through writings, media, the arts, film, and/or the stage advocates increased scientific knowledge; who through work or by example teaches acceptance of the nontheist philosophy; and whose public posture mirrors the uncompromising nontheist life stance of Dr. Richard Dawkins.“ James Randi to be Honored with the Richard Dawkins Award (Version vom 15. Februar 2006 im Internet Archive) Website der Atheist Alliance Group
  11. Bericht und Interview mit Richard Dawkins von Gordy Slack (PDF; 176 kB)
  12. Richard Dawkins Foundation for Reason and Science
  13. Atheisten-Kampagne in London, sueddeutsche.de vom 24. Oktober 2008
  14. Humanists of the Year – Website der American Humanist Association
  15. Kreuzzug gegen Gott von Klaus Taschwer vom 19. Januar 2007
  16. Time Top 100, 2007
  17. Deschner-Preis an Richard Dawkins hpd, 28. Mai 2007
  18. Rohan Pethiyagoda, Madhava Meegaskumbura & Kalana Maduwage: A synopsis of the South Asian fishes referred to Puntius (Pisces: Cyprinidae). Ichthyol. Explor. Freshwaters, Vol. 23, Nr. 1, Seiten 69–95, 11 figs., 4 tabs., June 2012, © 2012 by Verlag Dr. Friedrich Pfeil, München, Germany – ISSN 0936-9902
  19. Scott Atran: The Trouble with Memes, Human Nature 12, 4 (2001), S. 351 ff.
  20. Stellungnahme zu Beyond Belief von Scott Atran vom 12. März 2006 (en)
  21. Kann die „wissenschaftliche Theologie“ als „intellektueller Nonsens“ bezeichnet werden? Dialog mit Richard Dawkins.
  22. K. Ward: God, Chance and Necessity. Oxford 1996, S. 11 f.
  23. Review von Fanatical Unbelief von November 2004 (en)
  24. Francis Collins: Gott und die Gene
  25. Der Atheismus-Wahn: Eine Antwort auf Richard Dawkins und den atheistischen Fundamentalismus. 3. Aufl. 2007, passim.
  26. Yoga ist eine ernste Sache. In: derstandard.at. 29. Mai 2009, abgerufen am 25. April 2011.
  27. Battle of professors
  28. http://www.elmundo.es/elmundo/2012/12/27/ciencia/1356611441.html
  29. Richard Schröder, Abschaffung der Religion? Wissenschaftlicher Fanatismus und die Folgen, Freiburg im Breisgau 2008.
  30. Präzises Denken gegen plumpen Atheismus, Deutschlandradio Kultur, 18. Februar 2009; http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/920639/
  31. Herbert Schnädelbach: Religion in der modernen Welt. Frankfurt/Main 2009, S. 53.
  32. Herbert Schnädelbach: Gespräch mit ideaSpektrum vom 25. März 2009.
  33. Buch von Richard Dawkins soll religiöse Werte verletzen, Spiegel Online, 1. Dezember 2007
  34. Dawkins website banned in Turkey, The Guardian, 19. September 2008
  35. Shalom Lappin: This Green and Pleasant Land: Britain and the Jews. In: The Yale Initiative for the Interdisciplinary Study of Antisemitism Working Paper Series. 2, 2008, S. 6f. Abgerufen am 15. Juli 2012.
  36. Daniel Finkelstein:Dawkins and the Jews: a reply, Times Online 15. August 2007 (Kopie)
  37. [1]. Interview im Spiegel
  38. Growing Up in the Universe (Youtube)
  39. Sex, Death and the Meaning of Life. Channel 4. Abgerufen am 16. Oktober 2012.
  40. The Enemies of Reason zugehörige Webseite von Channel 4
  41. Dawkins Lennox Debate The Dawkins – Lennox Debate
  42. The Genius of Charles Darwin (Channel 4)
  43. „This is propaganda, a political rant disguised as a serious commentary on stifled freedom of inquiry.“Claudia Puig: Also opening: 'Bin Laden,' 'Intelligence,' 'Forbidden Kingdom', USA Today. 18. April 2008. Abgerufen am 3. Mai 2008. 
  44. Michael Shermer: Expelled: No Intelligence Allowed--Ben Stein Launches a Science-free Attack on Darwin. Scientific American. 9. April 2008. Abgerufen am 19. April 2008.