Richard Landes

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Richard Allen Landes (* 24. Juni 1949) ist ein US-amerikanischer Historiker und Autor, sein Spezialgebiet ist der Millenarismus. Er ist derzeit Associate Professor am Department of History der Boston University. Landes war ebenso Direktor des inzwischen nicht mehr existierenden Center for Millennial Studies.

Studien[Bearbeiten]

Landes betrachtet Religion als eine gesellschaftlich wichtige Kraft, die die Beziehungen zwischen Eliten und in Normalbürgern in vielen Ländern und Zeitabschnitten prägt. Unter „demotic religiosity“ versteht er eine Haltung, die Gleichheit vor dem Gesetz für wichtig hält, körperlicher Arbeit einen hohen Rang einräumt, heilige Texte und Anteil am Gott allen Gläubigen zugesteht und moralische Integrität über Standesehre würdigt. Er hat ursprünglich Mittelalterstudien betrieben und konzentrierte sich anfangs auf die Periode 1.000 nach Christus.

Von 1995 bis 2004 stand er dem Zentrum für Millennial Studies der Boston University vor. Er organisierte jährliche Tagungen und gab eine Onlinezeitschrift heraus, das Journal of Millennial Studies. Zu den Ergebnissen gehören eine Enzyklopädie des Millennialismus und der zugehörigen Bewegungen[1][2] sowie eine Retrospektive zu den apokalyptischen Aspekten der Protokolle der Weisen von Zion.[3]

Landes sieht aufgrund der Jahreswende 2000 ähnliche apokalyptische Strömungen in der Gegenwart. Den globalen islamistischen Dschihad bezeichnet er als eine milleniaristische Bewegung. Dabei spiele für den Dschihad das Internet eine ähnliche Rolle wie die Druckerei für den Protestantismus.

2011 arbeitete er am International Consortium on Research in the Humanities der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Anschließend kehrte er zu seinen mittelalterlichen Studien zurück. Er beschäftigte sich mit dem Jahr 6.000 der jüdischen Zeitrechnung, welches im mittelalterlichen Europa für 500 und 801 n.Chr. als Ende der Zeiten angesehen wurde. In beiden Fällen nutzte dies Landes zufolge die klerikale Elite, zunächst um auf ein Ende der Zeiten warnend hinzuweisen, danach um die Chronologie entsprechend zu korrigieren. Im Jahr 500 wurde die biblische Zeitrechnung von 6.000 auf 5.700 korrigiert. 801 war das AD-Datum eingeführt worden, welche ein Datum der Apokalypse auf 1.000 oder 1.033 nach der Geburt oder der Kreuzigung Christi vorsah. 801 war sozusagen nicht mehr zu vermeiden. Das Christentum erhielt dadurch einiges an demotischen Schüben, Pilgerwesen, Häretiker, Geissler und Barfüßer erhielten Auftrieb.[4]

Zum israelisch-palästinensischen Konflikt[Bearbeiten]

Landes ist ein ausgesprochener Verteidiger Israels und kritisiert antiisraelische Propaganda und was er dafür hält in Nachrichten und Kommentaren. Er bezichtigt die Mainstreampresse, unberechtigte und gefälschte Nachrichten palästinensischer Quellen ungeprüft zu übernehmen. Er streitet keineswegs ab, dass israelische Militäroperationen auch Tote und Verletzte zur Folge hatten, sieht aber deutliche Übertreibungen zugunsten von Propaganda von interessierter Seite.

Der Begriff Pallywood stammt von ihm, er bezeichnet damit für europäische und amerikanische Medienvertreter aufgesetzte und gestellte Berichte über den Nahostkonflikt.

Landes bloggt beim "blogs at the Daily Telegraph" und betreibt zwei persönliche Webseiten "The Augean Stables" und "The Second Draft" (siehe bei Weblinks). The Augean Stables Augiasstall betrifft antiisraelische Medienthemen und Angelegenheiten. The Second Draft (der zweite Entwurf) widmet sich ausschließlich antiisraelischer Propaganda. Landes war insbesondere mit der angeblichen Erschießung Muhammad al-Durrahs durch israelische Truppen und der zugehörigen Berichterstattung durch französische Medien befasst. Ein ähnlicher Fall ist die Darstellung des von einem israelischen Polizisten vor einem arabischen Mob geschützten amerikanischen Studenten Tuvia Grossman als angeblich misshandeltem Palästinenser.

Für den "Goldstone Report", eine von mehreren Autoren betriebene Webseite zu Unstimmigkeiten bei der United Nations Fact Finding Mission on the Gaza Conflict, wie auch der Berichterstattung zum Gazastreifen hat er wesentliche Beiträge verfasst.

Bücher[Bearbeiten]

Artikel[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Encyclopedia of Millennialism and Millennial Movements, von Richard Landes, Taylor & Francis, 27. Juli 2000
  2. Heaven on Earth: The Varieties of the Millennial Experience, von Richard Landes, Oxford University Press, 2001
  3. A Hundred-Year Retrospective on The Protocols of the Elders of Zion, Herausgegeben von Richard Landes und Steven T. Katz, 2011, ISBN 978-0-8147-4892-3
  4. Millennialism from Jesus to the Peace of God (33-1033) International Consortium for Research in the Humanities "Fate, Freedom and Prognostication", Universität Erlangen Nürnberg, Käte Hamburger Kollegs

Weblinks[Bearbeiten]