Richard Lugner

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Richard Lugner (2011)

Richard Siegfried Lugner (* 11. Oktober 1932 in Wien; Spitzname Mörtel) ist ein österreichischer Society-Star, Schauspieler, Sänger, Geschäftsmann, ehemaliger Politiker sowie ehemaliger Bauunternehmer und Projektentwickler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Einkaufszentrum Lugner City

Der Sohn des 1943 in Russland verschollenen Rechtsanwaltes Richard Lugner senior[1][2] bestand 1953 die Matura in der Bundesgewerbeschule Wien-Schellinggasse Hochbau. 1962 erhielt er die Baumeisterkonzession und engagierte noch im ersten Jahr zwei Arbeiter und zwei Angestellte in seinem eigenen Unternehmen. Lugner spezialisierte sich auf die Renovierung von Altbauten und die Errichtung von Tankstellen. In den auftragsschwachen Jahren weitete er seine Bautätigkeit auf Bürohäuser mit angeschlossenen Tiefgaragen aus. Für Aufsehen sorgten der Bau der Wiener Moschee und die Renovierung des Stadttempels der jüdischen Kultusgemeinde Wien. Im September 1990 wurde mit Dagmar Koller die Lugner City eröffnet, damals das siebentgrößte Einkaufszentrum in Österreich. Seit 1999 zog er sich sukzessive aus dem operativen Baugeschäft zurück und übergab das Bauunternehmen an seine Söhne. 2003 wurde die Lugner City mittels eines Sale-Lease-Back-Verfahrens der Volksbanken-Immoconsult übereignet.[3] Zehn Jahre später erfolgte dann zum vertraglich frühestmöglichen Zeitpunkt, im Wege eines Share Deals, der Rückkauf.[4] Im September 2005 wurde die Lugner Kino City eröffnet,[5] ein Multiplex-Kino, das in elf Sälen Platz für 1840 Besucher bietet. Anfang Februar 2007 kam es zur öffentlichen Kontroverse, als Abtreibungsgegner Lugner vorwarfen, mit der Vermietung von Raum in der Lugner City an das sexualmedizinische Zentrum VenusMed auch mitverantwortlich für die dort durchgeführten Abtreibungen zu sein, was zu einem öffentlichen Konflikt mit Weihbischof Andreas Laun führte.[6][7][8]

Lugner heiratete 1961 seine Jugendliebe Christine Gmeiner.[9] 1963 und 1966 kamen seine zwei Söhne zur Welt. Nach 17-jähriger Ehe trennte sich das Ehepaar, blieb aber beruflich miteinander verbunden. 1979 heiratete er ein zweites Mal und wurde vier Jahre später geschieden. Seine dritte Ehefrau fiel kurz nach der Scheidung nach einer Schönheitsoperation ins Koma und verstarb fünf Jahre später. Aus einer außerehelichen Beziehung mit Sonja Jeannine hat Lugner eine Tochter.[10] Von 1990 bis 2007 war er mit seiner vierten Frau Christina „Mausi“ Lugner verheiratet und hat mit ihr eine Tochter namens Jacqueline, am 2. August 2007 ließ sich das Ehepaar scheiden.[11] Danach folgte eine Reihe von Beziehungen; mit Bettina „Hasi“ Kofler (2008), Sonja „Käfer“ Schönanger (2008–2009), Nina „Bambi“ Bruckner (2009), Anastasia „Katzi“ Sokol (2009–2013), Bahati „Kolibri“ Venus (2013–2014).[12] Am 13. September 2014 heiratete Lugner – in seiner fünften Eheschließung – im Wiener Schloss Schönbrunn die aus Wittlich (Eifel) stammende Cathy „Spatzi“ Schmitz.[13][14] Nach über zweijähriger Ehe erfolgte am 30. November 2016 die Scheidung.[15]

Seinen Spitznamen „Mörtel“ bekam er bereits als arrivierter Baumeister vom österreichischen Journalisten Michael Jeannée.

Seit 2003 strahlt der österreichische Privatsender ATV die Reality-Soap Die Lugners nach dem Vorbild der US-Serie The Osbournes aus. In der seit 2007 ausgestrahlten Satiresendung Wir sind Kaiser bat Lugner nach seiner ersten Audienz am 3. Jänner 2008 als Running Gag jede Woche um eine Vorlassung zum Kaiser, wurde aber immer wieder abgewiesen. 2010 spielte Lugner bei den Karl-May-Festspielen in Gföhl die Rolle des Mr. Buttler. 2016 war Lugner mit seiner damaligen Frau Cathy in der RTL II-Doku-Soap Lugner und Cathy – Der Millionär und das Bunny zu sehen.[16]

Lugner stellte 2011 Scientology ein Grundstück für Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung und wünschte in einer E-Mail an den Präsidenten der L.-Ron-Hubbard-Stiftung der Organisation „auch für die Zukunft alles Gute,“ was als Scientology-Sympathisantentum interpretiert wurde.[17]

Erfolglos versuchte er mehrmals gemeinsam mit seinem Hausanwalt Adrian Hollaender die Begrenzungen der Ladenöffnungszeiten zu kippen (Sonntagsöffnung).[18][19][20][21][22]

Wiener Opernball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Begleitung für seinen jährlichen Besuch des Wiener Opernballs engagiert Lugner seit 1992 üblicherweise einen prominenten Gast und nimmt diesen in seine Loge mit:[23]

Jahr Ehrengast
1992 Harry Belafonte
1993 Joan Collins
1994 Ivana Trump
1995 Sophia Loren
1996 Grace Jones
1997 Sarah Ferguson
1998 Raquel Welch
1999 Faye Dunaway
2000 Jacqueline Bisset, Nadja abd el Farrag
2001 Farrah Fawcett
2002 Claudia Cardinale
2003 Pamela Anderson
2004 Andie MacDowell
2005 Geri Halliwell
2006 Carmen Electra
2007 Paris Hilton
2008 Dita Von Teese
2009 Nicollette Sheridan
2010 Dieter Bohlen
2011 Karima "Ruby" el-Mahroug, Larry Hagman, Zachi Noy
2012 Brigitte Nielsen, Roger Moore, Gina-Lisa Lohfink
2013 Mira Sorvino, Gina Lollobrigida
2014 Kim Kardashian, Oliver Pocher
2015 Elisabetta Canalis
2016 Brooke Shields, Mr. Probz
2017 Goldie Hawn, Teri Schwartz

Politische Ambitionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1998 kandidierte Lugner bei der Bundespräsidentenwahl und wurde mit 9,91 Prozent der Wählerstimmen vierter von fünf Kandidaten. Bei der Nationalratswahl 1999 erhielt er mit „Die Unabhängigen“ 1,02 Prozent der Stimmen.

Im Februar 2016 bestätigt er seine Kandidatur zur Bundespräsidentenwahl 2016.[24] Er erzielte rechtzeitig 6000 Unterstützerstimmen, um zur Wahl zugelassen zu werden.[25] und erhielt im ersten Wahlgang 2,26 Prozent.

Lugner, der bei der Wahl der älteste Kandidat der Zweiten Republik war,[26] schloss für die Zukunft eine weitere Kandidatur aus.[27]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Singles
I bin der Lugner (olé olé)
  AT 29 08.10.2010 (3 Wo.) [28]
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Singles

  • 2010: I bin der Lugner (olé olé)

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Elke Eschberger: Richard „Mörtel“ Lugner und das Geheimnis seiner Prominenz. Diplomarbeit, Wien 2009. (Online abrufbar unter: http://othes.univie.ac.at/5853/)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Richard Lugner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. "Opernball? Er ging lieber zur Jagd" Focus, abgerufen am 21. April 2017
  2. Richard Lugner: Schwerer Schicksalsschlag mit 10 Jahren Bunte, abgerufen am 21. April 2017.
  3. Rettung für Lugner, abgerufen am 21. April 2017.
  4. Lugner kauft Lugner-City, abgerufen am 21. April 2017.
  5. Rauschendes Fest für neuen Filmpalast, abgerufen am 21. April 2017.
  6. Kath.net: Abtreibung für gläubige Menschen niemals akzeptabel, abgerufen am 21. April 2017.
  7. Der Standard: Kirchenherren sollen sich zurückhalten, abgerufen am 21. April 2017.
  8. News: Debatte um Abtreibungen in Lugner-City: Schönborn will 'Mörtel' nicht exkommunizieren, abgerufen am 21. April 2017.
  9. Christine Lugner im Exklusiv-Talk, abgerufen am 21. April 2017.
  10. Kronenzeitung: Richard Lugner traf seine heimliche Tochter, abgerufen am 21. April 2017.
  11. ORF: Lugners geschieden, abgerufen am 21. April 2017.
  12. News: Personen - Alles rund um Richard Lugner, abgerufen am 8. August 2015
  13. „Heißer wie Gulasch“ – die Lugner-Hochzeit Berichterstattung der Tageszeitung Die Welt, abgerufen am 14. September 2014.
  14. Richard Lugner heiratete Cathy Schmitz. derstandard.at, 13. September 2014, abgerufen am 11. November 2014.
  15. Lugner-Scheidung ohne Rosenkieg & mit Tränen, abgerufen am 21. April 2017.
  16. Lugner und Cathy - Der Millionär und das Bunny. RTL II, 4. Januar 2016, abgerufen am 14. Januar 2016.
  17. Marc Felix Serrao: Hacker outen Baulöwe als Scientology-Sympathisant. Mörtels umstrittene Zeltgäste. Süddeutsche Zeitung, 12. Juni 2012, abgerufen am 12. Juni 2012.
  18. Lugner zieht für Sonntagsöffnung alle Register. Wirtschaftsblatt, 14. Januar 2014, archiviert vom Original am 18. Januar 2014, abgerufen am 2. Januar 2016.
  19. Richard Lugner zeigt Spar an. Wirtschaftsblatt, 4. September 2012, archiviert vom Original am 6. September 2012, abgerufen am 2. Januar 2016.
  20. Lugners Ärger über „Schmähs“. Kurier, 6. Dezember 2012, abgerufen am 2. Januar 2016.
  21. Lugner klagt wegen Menschenrechten. ORF, 12. November 2012, abgerufen am 2. Januar 2016.
  22. Lugner schließt Sonntagsöffnung ab, abgerufen am 21. April 2017.
  23. Katharina Frühling: Ein gesellschaftliches Großereignis unter Beobachtung University of Vienna 2014. S. 57–59
  24. Wahl zum Bundespräsidenten: Lugner tritt an. Kurier, 10. Februar 2016, abgerufen am 10. Februar 2016.
  25. Wahlbehörde bestätigt: Sechs Kandidaten am Stimmzettel DiePresse.com, abgerufen am 3. April 2016.
  26. Heuer ältester Kandidat und große Auswahl Wiener Zeitung, abgerufen am 20. Juli 2016.
  27. Richard Lugner: Abgang zwischen Trotz und Tränen News.at, abgerufen am 20. Juli 2016.
  28. Chartplatzierung in den Austria Top 40, abgerufen am 30. April 2016.