Richard Mandroschke

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Richard Mandroschke (* 20. Juni 1887 in Oederan; † 8. Januar 1948 in Kannawurf) war ein deutscher Erfinder.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er wurde als Sohn der Geschäftsleute Karl und Henriette (geb. Staberoh) geboren. Die Eltern waren Besitzer einer Schneiderei, die sie später verkauften und den Erlös in zwei Mietshäuser investierten. Nach dem Besuch des Realgymnasiums in Flöha ab 1894 machte er im Jahr 1908 das Abitur und studierte für kurze Zeit an der Bergakademie in Freiberg. 1912 wechselte Mandroschke an die Kunsthochschule in Halle an der Saale. Nach konventionellen impressionistischen und expressionistischen Anfängen belegte Mandroschke bis 1914 Kurse bei Paul Thiersch. Den künstlerischen Umbruch in dieser Zeit, der sich u.a. im Blauen Reiter sowie in der bereits 1905 gegründeten Künstlergruppe Brücke ausdrückte, hatte er nicht wahrgenommen.

Nach dem Studium heiratete Mandroschke 1915 Helene Planer. Zum Ersten Weltkrieg wurde er im März 1917 eingezogen und wegen seines labilen Gesundheitszustands – er litt an Epilepsie – bereits im Juni wieder entlassen. Bis zum November 1918 wurde er zur Arbeit als technischer Zeichner in der Oederaner Stuhlfabrik verpflichtet. Sein erster und einziger Sohn Kurt wurde am 16. November 1918 geboren.

Mandroschke engagierte sich kaum politisch, wenn er auch mit der 1918 gegründeten radikalen Künstlergruppe, der Novembergruppe, sympathisierte.

Besonders als Erfinder hinterließ Richard Mandroschke ein umfangreiches Werk. Die Erfindungen Mandroschkes sind allesamt keine Erfindungen im herkömmlichen Sinne, sondern Kunstobjekte. Die Objekte Mandroschkes zeigen eine große Nähe zum Dadaismus, wenngleich es keine Hinweise gibt, dass Mandroschke mit den Dadaisten in Kontakt stand. Heute würde man Mandroschke im Bereich der Happening-, Performance- und Objektkabarettkünstler einordnen.

Mandroschke verstarb am 8. Januar 1948 in Kannawurf. Todesursache waren ein Lungenödem und eine Herzmuskelentzündung.

Einige seiner Werke wurden postum auf der documenta (1955), der documenta II (1959) in Kassel gezeigt.

Im Oktober 2012 wurde in Halle (Saale) das nach ihm benannte Theater Mandroschke eröffnet.

Zum Andenken an Richard Mandroschke wird die oederaner Straße "Staberohweg" nach ihm benannt.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zirkel, Herrmann Neutsch, 1924
  • Zukunftsmusik, Schellack, 1929
  • Erstarrende Salzsäure, Glasskulptur, 1929
  • Unbewegliche Drehbühne der kleinen Form, 1932
  • Kirschblüte im Kaisertal, Originalduplikat, Öl auf Leinwand, 1932
  • Schausalztauchsieder, 1939

Nachlass[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor 1940 sind ca. 100 Werke Mandroschkes bekannt, davon sind nach dem Zweiten Weltkrieg nur noch wenige erhalten geblieben. 1955 wurde durch die Kunsthochschule Burg Giebichenstein Halle angeregt, eine Stiftung zu gründen, die den Nachlass Mandroschkes verwaltet und gegebenenfalls Werke Mandroschkes zukauft. Dieser Plan wurde durch die Zentralorgane der DDR 1956 untersagt.