Richard Ohnsorg

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Richard Ohnsorg (* 3. Mai 1876 in Hamburg; † 11. Mai 1947 ebenda) war ein deutscher Schauspieler und Theaterleiter.

Leben[Bearbeiten]

Ohnsorg studierte englische und deutsche Philologie an der Universität Marburg. Während seiner Studienzeit wurde er im Wintersemester 1896/1897 Mitglied der heutigen Marburger Burschenschaft Rheinfranken.[1][2] Er promovierte im Jahre 1900 in Rostock über englische Dramatik. Er war seit 1901 im Bibliotheksdienst der Stadt Hamburg (für die öffentlichen Bücherhallen) tätig, seit 10. April 1931 als Oberbibliothekar.

Bekannt geworden ist er als Gründer, Theaterleiter und Schauspieler einer niederdeutschen Bühne, die am 12. Oktober 1902 im Restaurant Kersten am Gänsemarkt als Dramatische Gesellschaft Hamburg gegründet wurde und 1920 in Niederdeutsche Bühne Hamburg e. V. umbenannt wurde. Ab August 1945 führte diese Bühne den Namen Richard-Ohnsorg-Theater, der später zu Ohnsorg-Theater verkürzt wurde. Zu dieser Zeit ging die Leitung des Hauses an seinen Nachfolger Rudolf Beiswanger über.

Es gelang ihm, eine ganze Reihe von Schauspielern zu engagieren, die dann jahrzehntelang dem Theater die Treue hielten und viel zur späteren Popularität des Hauses beitrugen. Dazu gehörten u. a. die Publikumslieblinge Magda Bäumken, Aline Bußmann, Otto Lüthje, Walter Scherau, Heidi Kabel, Hilde Sicks, Heinz Lanker und Heini Kaufeld.

Beim gerade gegründeten Hörfunksender NORAG betätigte er sich auch als Hörspielsprecher. So konnte man ihn beispielsweise am 24. Mai 1926 zusammen mit Magda Bäumken, Hans Freundt und Hermann Beyer, der auch die Regie führte, in einer Hauptrolle des Hörspiels ‚’Die Fahrt nach Helgoland’’ von Wilhelm Ehlers hören.[3]

Mit Ohnsorg verbunden ist auch der für Bühnenkunst von 1963 bis 1983 verliehene Richard-Ohnsorg-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung F.V.S. zu Hamburg.

Sein Grabmal auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Richard Ohnsorg starb am 11. Mai 1947. Er wurde auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg beigesetzt.[4]

Auf seinem Grabstein steht:

„Hollt fast! Hollt fast! Denn geiht dat klor, denn lewt uns Sprok noch dusend Johr!“

Schriften[Bearbeiten]

  • John Lacy’s „Dumb Lady“, Mrs. Susanna Centlivre’s „Love’s contrivance“ und Henry Fielding’s „Mock Doctor“ in ihrem Verhältnis zueinander und zu ihrer gemeinschaftlichen Quelle. Verlag Bargstedt & Ruhland, Hamburg 1900 (Diss. Universität Rostock).
  • Maske und Schminke. Hamburger Theater-Anekdoten. [Niederdeutsche Bibliothek; Bd 205]. Hamburg 1946.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Altherrenverband der Marburger Burschenschaft Rheinfranken e. V. http://www.mitglieder.rheinfranken.de/
  2. Willy Nolte (Hrsg.): Burschenschafter-Stammrolle. Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Burschenschaft nach dem Stande vom Sommer-Semester 1934. Berlin 1934. S. 358.
  3. Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv, Hörspielarchiv
  4. knerger.de: Das Grab von Richard Ohnsorg