Richard Ziegler

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Richard Ziegler (Pseudonyme Jean Georg Vincent, Robert Ziller; * 3. Mai 1891 in Pforzheim; † 23. Februar 1992 ebenda) war ein deutscher Maler, Zeichner und Grafiker.

Leben[edit | edit source]

Richard Ziegler, Sohn eines Volksschullehrers, Abiturient am Reuchlin-Gymnasium, besuchte im Anschluss in den Jahren 1910 und 1911 die Shakespeare-Grammar-School in Stratford-upon-Avon in Großbritannien. In der Folge wandte er sich dem Studium der Germanistik an der Universität Genf, der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg sowie der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald zu, welches er, unterbrochen durch seine Teilnahme am Ersten Weltkrieg, 1919 in Heidelberg mit der Promotion zum Dr. phil. abschloss.

Der Autodidakt schlug in der Folge eine künstlerische Laufbahn ein. 1925 übersiedelte er nach Berlin, dort beteiligte er sich ab dem Folgejahr an den Ausstellungen der Novembergruppe. Er heiratete 1925 Mathilde Rosenthal, eine Verwandte Max Liebermanns, von der er sich 1928 scheiden ließ. Ende 1932 emigrierte Richard Ziegler mit seiner jüdischen Verlobten und späteren zweiten Ehefrau Edith Lendt nach Jugoslawien, dort lebte er bis 1937 hauptsächlich auf der süddalmatinischen Insel Korčula. In dieser Lebensphase schuf Ziegler, erklärter Gegner der Nationalsozialisten, drei antifaschistische Zeichenmappen, die insbesondere die „Führer“ des nationalsozialistischen Deutschlands porträtieren.

1937 ging Richard Ziegler nach England, 1938 ehelichte er Edith Lendt. Der von Juli bis September 1940 als „feindlicher Ausländer“ in Huyton bei Liverpool Internierte war im Anschluss während des Krieges für das britische Ministry of Information sowie das American War Office of Information eingesetzt. Zusätzlich wirkte er unter dem Pseudonym Robert Ziller als Pressezeichner und Buchillustrator unter anderem für Die Zeitung, „Die Auslese“, „Lilliput“ und „Picture Post“ in London. Ziegler, der seit 1944 mit der Engländerin Susan Snow zusammenlebte, erhielt 1948 die britische Staatsbürgerschaft.

Richard Ziegler verbrachte seinen Lebensabend in seiner Heimatstadt Pforzheim. 1982 gründete er in Calw die Richard-Ziegler-Stiftung, der er eine große Anzahl seiner Bilder und Grafiken vermachte. 1991 erhielt Richard Ziegler anlässlich seines 100. Geburtstages die Ehrenbürgerwürde der Stadt Pforzheim verliehen. Er verstarb im Februar 1992 knapp vor Vollendung seines 101. Lebensjahres.

Publikationen (Auswahl)[edit | edit source]

  • We make history, Allen & Unwin, London, 1940.
  • Faces behind the news : drawings D. Dobson Limited, London, 1946.
  • Judith the widow of Bethulia : the drawings and script, D. Dobson Limited, London, 1946.
  • Analysen der Meister, London, 1949.
  • Ein Kapitel aus "Salz der Erde", Grosse Kreisstadt Calw, Calw, 1986.
  • Verlorene Bilder : 1923 - 1937, Grosse Kreisstadt Calw, Calw, 1986.
  • Und das Herz schwer wie Stein deutscher Herbst 1948 – Tagebuch einer Wiederbegegnung, Kreissparkasse, Calw, 1995.

Literatur[edit | edit source]

  • Wendelin Renn, Horst Zimmermann, Andreas Zoller, Albertinum (Dresden, Germany) (Hrsg.): Südwestdeutsche Kunst zwischen Tradition und Moderne: 1914 bis 1945 ; [19. Juni bis 29. August 1993, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Albertinum ...], Thorbecke Jan Verlag, 1993, S. 251.
  • Walther Killy und Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie. Band 10, K.G. Saur Verlag GmbH & Co. KG, München 1996, ISBN 3-598-23163-6. S. 656.
  • Uwe Fleckner, Dirk Luckow: Das wahre Gesicht unserer Zeit : Bilder vom Menschen in der Zeichnung der Neuen Sachlichkeit ; [anlässlich der Ausstellung Das wahre Gesicht unserer Zeit. Bilder vom Menschen in der Zeichnung der Neuen Sachlichkeit 2. Mai – 27. Juni 2004.], Kunsthalle, Kiel, 2004, S. 202.
  • Hellmut J. Gebauer, Hartmut Würfele: Bedeutende Frauen und Männer, in: Calw (Series), Archiv der Stadt Calw : Sparkasse Pforzheim Calw, Calw, 2005, S. 167.
  • Ziegler, Richard. In: Hans Vollmer: Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts. Band 6, Nachträge H–Z. E. A. Seemann, Leipzig 1962, S. 491.

Weblinks[edit | edit source]