Richthofen (Adelsgeschlecht)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen der Grafen von Richthofen

Die Stammreihe des Adelsgeschlechts Richthofen (ursprünglich: Prätorius von Richthofen) begann mit Sebastian Schmidt genannt Faber bzw. Fabricius (1515–1553), Archidiakon in Bernau bei Berlin, später Oberpastor in Potsdam.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dessen Sohn Samuel Faber (1543–1605), Stadtrichter, Syndikus und Bürgermeister von Frankfurt (Oder), war seit 1562 Adoptivsohn eines Vetters seiner Mutter, des kurfürstlich brandenburgischen, erzbischöflich magdeburgischen und bischöflich halberstädter Geheimen Kammerrats Paulus Praetorius (erst: Schultze oder Schultheiß, später: Scultetus, dann: Praetorius), Gutsherr auf Königsborn und Biederitz, der 1561 einen kaiserlichen Wappenbrief erhalten hatte.

Samuels Sohn Tobias Praetorius (1576–1644), Gutsherr auf Buschvorwerk bei Schmiedeberg in Schlesien, war gräflich schaffgot’scher Amtshauptmann der Herrschaft Schmiedeberg.

Schließlich war es dessen Sohn Johann Praetorius (1611–1664), Gutsherr auf Rauske bei Striegau und Hertwigswaldau bei Jauer, der am 29. Juli 1661 zunächst in den böhmischen Ritterstand, dann am 30. März 1681 in den preußischen Ritterstand mit einheitlicher Namensführung „von Richthofen“ erhoben wurde.

  • Linie Hertwigswaldau: Erhebung in den böhmischen Freiherrenstand am 30. Juli 1735 für Samuel von Richthofen, Gutsherr auf Hertwigswaldau u. a..
  • Linie Kohlhöhe: Erhebung in den preußischen Freiherrenstand am 6. November 1741 für Samuel Prätorius von Richthofen, Gutsherr auf Kohlhöhe bei Striegau, Rauske u. a..

Besitzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Schlösser bzw. Herrenhäuser der Freiherrn von Richthofen, Linie Hertwigswaldau und Linie Kohlhöhe:

Hertwigswaldau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Hertwigswaldau bei Jauer

Das Schloss bzw. Herrenhaus in Hertwigswaldau (Snowidza) wurde durch Otto von Nostitz erbaut und im 17. Jh. von Johann Praetorius von Richthofen erworben. Dessen Wappenvermehrung mit dem Prädikat „von Richthofen“ datiert aus dem Jahre 1661.[1] Im Jahr 1786 wurde es Eigentum des Samuel Freiherr von Richthofen. Nach 1876 erfolgte ein Umbau des Schlosses durch die neuen Besitzer von Dallwitz. Ursprünglich war das Gebäude von einem Wassergraben umgeben. Nach 1945 erfolgte eine Nutzung des Schlosses als Verwaltungssitz eines Staatsgutes (Gärtnereibetrieb), heute ist es in Privatbesitz. Der Schlossgarten (Parkanlage mit Platanen, Eschen und Ahorn) stammte aus dem 18. Jh.

Kohlhöhe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Kohlhöhe bei Striegau

Das Schloss bzw. Herrenhaus Kohlhöhe (Goczalków Górny) wurde im Jahre 1615 von Freiherr von Schliewitz erbaut. Ein Umbau im neugotischen Stil erfolgte im Jahr 1889 durch Karl Freiherr von Richthofen. Die gewölbte Eingangshalle war mit einem Richthofen’schen Stammbaum ausgemalt.[2] Das Gebäude ist erhalten, aber sanierungsbedürftig. Der Landschaftspark (nördlich des Herrenhauses) wurde nach Plänen von Eduard Petzold im Jahre 1889 umgestaltet, heute ist er weitgehend zerstört.

Klein Rosen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Klein Rosen bei Jauer um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Das Schloss in Klein Rosen bei Groß Rosen (Rogoźnica) wurde als Wasserschloss im Renaissance-Stil als Vierflügelanlage mit zwei Brücken und Turmarchitektur um 1570 errichtet. Das Schloss wurde 1734 von Samuel Praetorius von Richthofen erworben.[3] Bolko Freiherr von Richthofen führte im Jahre 1878 umfangreiche Renovierungen durch, insbesondere im Ostflügel. Die Zimmer des Erdgeschosses und der Saal blieben mit ihren ursprünglichen Gewölben erhalten. An der Zufahrt wurde ein steinernes Eingangstor errichtet, das bis 1977 ein gusseisernes, von zwei Löwen getragenes Familienwappen schmückte. Unter diesem stand der Wahlspruch des Hauses: „Fröhlich in Hoffnung“.

Heute steht kein Gebäude mehr. Nur der steinerne Torbogen ist erhalten geblieben.

Malitsch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Malitsch um 1860, Sammlung Alexander Duncker[4]

Das Gut Malitsch (heute Małuszów in der Landgemeinde Męcinka) befand sich im 18. Jahrhundert im Besitz der Familie. Es kam nach mehreren Besitzwechseln 1842 an Heinrich Wilhelm von Sprenger. Das von ihm erweiterte Schloss ist erhalten.

Zu dieser Familie gehören[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung: ggf. {{Kind}} nutzen? --Xneb20 DiskBeiträge 14:13, 30. Nov. 2016 (CET)
Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

noch unklare Familienverhältnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ferdinand von Richthofen (* 1960), Leiter des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr (14. Dezember 2006 bis 27. Juni 2010)
  • Suzane von Richthofen (* 3. November 1983), Brasilianerin, die wegen Mordes an ihren Eltern Alberto (Manfred Albert) und Marisia von Richthofen im Jahr 2002 in der Nähe von Sao Paulo eine vierzigjährige Haftstrafe verbüßt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Emil Praetorius V. Richthofen: Geschichte der Familie Praetorius von Richthofen. Baensch, Magdeburg 1884 Digitalisat
  • Genealogisches Handbuch des Adels. Adelslexikon. Band XI, S. 391, Band 122 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 2000.
  • Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser. 1861, S. 632 ff. ([1]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Richthofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. richthofen.de (PDF)
  2. richthofen.de (PDF)
  3. richthofen.de (PDF)
  4. richthofen.de (PDF)
  5. Richthofenstraße. In: Adreßbuch für Berlin und seine Vororte, 1899, Teil 3, S. 497 (nach Bernhard Freiherr von Richthofen).
  6. Richthofenstraße. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins