Rick Parfitt

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Rick Parfitt (2007)

Richard John Parfitt OBE (* 12. Oktober 1948 in Woking, Surrey; † 24. Dezember 2016 in Marbella, Spanien[1]) war ein britischer Musiker. Er war Sänger, Gitarrist und Komponist der Rockgruppe Status Quo.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parfitt wurde 1948 in Woking, südwestlich von London, geboren. Während seiner Schulausbildung entdeckte er sein musikalisches Talent. Er lernte zunächst Klavier und später auch Gitarre spielen. Früh zeigte sich sein Geschick, sich vor Publikum zu präsentieren. Er gewann einige Talentwettbewerbe und gründete, zusammen mit den Zwillingsschwestern Gloria und Jean Harrison, als Ricky Harrison die Gruppe The Highlights.

Er arbeitete auch einige Zeit als Betreuer und Animator in englischen Feriencamps, bevor er entdeckt und regelmäßig für kleinere Veranstaltungen gebucht wurde. Parfitt lernte 1965 Francis Rossi kennen und beide freundeten sich an. Im Jahre 1967 schloss sich Parfitt Rossis Band Traffic Jam an, die aus den Spectres hervorgegangen war. Bei dieser Gelegenheit änderte man den Namen in The Status Quo. Die Band besteht auch heute noch. Francis Rossi und Rick Parfitt galten als Kern der Band. Rick Parfitt spielte, ebenso wie Francis Rossi, hauptsächlich auf einer Fender Telecaster.

1980 verlor Parfitt seine Tochter Heidi, als sie im Alter von vier Jahren im häuslichen Swimmingpool ertrank.[2] In den folgenden Jahren ging seine erste Ehe mit Marietta Böker-Parfitt in die Brüche. Alkohol- und Drogenprobleme prägten die nächsten Jahre.

Rick Parfitt (2005)

Mit der Reunion der Band Status Quo im Jahre 1986 konnte Parfitt die Probleme überwinden. Ein zwischenzeitliches Soloprojekt scheiterte kurz vor der Veröffentlichung. Sporadisch war er als Gastmusiker auf verschiedenen Projekten zu hören. Er war Teilhaber eines Porsche-Autohauses in London und sammelte Autos der höheren Preiskategorien.

1995 verursachte er unter Alkohol und Drogen mit seinem Porsche einen Verkehrsunfall. Im Jahre 1997 ging er mit Herzschmerzen ins Krankenhaus, wo er einen vierfachen Bypass erhielt. Unmittelbar nach seiner Genesung folgten wieder Liveauftritte. Am 8. Dezember 2005 wurde bei Parfitt eine Kehlkopferkrankung diagnostiziert. Der erste Verdacht, es handele sich um Kehlkopfkrebs, wurde am 20. Dezember 2005 entkräftet. Trotzdem wurden alle Termine der damals laufenden Status Quo-Tournee abgesagt. Ab April 2006 ging er wieder auf Tour, jedoch zunächst mit Einschränkungen bei seiner Stimme. Ende 2011 und Anfang 2012 musste sich Parfitt erneut ins Krankenhaus begeben, um sich einen Stent setzen zu lassen. Auch im Sommer 2014 wurde er nach Herzproblemen behandelt.

2008 erschien unter dem Titel „Rick Parfitt’s Rhythm Method“ ein Gitarrenkurs auf DVD. Ein Jahr später brachte Parfitt gemeinsam mit dem australischen Künstler Rolf Harris die Single „Christmas in the Sun“ auf den Markt. Am 31. Dezember 2009 wurde Rick Parfitt mit dem Order of the British Empire ausgezeichnet, und zwar als Officer (OBE).

Rick Parfitt (2013)

Im Juni 2016 brach Parfitt nach einem Konzert in Antalya in einem Hotel nach einem erneuten Herzinfarkt zusammen und wurde nach erfolgreicher Reanimation in ein türkisches Krankenhaus gebracht. Im September 2016 gab das Management von Status Quo bekannt, dass Parfitt mindestens bis zum Jahresende 2016 keine Auftritte absolvieren könne. Eine mögliche Rückkehr auf die Bühne wurde bewusst offen gelassen (Zitat: „Rick may well have performed his last show with Quo“). Die seit Oktober 2016 laufende Abschlusstournee The Last Night of the Electrics fand auf Parfitts Wunsch dennoch statt. Er wurde durch den irischen Gitarristen Richie Malone ersetzt. Bei einigen Shows während des Sommers hatte Freddie Edwards ihn vertreten, der Sohn des Bassisten 'Rhino' Edwards.[3]

Parfitt lebte mit seiner dritten Frau in Marbella in Spanien. Er hat drei Söhne, die 1975, 1988 und 2008 geboren wurden, sowie eine Tochter (* 2008).[4] Im Dezember 2016 verletzte er sich bei einem Sturz die Schulter. Weil es nach einer Operation zu Komplikationen kam, wurde er am 22. Dezember 2016 in ein Krankenhaus in Marbella eingeliefert. Dort starb er am 24. Dezember 2016 an den Folgen einer Infektion.

Musiker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Rick Parfitt galt als einer der besten und härtesten Rhythmusgitarristen Englands. Sein harter Stil wird als „Kern“ des Sounds von Status Quo betrachtet. Zudem spielte er die Sologitarre in einigen Songs und sang die Leadstimme. Bei einzelnen Stücken spielte er auch Keyboard.

Equipment/Technische Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gitarrenanlagen von Rick Parfitt und Francis Rossi waren sehr ähnlich, auch Parfitt spielte hauptsächlich eine Fender Telecaster (65er Modell). Diese befindet sich im Originalzustand. Damit er sich bei seinem harten Spiel nicht am rechten Handgelenk („Schlaghand“) verletzte, wurde lediglich die Brücke gegen ein Produkt von Badass ausgetauscht. Seinem harten Anschlag entsprechend ist das Instrument mit extrem dicken Saiten der Stärken .14 .17 .26w .36w 46w 56w bespannt. An weiteren Gitarren benutzte er eine Gibson SG, die auf den Grundakkord E gestimmt ist. Wie auch Francis Rossi benutzte er mehrere offen gestimmte Gitarren („open tuning“) kombiniert mit einem Kapodaster. Bei Tourneen benutzte er wie Rossi live bis zu 18 Gitarren. So kam zum Einsatz einer 81er Žemaitis (Im Song „Forty Five Hundred Times“, gestimmt auf B, mit einer .60er tiefen E-Saite), eine Schecter, eine Giffin und eine Chet-Atkins-Akustikgitarre für den Song „Gerdundula“. Für die Medleys benutzte Parfitt eine Fender Esquire, gestimmt G,G,D,G,B,D mit einem Kapodaster im zweiten Bund.

Wie Francis Rossi spielte Rick Parfitt über zwei Marshall-4×12″-8-Ohm-Boxen, angesteuert von einem Marshall Verstärker JCM 800 Lead Series oder einem JCM 900. Als Effekt benutzte er ebenfalls ein Roland GP8, programmiert waren drei unterschiedliche Chorus/Flange und drei Overdrive-Einstellungen.

Auch bei ihm war ein Vox AC30 hinter den Marshalls versteckt und dem Sound beigesteuert.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rick Parfitt, Francis Rossi und Mick Wall: Die Status Quo Autobiografie. Hannibal Verlag, Höfen 2011, ISBN 978-3-85445-365-9 (Originalausgabe: XS All Areas: The Status Quo Autobiograhpy).
  • Francis Rossi, Rick Parfitt: Just For The Record. Bantam Press, September 1994, gebunden. ISBN 0-593-03546-1.
  • Francis Rossi, Rick Parfitt, Mick Wall: Status Quo. XS All Areas. Sidgwick & Jackson, September 2004, gebunden. ISBN 0-283-07375-6 (Taschenbuch: Macmillan Publishers Ltd, August 2005, Paperback, ISBN 0-330-41962-5).
  • Francis Rossi, Rick Parfitt, Bob Young: „Status Quo“: The Official 40th Anniversary Edition. Cassell Illustrated, Oktober 2006, gebunden. ISBN 978-1-84403-562-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rick Parfitt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rick Parfitt 1948–2016 – Statement from The Parfitt Family & Status Quo Manager, Simon Porter. 24. Dezember 2016, abgerufen am 24. Dezember 2016.
  2. http://www.viviano.de/ak/News-Prominente/rick-parfitt-18164.shtml
  3. Nachricht auf der Bandhomepage; StatusQuo.co.uk, abgerufen am 15. September 2016.
  4. http://www.celebrity-babies.com/2008/05/rick-parfitt-an.html