Rick Springfield

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Rick Springfield, 2010

Rick Springfield (* 23. August 1949 als Richard Lewis Springthorpe in Sydney, Australien) ist ein australisch-amerikanischer Musiker und Schauspieler. Die US-amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt er seit 2006.

Biografie[Bearbeiten]

Rick Springfield wurde 1949 als Sohn von Norman und Eileen Springthorpe geboren. 1959 zog die Familie wegen der Militärkarriere des Vaters nach England. An seinem 13. Geburtstag bekam er seine erste Gitarre von seinem Vater geschenkt, die er zur E-Gitarre umfunktionierte.

Karriere[Bearbeiten]

1967 verließ Rick Springfield die Highschool und spielte als Gitarrist in der Band Rock House, die 1968 unter dem Namen MPD, Ltd zur Truppenbetreuung in Vietnam auftrat. Im Februar 1969 kehrte Springfield von dort zurück. Nach Gründung und Auflösung der kurzzeitig existierenden Band Wickedy Wak wurde er Gitarrist und Backgroundsänger der Gruppe Zoot, als deren Mitglied er in Australien unter anderem durch die Single Eleanor Rigby, die eine Hard-Rock-Coverversion des Beatles-Klassikers ist, einen großen Bekanntheitsgrad erreichte.

Nach der Auflösung von Zoot im Jahre 1971 versuchte sich Rick Springfield als Solist. Schon mit seiner ersten Single Speak to the Sky hatte er den ersten Top-Ten-Hit in Australien und den USA, in die er 1972 übersiedelte. Sein erstes Album Beginnings war nur ein mäßig kommerzieller Erfolg. Das zweite Album Comic Book Heroes wurde trotz guter Kritiken ebenfalls kein großer Erfolg. Danach erschien der Soundtrack zu der Zeichentrickserie Mission Magic. Im Jahre 1974 nahm Springfield sein Album Springfield auf. Wegen Unstimmigkeiten mit dem Management erschien das Album nicht. Die Plattenfirma Chelsea Records veröffentlichte 1976 das Album Wait for Night, musste jedoch kurze Zeit später Konkurs anmelden.[1]

1978 unterschrieb Rick Springfield bei Universal Pictures einen Schauspielvertrag und trat in zahlreichen Shows und Serien auf, unter anderem Kampfstern Galactica, Wonder Woman und Detektiv Rockford – Anruf genügt.

1981 kam der Durchbruch. Das Album Working Class Dog wurde dank der Nummer-1-Single Jessie’s Girl ein Überraschungserfolg und erreichte in den USA Platin für 1 Million verkaufte Tonträger. Mit Love Is Alright Tonight und I’ve Done Everything for You, letzterer komponiert von Sammy Hagar, folgten zwei weitere Top-20-Singles. Im selben Jahr hatte Springfield einen Vertrag für die Rolle des Dr. Noah Drake in der Fernsehserie General Hospital unterschrieben, da es anfangs nicht sicher war, ob sein Album Working Class Dog überhaupt erscheinen würde.

Im April 1981 verstarb Springfields Vater, dem er die beiden Lieder My Father’s Chair und April 24th widmete. 1982 gewann er einen Grammy Award in der Kategorie „Best Male Rock Vocal Performance“ für seinen Titel Jessie’s Girl, der noch für zwei weitere Grammys nominiert war. Das Nachfolgealbum Success Hasn’t Spoiled Me Yet (1982) konnte mit dem Single-Hit Don’t Talk to Strangers an den Erfolg anknüpfen, erhielt Platin und eine Grammy-Nominierung. 1983 verließ er die Serie General Hospital, um sich wieder mehr seiner Musik zu widmen. In den folgenden Jahren veröffentlichte Springfield drei weitere, ebenfalls erfolgreiche Alben: Living in OZ (1983), Hard to Hold (1984), ein Soundtrack zu dem Film gleichen Namens, in dem er auch die Hauptrolle spielte, und Tao (1985) mit der Single Celebrate Youth.

1988 verunglückte Springfield mit einem ATV und brach sich das Schulterblatt und ein paar Rippen. Das 1988 produzierte Album Rock of Life wurde kein großer kommerzieller Erfolg, da er auf Grund des Unfalles nicht auf Tournee gehen konnte. Bis 1997 war Springfield zwar weitgehend musikalisch inaktiv, spielte aber in zahlreichen Filmen und Serien mit.

Zusammen mit dem Keyboarder Bob Marlette und dem Gitarristen Tim Pierce startete Springfield 1997 unter dem Bandnamen Sahara Snow und dem gleichnamigen Album ein musikalisches Comeback. Ab 1999 trat er wieder als Solokünstler in Erscheinung und veröffentlichte das Album Karma. 2001 folgte das Best-of-Album The Greatest Hits… Alive. Von Januar 2001 bis Dezember 2007 spielte und sang er die Hauptrolle in der Spezialeffekt-Show EFX Alive im MGM Grand Hotel in Las Vegas.[1]

Rick Springfield, 2011

2004 veröffentlichte Springfield das Album Shock, Denial, Anger, Acceptance (kurz: SDAA), bei dem er einen wesentlich rockigeren Sound anschlug als noch bei Karma. Im folgenden Jahr wollte er seinen Fans zeigen, welche Musik ihn inspirierte und welche Lieder er gerne geschrieben hätte. Das Ergebnis war das Album The Day Before Yesterday, das aber nicht den Erfolg von SDAA wiederholen konnte. Mehr Beachtung fand das Best-of-Doppelalbum Written in Rock, ebenfalls aus dem Jahr 2005.

2006 wurde das Album Working Class Dog remastert und mit drei bisher unveröffentlichten Bonustracks wiederveröffentlicht. Springfields erstes Weihnachtsalbum, Christmas with You, erschien 2007, im darauffolgenden Jahr erschien Venus in Overdrive, mit dem er die bisher höchste Album-Chartplatzierung in den USA seit den Achtzigern verbuchen konnte.

Nachdem Springfield einige alte Bänder in einer Schublade gefunden hatte, veröffentlichte er diese 2009 unter dem Titel My Precious Little One. Die Platte ist eine Sammlung von Schlafliedern, die er für seine beiden Söhne, Liam und Joshua, in deren Kindertagen geschrieben hatte. Im Laufe des Jahres hatte er einige größere Gastauftritte als er selbst in der Serie Californication (Fernsehserie, Staffel 3), wobei er dort als ausschweifende 1980er-Jahre-Legende auf dem Weg zum Comeback dargestellt wurde.

2010 tourte Springflied durch Europa und gab auch ein Deutschlandkonzert, das im Juni vor etwa 800 Fans in Weingarten stattfand. Die italienische Plattenfirma Frontiers Records, bekannt für Rock- und Hard-Rock-Produktionen, hatte zuvor eine Raritäten-CD aus Liedern, die zusammen mit Jeff Silverman entstanden waren, und das Album Venus in Overdrive mit einem Bonustrack und einer Live-DVD (Live in Rockford) für den europäischen Markt neu aufgelegt.[2] Im Herbst 2012 veröffentlichte Rick Springfield mit Songs for the End of the World ein neues Album. Eine Besonderheit ist, dass die CD mit vier verschiedenen Covern und jeweils unterschiedlichen Bonustracks erschien.

Im Herbst 2010 kam die Autobiografie Late, Late at Night in den Handel und schaffte es auf Top-Ten-Platzierungen in einigen Bestsellerlisten der USA.

Privatleben[Bearbeiten]

1984 heiratete Rick Springfield Barbara Porter, eine Sekretärin von RCA Records. Das Paar hat zwei Söhne.

Im September 2000 wurde Rick Springfield nach einem Streit mit seiner Frau festgenommen. Am nächsten Morgen wurde er gegen Zahlung von 50.000 US-Dollar Kaution wieder auf freien Fuß gesetzt.

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[3][4] Anmerkungen
Flag of Germany.svg DE Flag of Switzerland.svg CH Flag of the United Kingdom.svg UK Flag of the United States.svg US
1972 Beginnings 35
(? Wo.)
1981 Working Class Dog 7 Platin
(? Wo.)
1982 Success Hasn’t Spoiled Me Yet 5 Platin
(? Wo.)
1983 Wait for Night 159
(? Wo.)
Erstveröffentlichung: 1976
1983 Living in Oz 41
(4 Wo.)
12 Platin
(? Wo.)
Charteintritt in UK erst im Februar 1984
1984 Hard to Hold 24
(26 Wo.)
16 Platin
(36 Wo.)
Soundtrack, mit Graham Parker, Nona Hendryx
und Peter Gabriel
1984 Beautiful Feelings 78
(13 Wo.)
mit neu eingespielten Instrumenten
Erstveröffentlichung: 1978
1985 Tao 5 Gold
(30 Wo.)
7
(23 Wo.)
68
(3 Wo.)
21 Gold
(26 Wo.)
1988 Rock of Life 16
(18 Wo.)
14
(6 Wo.)
80
(1 Wo.)
55
(16 Wo.)
1999 Karma 189
(1 Wo.)
2005 The Day After Yesterday 197
(1 Wo.)
2008 Venus in Overdrive 28
(2 Wo.)
2012 Songs for the End of the World 44
(1 Wo.)

weitere Alben

  • 1969: Just Zoot
  • 1970: Zoot Out
  • 1973: Comic Book Heroes
  • 1974: Mission Magic!
  • 1977: Big Hits
  • 1997: Sahara Snow
  • 2001: The Greatest Hits: Alive
  • 2004: Shock/Denial/Anger/Acceptance
  • 2005: The Day After Yesterday
  • 2007: Christmas with You
  • 2008: Live and Kickin’
  • 2009: My Precious Little One
  • 2010: From the Vault (A Collection of Works by Rick Springfield and Jeff Silverman) (mit Jeff Silverman)
  • 2013: Sound City – Real to Reel
  • 2015: Stripped Down

Kompilationen[Bearbeiten]

  • 1971: Zoot Locker – The Best of Zoot
  • 1977: Big Hits
  • 1989: Rick Springfield’s Greatest Hits
  • 1993: We’re Gonna Have a Good Time
  • 1996: Best Of
  • 1997: Rick Springfield
  • 1999: Backtracks
  • 1999: The Best of Rick Springfield
  • 2000: Best Selection
  • 2000: Working Class Dog • Success Hasn’t Spoiled Me Yet
  • 2000: VH1 Behind the Music: The Rick Springfield Collection
  • 2001: Calling All Girls – The Romantic Rick Springfield
  • 2001: Serie Titanium
  • 2001: Speak to the Sky
  • 2003: Legendary (3 CDs)
  • 2003: The Best of Rick Springfield
  • 2003: Platinum & Gold Collection
  • 2004: 12inch Collection
  • 2005: Written in Rock: Rick Springfield Anthology (2 CDs)
  • 2006: We Are the ’80s
  • 2006: Catch Me If You Can
  • 2008: Playlist: The Very Best of Rick Springfield
  • 2008: Super Hits
  • 2009: Fan-Tastic Rick Springfield
  • 2011: The Essential Rick Springfield
  • 2014: Original Album Classics (Box mit 5 CDs)

Singles[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[3][4] Anmerkungen
Flag of Germany.svg DE Flag of Switzerland.svg CH Flag of the United Kingdom.svg UK Flag of the United States.svg US
1972 Speak to the Sky
Beginnings
14
(13 Wo.)
1972 What Would the Children Think
Beginnings
70
(4 Wo.)
1974 American Girls
Springfield (unveröffentlichtes Album)
98
(2 Wo.)
1976 Take a Hand
Wait for Night
41
(9 Wo.)
1981 Jessie’s Girl
Working Class Dog
43
(7 Wo.)
1 Gold
(32 Wo.)
Charteintritt in UK erst im März 1984
1981 I’ve Done Everything for You
Working Class Dog
8
(22 Wo.)
1981 Love Is Alright Tonite
Working Class Dog
20
(16 Wo.)
1982 Don’t Talk to Strangers
Success Hasn’t Spoiled Me Yet
2
(21 Wo.)
1982 What Kind of Fool Am I
Success Hasn’t Spoiled Me Yet
21
(12 Wo.)
1982 I Get Excited
Success Hasn’t Spoiled Me Yet
32
(12 Wo.)
1983 Affair of the Heart
Living in Oz
9
(18 Wo.)
1983 Human Touch
Living in Oz
23
(7 Wo.)
18
(15 Wo.)
1983 Souls
Living in Oz
23
(15 Wo.)
1984 Love Somebody
Hard to Hold
23
(16 Wo.)
95
(1 Wo.)
5
(16 Wo.)
1984 Don’t Walk Away
Hard to Hold
26
(12 Wo.)
1984 Bop ’Til You Drop
Hard to Hold
20
(15 Wo.)
1984 Bruce
Beautiful Feelings
27
(13 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1981
1984 Taxi Dancing
Hard to Hold
59
(10 Wo.)
vom Soundtrack Hard to Hold
mit Randy Crawford
1985 Celebrate Youth
Tao
5
(18 Wo.)
9
(12 Wo.)
80
(4 Wo.)
26
(11 Wo.)
1985 State of the Heart
Tao
44
(7 Wo.)
22
(15 Wo.)
1988 Rock of Life
Tao
83
(4 Wo.)
22
(15 Wo.)

weitere Singles

  • 1969: 4 Shades of Pink (EP)
  • 1973: I’m Your Superman
  • 1973: Wizard Preview (mit Gary Young, Ross Wilson, Ross Hannaford und The Daltons)
  • 1977: Treat Me Gently in the Morning
  • 1982: Kristina
  • 1982: Calling All Girls
  • 1988: (This Is No) Honeymoon
  • 2008: Who Killed Rock-n-Roll? (Digital-Single)
  • 2009: Jet (Digital-Single)

Videos[Bearbeiten]

  • 1983: Live and Kickin’
  • 1984: Platinum Videos
  • 1985: Beat of the Live Drum
  • 2001: Alive
  • 2006: Live in Rockford

Auszeichnungen für Musikverkäufe[Bearbeiten]

Land Gold record icon.svg Gold Platinum.png Platin Quellen
DeutschlandDeutschland Deutschland 1 0 musikindustrie.de
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 2 4 riaa.com
Insgesamt 3 4

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1978: Rockford Files
  • 1978: Wonder Woman
  • 1978: Kampfstern Galactica (Battlestar Galactica) (Fernsehserie)
  • 1980–1982, 2005–2007, 2008, 2012, 2013: General Hospital (Fernsehserie)
  • 1984: Hard to Hold
  • 1989: Midnight Cop
  • 1992: Die Maske (Human Target) (Fernsehserie)
  • 1994: High Tide (Fernsehserie)
  • 1994: Robins Club (Robin’s Hoods) (Fernsehserie)
  • 1998: Legion – Experiment des Todes (Legion)
  • 1998: Loyal Opposition: Terror in the White House
  • 1999: Dying to Dance
  • 2009: Californication (Fernsehserie, Staffel 3)
  • 2013: Sound City (Dokumentation)
  • 2015: Ricki – Wie Familie so ist (Ricki and the Flash)

Künstlerauszeichnungen[Bearbeiten]

Grammy

  • 1982: für die Single Jessie’s Girl – Best Male Rock Vocal Performance

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b Rick Springfields Webseite
  2. frontiers.it
  3. a b Chartquellen: Singles Alben UKUS1 US2
  4. a b Gold-/Platin-Datenbanken: DE US

Literatur[Bearbeiten]

  • Stambler, Irwin: The Encyclopedia of Pop, Rock and Soul. 3. überarbeitete Auflage, New York City, New York: St. Martin’s Press, 1989, S. 633f – ISBN 0-312-02573-4 Joel Whitburn’s Pop Singles Annual 1955–1990 Billboard

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rick Springfield – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien