Rickenbach (Hotzenwald)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rickenbach
Rickenbach (Hotzenwald)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rickenbach hervorgehoben
Koordinaten: 47° 37′ N, 7° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Waldshut
Höhe: 696 m ü. NHN
Fläche: 34,65 km²
Einwohner: 3944 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 114 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79736
Vorwahl: 07765
Kfz-Kennzeichen: WT
Gemeindeschlüssel: 08 3 37 090
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 7
79736 Rickenbach
Webpräsenz: www.rickenbach.de
Bürgermeister: Dietmar Zäpernick
Lage der Gemeinde Rickenbach im Landkreis Waldshut
Aare Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Lörrach Landkreis Konstanz Landkreis Tuttlingen Schwarzwald-Baar-Kreis Albbruck Bad Säckingen Bernau im Schwarzwald Bonndorf im Schwarzwald Dachsberg (Südschwarzwald) Dettighofen Dogern Eggingen Görwihl Grafenhausen Häusern Herrischried Höchenschwand Hohentengen am Hochrhein Ibach (Schwarzwald) Jestetten Klettgau (Gemeinde) Küssaberg Lauchringen Laufenburg (Baden) Lottstetten Murg (Hochrhein) Rickenbach (Hotzenwald) St. Blasien Stühlingen Todtmoos Ühlingen-Birkendorf Waldshut-Tiengen Wehr (Baden) Weilheim (Baden) Wutach (Gemeinde) Wutöschingen Schweiz RheinKarte
Über dieses Bild

Rickenbach ist eine Gemeinde im Landkreis Waldshut in Baden-Württemberg. Seit 2008 ist Rickenbach Luftkurort.[2]

Rickenbach auf einer Luftaufnahme vom 31. Januar 2015

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der staatlich anerkannte Erholungsort Rickenbach liegt im Vorderen Hotzenwald am Südrand des Schwarzwaldes zum Hochrhein. Die hügelige Hochebene wird durch das steilwandige Tal getrennt, das das Flüsschen Murg durchfließt. Wälder mit hohem Fichtenanteil werden durch Wiesen, Ackerland und Weiden unterbrochen. Bei klarer Sicht kann man bis zur Alpenkette sehen (Foto). Das Gemeindegebiet liegt etwa zwischen 700 und 900 Meter über dem Meeresspiegel.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Herrischried, im Osten an Görwihl und die Stadt Laufenburg, im Süden an Murg und Bad Säckingen und im Westen an die Stadt Wehr.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rickenbach besteht aus sechs ehemals selbständigen Ortsteilen mit insgesamt 13 Ortschaften:

  • Altenschwand mit Glashütten und Strick
  • Bergalingen
  • Hottingen
  • Hütten mit Rüttehof
  • Rickenbach
  • Willaringen mit Egg, Jungholz, Lehnhof, Schweikhof, Wieladingen und Wickartsmühle

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rickenbach und seine Ortsteile können auf eine Siedlungsgeschichte zurückblicken, die meist bis in die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts zurückreicht.

Der Ort Rickenbach wurde erstmals 1257 erwähnt und entwickelte sich zu einem der wichtigsten Orte des südwestlichen Hotzenwaldes. Als Pfarrort war Rickenbach das Zentrum eines ausgedehnten Kirchspieles. Bis zur Gründung des Landes Baden im Jahre 1805 gehörte der Ort als Einungs- und Gerichtsort zur Grafschaft Hauenstein.

Altenschwand entstand als Streusiedlung und wurde um 1300 erstmals urkundlich erwähnt. Mit seinem Weiler Glashütten ist es eine der ältesten Glasmachersiedlungen des Schwarzwaldes.

Die Gemarkung Bergalingen war vermutlich schon in der Jungsteinzeit besiedelt. Das heutige Dorf hat seine Ursprünge im 13. Jahrhundert.

Aus derselben Zeit stammen auch die ersten urkundlichen Hinweise auf die aus Einzelhöfen hervorgegangenen Siedlungen Hütten und Rüttehof, wobei Hütten bis 1973 eine eigenständige Gemeinde war.

Hottingen, die Kapelle und das Gasthaus Sonne

Ein erster Hinweis auf Hottingen findet sich erst im Jahr 1416.

Zu Willaringen zählen mit den Streusiedlungen Egg, Jungholz, Schweikhof, Wieladingen und Wickartsmühle eine Reihe recht unterschiedlicher Weiler. Wieladingen, Schweikhof, Egg und Jungholz sind die ältesten urkundlich nachweisbaren Siedlungen der Gegend. Sie entstanden bereits zwischen dem 8. und 10. Jahrhundert als Rodungssiedlungen des Klosters in Säckingen. Bis ins 14. Jahrhundert wurden die Ortschaften von den Rittern von Wieladingen auf der dortigen Burg verwaltet. Nachdem das Rittergeschlecht verarmte und die Region verließ, kam Willaringen mit seinen Weilern zur Einung Rickenbach.
siehe auch Burgruine Wieladingen

Die heutige Gemeinde wurde im Zuge der Gemeindegebietsreform am 1. Januar 1975 durch Vereinigung der Gemeinden Rickenbach, Bergalingen und Willaringen neu gebildet. Ebenfalls am 1. Januar 1975 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Hottingen nach Rickenbach eingemeindet. Bereits am 1. Januar 1973 wurden Altenschwand und Hütten [3] eingemeindet.

Wappen der früheren Gemeinden

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist Mitglied der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Bad Säckingen.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Rickenbach wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis[4]. Die Wahlbeteiligung betrug 57,2 % (2009: 61,5 %). Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Partei Stimmen Sitze Ergebnis 2009
Freie Wähler 47,7 % 7 31,9 %, 5 Sitze
CDU 33,2 % 5 49,9 %, 8 Sitze
GRÜNE 15,9 % 2 18,2 %, 2 Sitze
LINKE 3,2 % 0 0,0 %, 0 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1983 bis April 2007 war das CDU-Mitglied Georg Keller Bürgermeister. Keller ist seit 2013 Präsident des Schwarzwaldvereins. Seit dem 2. Mai 2007 war Norbert Moosmann im Amt. Zwischen ihm und dem Gemeinderat kam es jedoch gehäuft zu Spannungen. Seit Sommer 2010 war Moosmann bis auf wenige Tage durchgehend krankgeschrieben. Zum 1. März 2012 versetzte das Landratsamt den Bürgermeister aufgrund von Dienstunfähigkeit in den Ruhestand, was Moosmann akzeptierte,[5] nachdem er im November 2012 vom Landgericht Waldshut-Tiengen verurteilt worden war, zusammen mit seinem Lebenspartner einen Brandanschlag auf sich selbst vorgetäuscht zu haben.[6][7] Am 17. März 2013 wurde mit 50,05 % der abgegebenen gültigen Stimmen Dietmar Zäpernick zum neuen Bürgermeister gewählt. Aufgrund einer Klage eines Bürgers wegen dessen Nichtzulassung als Bürgermeisterkandidat kann er das Amt jedoch nicht antreten und wurde deshalb vorläufig zum Amtsverweser bestellt[8]. Nach 552 Tagen hat der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg mit Beschluss von 14. Oktober 2014 den Rechtsstreit beendet und Zäpernick zum rechtmäßigen Bürgermeister erklärt[9].

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1980 verbindet Rickenbach eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Plombières-les-Bains in den Vogesen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2001 gibt es bei Hottingen ein Energiemuseum. Es widmet sich den heimischen Energiequellen. Schwerpunkt ist die Wasserkraftnutzung. Daneben werden durch Transmissionen angetriebene land- und hauswirtschaftliche Geräte gezeigt.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der zwischen Bergalingen und Jungholz gelegene Hochrheinsender der Deutschen Telekom dient mit seinem 184 Meter hohen Sendemast der Verbreitung von Fernsehprogrammen.

Die katholische Pfarrkirche St. Gordian und St. Epimach besitzt Glasfenster des Künstlers Emil Wachter von 1986.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ein Golfplatz (18 Loch Par 70) liegt am Ortsausgang von Rickenbach Richtung Altenschwand.
  • Ein Minigolfplatz befindet sich am Hirschgartenhüsli im Hauptort Rickenbach nahe der Golfanlage.
  • Vier Tennisplätze befinden sich innerhalb der Golfanlage in Rickenbach.
  • Ein Segelflugplatz liegt im Ortsteil Hütten.
  • Viele ausgeschilderte Wanderwege, etwa der Murgtalpfad.
  • Sportplatz FC Bergalingen

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umspannwerk Kühmoos des Schluchseewerks (großes Umspannwerk für 380 kV, 220 kV, 110 kV)

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eulogius Böhler (1861–1943), Kirchenmaler und Restaurator (geboren in Bergalingen)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rickenbach (Hotzenwald) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. http://www.rickenbach.de/de/service/buergermeister.php
  3. Markgräflerland: Der Baselstab im Gemeindewappen, Baselbieter Heimatblätter 1979 2/3, von Günter Mattern
  4. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Wahlergebnis 2014
  5. Badische Zeitung 28. November 2012
  6. Roman Deininger: Der seltsame Fall des Bürgermeisters von Rickenbach. Süddeutsche Zeitung, 13. November 2012, abgerufen am 13. November 2012.
  7. Justus Obermeyer: Der Fall Moosmann im Rückblick. Südkurier, 26. September 2012, abgerufen am 13. November 2012.
  8. Badische Zeitung vom 30. April 2013
  9. Badische Zeitung vom 18. Oktober 2014