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Rickenbach (Salem)

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Rickenbach
Gemeinde Salem
Wappen von Rickenbach
Koordinaten: 47° 48′ N,  16′ OKoordinaten: 47° 47′ 43″ N,  15′ 36″ O
Fläche: 1,71 km²
Einwohner: 208 (1. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 122 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 1972
Postleitzahl: 88682
Vorwahl: 07553

Rickenbach ist ein Ortsteil der Gemeinde Salem im Bodenseekreis in Baden-Württemberg.

Rickenbach liegt am westlichen Rand des Salemer Tales in der Bodenseeregion. Es ist etwa zwei Kilometer in nordwestlicher Richtung vom Zentrum der Gemeinde Salem entfernt. Das Gelände steigt gegen Westen leicht an und wird vom Orsbach durchflossen, der in die auf der östlichen Seite den Ort umfließemde Salemer Aach mündet.[2]

Zu Gemarkung Rickenbach gehört das Dorf Rickenbach und der Riedhof.

Ur- und Frühgeschichte

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Die alemannische Besiedlung von Rickenbach wird in der frühen Karolingerzeit im 8./9. Jahrhundert, vermutet, als Ausbauort von Frickingen her.[3] Vermutlich steht der Ort auf altem Siedlungsland befindet, da im Ort Funde aus der Römerzeit gemacht wurden.

Mittelalter und frühe Neuzeit

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Erste urkundliche Erwähnung aus dem Jahr 838 ist fraglich. Gesichert ist die Nennung Rickenbachs 972 im Zusammenhang mit Besitzungen des Klosters Einsiedeln. Obwohl das Kloster Salem im 12. und 13. Jahrhundert durch Schen-kungen und Käufe bedeutenden Grundbesitz erwarb, blieb die Grundherrschaft aufgeteilt. Als Herrschaften werden genannt: Kloster Einsiedeln. Kloster Reichenau, Konstanz und Überlinger Patrizier.

Die Lokalisierung des 1262 bis 1330 bezeugten Adels in Rickenbach ist fraglich.

Die Inhaber der Ortsherrschaft im Spätmittelalter sind nicht bekannt. Diese gelangte 1461 mit einem Hof von einem Überlinger Bürger an das des Spitals Überlingen und verblieb dort bis 1803.[4] Die Hochgerichtsbarkeit hatte die Grafschaft Heiligenberg inne.

Nach der Enteignung der Reichsstadt Überlingen im Zuge der Säkularisation 1803 gehört der Ort zum badischen Oberamt, ab 1813 zum großherzoglichen badischen Bezirksamt Überlingen im Seekreis, ab 1850 zum Bezirksamt Salem im Großherzogtum Baden. Nach 1857 gehörte Rickenbach wieder zum Bezirksamt Überlingen ab 1939 Landkreis Überlingen.

Von 1803 bis vor 1834 bildete Rickenbach mit Bambergen eine gemeinsame Gemeinde.

Im Zuge der Gebietsreform in Baden-Württemberg schloss sich Rickenbach 1972 mit sieben weiteren Orten zur Gemeinde Salem zusammen.[5]

Die Zahl der Einwohner in Rickenbach hat sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts kaum verändert.[6]

Bevölkerungsentwicklung Rickenbach ab 1834

Die Bevölkerung war bis zur Säkularisierung 1803 katholisch. Dies ändert sich im 19. Jahrhundert nur minimal. Bis 1925 stieg die Zahl der evangelischen Christen auf 5 %, bis 1950 auf 15 % und sank dann wieder auf etwa 10 %.[7]

Kirchlich gehört Rickenbach zu der ehemaligen Pfarrei Frickingen im Dekanat Linzgau.

Die Katholische Kapelle St. Wendelin mit einem im Kern romanischen Saalbau wurde im Jahr 1996 instandgesetzt. In ihrer Umgebung stehen seit dem Barock-Zeitalter Lindenbäume.[8]

Der Gemeinderat von Salem wurde von 1972 bis 2008 in einer unechten Teilortswahl gewählt. Das System garantierte jedem Ortsteil eine bestimmte Anzahl von Sitzen. In der Gemeinde Salem gibt es für jeden Ortsteil einen Ortsreferenden.

Blasonierung: „In Blau eine aus dem Schildgrund wachsende goldene Schäferkelle, begleitet rechts von einer goldenen Krone und links von einer goldenen Mitra, beide rot ausgestaltet und mit roten Steinen geziert.“ Das Wappen verdeutlicht die drei Lebensabschnitte des Kapellen- und Dorfheiligen: Königsohn – Schäfer – Abt. 1973 wurde die silberne Feldfarbe in Blau und die braune Schäferkelle in Gold umgewandelt.[9]

Öffentliche Einrichtungen

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Das frühere Schul- und Rathaus, erbaut um 1900, wurde im Jahr 1972 zum Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrhaus umgestaltet, unter beträchtlicher Eigenleistungen der Dorfgemeinschaft. Im Jahr 1988 wurde der ehemalige Rathaussaal mit dem ehemaligen Schulraum verbunden und so ein Dorfgemeinschaftsraum geschaffen. Des Weiteren entstand ein Dorfbrunnen.[10]

Rickenbach liegt an der Landstraße L205 von Salem nach Lippertsreute. Daneben führen zwei Gemeindestraßen nach Frickingen bzw. nach Baufnang. Der Ort ist in den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) des Verkehrsverbunds bodo eingebunden. Die Linienbusse (u. a. Linie 7381 und 7379 Verkehrs-verbund Hegau-Bodensee) verbinden den Ortsteil mit Salem-Mitte, Überlingen und umliegenden Gemeinden.

Rickenbach liegt mitten im Obstbaugebiet des Salemer Tals. Der Ort hat seine landwirtschaftlich geprägtes Aussehen weitgehend behalten, eine der wenigen Ausnahmen im Linzgau.[11]

Sehenswürdigkeiten

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  • Kath. Kapelle St. Wendelin, kleiner spätgotischer, im Kern romanischer Saalbau mit geradem Chorabschluss und kleinem Glockenstuhl von 1823[12]
  • Das Ende des 19. Jahrhunderts gebaute Schul- und Rathaus

Der Ort Rickenbach zählte im 19. Jahrhundert zur Schulgemeinde von Frickingen, bis er um 1900 dort ausschied und ein eigenes Volksschulgebäude errichtete. Ab dem Schuljahr 2000/01 werden alle Grundschüler aus Rickenbach nicht mehr in Frickingen, sondern in Mimmenhausen zur Schule gehen.[13]

Vereine und Veranstaltungen

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Die Rickenbacher Hennen organisieren seit 1965 die Dorffasnacht in Ricken-bach. Sie beteiligen sich auch an Umzügen in den umliegenden Orten. Seit 1977 werden sie musikalisch durch die Schälmenigegruppe unterstützt.

Persönlichkeiten

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  • Hermann Schwelling (*Juli 1942 Schwäblishausen) Unternehmer im Maschinenbau
  • Kuratorium Heimat und Arbeit (Hrsg.): Die Gemeinden im oberen und unteren Linzgau. Rickenbach, in: Der Kreis Überlingen / Überlingen und der Linzgau am Bodensee. 1972. ISBN 3-8062-0102-1, S. 332i
  • Gemeinde Salem (Hrsg.): Findbuch Gemeindearchiv. Daten zur Geschichte der Altgemeinde Rickenbach, 2009.
  • Hugo Gommeringer: Rickenbach, in: Salemer Wappen. 2000. ISBN 3-929551-09-8. S. 66 f
  • Regierungspräsidium Tübingen Referat 26 Denkmalpflege: Verzeichnis der unbeweglichen Bau- und Kunstdenkmale in Baden-Württemberg – Bodenseekreis – Salem – Rickenbach
  • Mathias Kohler: Kirchen und Kapellen in der kath. Pfarreien Frickingen und Altheim. , 2017. ISBN 978-3-7954-7044-9
Commons: Rickenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Einwohnerzahl und Fläche Gemeinde Salem. Abgerufen am 22. Oktober 2025.
  2. Kuratorium Heimat und Arbeit: Die Gemeinden im oberen und unteren Linzgau, Rickenbach, S. 332 in: Der Kreis Überlingen / Überlingen und der Linzgau am Bodensee. 1972.
  3. Kuratorium Heimat und Arbeit (Hrsg.) (1972): Alemannische Besiedlung, S. 121, in: Der Kreis Überlingen / Überlingen und der Linzgau am Bodensee.
  4. Gemeinde Salem: Findbuch Gemeindearchiv. Daten zur Geschichte der Altgemeinde Rickenbach, 2009.
  5. Statistisches Landesamt BW: Gemeindeliste III - Herkunft und Verbleib der Gemeinden nach Abschluss der Kreis- und Gemeindereform, Stuttgart 1999
  6. Rickenbach auf Landeskunde entdecken online – leoBW
  7. Hugo Gommeringer: Rickenbach, in: Salemer Wappen. 2000. S. 68 f
  8. Hugo Gommeringer: Rickenbach, S. 68–69, in: Salemer Wappen. 2000
  9. Hugo Gommerin-ger: Rickenbach, in: Salemer Wappen. 2000. S. 68 f
  10. Kuratorium Heimat und Arbeit: Die Gemeinden im oberen und unteren Linzgau, Rickenbach, in: Der Kreis Überlingen / Überlingen und der Linzgau am Bodensee. 1972. S. 335
  11. Regierungspräsidium Tübingen Referat 26 Denkmalpflege: Verzeichnis der unbeweglichen Bau- und Kunstdenkmale in Baden-Württemberg Bodenseekreis – Salem-Rickenbach.
  12. Gemeinde Salem: Findbuch Gemeindearchiv. Daten zur Geschichte der Altge-meinde Rickenbach 2009