Rickenbach TG

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TG ist das Kürzel für den Kanton Thurgau in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Rickenbachf zu vermeiden.
Rickenbach
Wappen von Rickenbach
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton ThurgauKanton Thurgau Thurgau (TG)
Bezirk: Münchwilen
BFS-Nr.: 4751i1f3f4
Postleitzahl: 9532
UN/LOCODE: CH RHI
Koordinaten: 721519 / 256715Koordinaten: 47° 27′ 0″ N, 9° 3′ 0″ O; CH1903: 721519 / 256715
Höhe: 550 m ü. M.
Höhenbereich: 530–630 m ü. M.
Fläche: 1,58 km²
Einwohner: 2774 (31. Dezember 2018)[1]
Einwohnerdichte: 1756 Einw. pro km²
Website: www.rickenbach-tg.ch
Lage der Gemeinde
BichelseeGlotner WeierHasenloo WeierBettenauer WeierKanton St. GallenKanton ZürichBezirk FrauenfeldBezirk WeinfeldenAadorfBettwiesenBichelsee-BalterswilBichelsee-BalterswilBraunau TGEschlikonFischingen TGLommisMünchwilen TGRickenbach TGSirnachTobel-TägerschenWängiWilen TGKarte von Rickenbach
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Rickenbach ist eine politische Gemeinde und eine Ortschaft[3] im Bezirk Münchwilen des Schweizer Kantons Thurgau.

Die politische Gemeinde besteht seit dem 1. Januar 1998, als sich im Rahmen der Thurgauer Gemeindereform die Ortsgemeinde Wilen bei Wil von der Munizipalgemeinde Rickenbach bei Wil trennte und diese sich mit der Ortsgemeinde gleichen Namens zur politischen Gemeinde Rickenbach TG formierte.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rickenbach liegt im Hinterthurgau und ist ein Vorort der Stadt Wil SG. Der Ort bietet viele Einkaufsmöglichkeiten, da unter anderem die Ladenöffnungszeiten im Kanton Thurgau im Gegensatz zum benachbarten Kanton St. Gallen liberaler sind. Anderseits profitiert Rickenbach von der Nähe zur Stadt Wil mit ihren vielfältigen Möglichkeiten und guten Verkehrsverbindungen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche St. Verena aus dem Jahr 1644, die untersten Steine des Turmes stammen aus dem Jahr 838.
1923 war Rickenbach noch ein beschauliches Dorf.

Rickenbach ist 754 in der Henauer Urkunde als Richinbach erstmals erwähnt worden.[4] Das Kloster St. Gallen besass bereits im 8. Jahrhundert Güter in Rickenbach. 1471 erwarb die Abtei St. Gallen die verpfändete Vogtei Rickenbach von Balthasar von Hohenlandenberg zurück. 1483 bis 1798 unterstand Rickenbach dem Gericht Rickenbach, zu dem auch Wilen und ab 1506 Busswil gehörten und das vom Wileramt des Klosters St. Gallen verwaltet wurde. Malefizurteile vollzog der eidgenössische Landvogt im Thurgau. In Rickenbach tagte zudem das Freigericht Thurlinden, dem die Bauern freier Höfe der Gegend angehörten.

838 stand in Rickenbach eine Kirche, deren Patronat und Kirchensatz dem Kloster St. Gallen zustand. 1350 bis 1422 war Rickenbach eine Filialkirche von Kirchberg. 1529 bis 1531 folgte die Kirchgemeinde vorübergehend dem reformierten Glauben. 1644 wurde die heutige Kirche St. Verena neu errichtet. Nach der Auflösung der Dreizelgenwirtschaft betrieb Rickenbach ab dem 19. Jahrhundert vermehrt Vieh- und Milchwirtschaft mit einer Käserei. Die Mühle aus dem 13. Jahrhundert wurde 1919 zur Grosshandelsmühle (Eberle Mühlen) erweitert und 2000 geschlossen. Die Glockengiesserei Eschmann bestand bis 1973. Nach dem Bau der Autobahn A1 und dem Wachstum von Wil verdoppelte sich 1960 bis 1990 in Rickenbach die Bevölkerung.[5]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rickenbach TG-blazon.svg

Blasonierung: In Schwarz eine gelbe, gedeckte hölzerne Brücke.[6]

Ein ähnliches Wappen wurde von der Gemeinde seit dem 19. Jahrhundert geführt. Die Brücke steht für den Thurübergang, die Farben verweisen auf die engen Beziehungen des Dorfes mit der Abtei St. Gallen. Nachdem die Ortsgemeinde Rickenbach bei Wil 1998 zur politischen Gemeinde Rickenbach fusionierte, wurde das Wappen weiter verwendet.[6]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde Rickenbach[7]
Bevölkerungsentwicklung der Einheitsgemeinde[7]
Jahr 2000 2010 2018
Einwohner 2426 2470 2771
Bevölkerungsentwicklung der Orts- und Munizipalgemeinde
Jahr 1850 1880 1900 1930 1950 1960 1980 1990
Munizipalgemeinde[5] 756 865 921 1364 1485 1918 2766 3992
Ortsgemeinde[7] 464 520 542 755 845 968 1717 2490

Von den insgesamt 2771 Einwohnern der Gemeinde Rickenbach im Jahr 2018 waren 1019 bzw. 36,8 % ausländische Staatsbürger. 1110 (40,1 %) waren römisch-katholisch und 425 (15,3 %) evangelisch-reformiert.[3]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2016 bot Rickenbach 797 Personen Arbeit (umgerechnet auf Vollzeitstellen). Davon waren 0,3 % in der Land- und Forstwirtschaft, 33,1 % in Industrie, Gewerbe und Bau sowie 66,6 % im Dienstleistungssektor tätig.[2]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rickenbach profitiert durch seine Nähe zu Wil vom dortigen Bahnhof sowie vom Anschluss an die Autobahn A1, welche in wenigen Minuten zu erreichen ist. Rickenbach liegt an der Buslinie Wil–KirchbergGähwil von WilMobil. Seit einigen Jahren gibt es bedeutend weniger Durchgangsverkehr durch Rickenbach, da die Verkehrsströme mittels Umfahrungsstrasse und verkehrsberuhigenden Massnahmen etwas umgeleitet wurden.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Impressionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Rickenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  2. a b Thurgau in Zahlen 2019. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (PDF-Datei; 1,8 MB), abgerufen am 28. April 2020.
  3. a b Ortschaften und ihre Wohnbevölkerung. Ausgabe 2019. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (Excel-Tabelle; 0,1 MB), abgerufen am 28. April 2020.
  4. StiASG, Urk. Bremen 7. Online auf e-chartae, abgerufen am 19. Juni 2020.
  5. a b Erich Trösch: Rickenbach (TG). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  6. a b Gemeindewappen. Auf der Webseite des Staatsarchivs des Kantons Thurgau, abgerufen am 8. Dezember 2019
  7. a b c Bevölkerungsentwicklung der Gemeinden. Kanton Thurgau, 1850–2000 und Wohnbevölkerung der Gemeinden und Vorjahresveränderung. Kanton Thurgau, 1990–2018. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (Excel-Tabellen; jeweils 0,1 MB), abgerufen am 28. April 2020.