Rieben (Beelitz)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Rieben
Stadt Beelitz
Koordinaten: 52° 11′ 29″ N, 13° 2′ 19″ O
Höhe: 39 m
Fläche: 14,1 km²
Einwohner: 336 (31. Mai 2010)
Bevölkerungsdichte: 24 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 2001
Postleitzahl: 14547
Vorwahl: 033204
Karte
Dorfkirche Rieben
Dorfkirche Rieben

Rieben ist ein Ortsteil der Stadt Beelitz im Landkreis Potsdam-Mittelmark im Bundesland Brandenburg. Das Straßendorf mit seinen 336 Einwohnern[1] liegt an der L73 zwischen Michendorf und Luckenwalde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1362 erstmals erwähnt.

Im Herbst 2011 wurden südlich der Dorfkirche 49 Skelette geborgen, die überwiegend aus der frühen Neuzeit stammten. Aus Kostengründen wurden nur eingeschränkte anthropologische Untersuchungen durchgeführt. Von den 33 Erwachsenen, 7 Jugendlichen 9 Kindern waren 19 weiblich und 15 männlich. Bei 15 Skeletten ließ sich das Geschlecht nicht feststellen. Die Körperhöhe betrug im Durchschnitt 160,9 cm. Es handelte sich um einen zufälligen, nicht repräsentativen Ausschnitt der Einwohnerschaft des frühneuzeitlichen Riebens. Zähne und Gebisse waren durchweg in sehr schlechtem Zustand. Die Belastung mit Zahnkaries war vergleichsweise hoch. An den Skeletten ließen sich zahlreiche Erkrankungen nachweisen, die jedoch nicht systematisch aufgenommen und lediglich als Einzelfälle vorgestellt wurden. Es handelte sich um altersbedingte Degenerationen an den Gelenken und Wirbeln, Hinweise auf Mangelernährung, Infektionen der oberen Atemwege und verheilte Knochbrüche.[2]

In den 1960er Jahren bestanden rund um den Riebener See mehrere LPGen. Auf mehreren Hektar Fläche wurden Enten und Schweine gemästet. Hinzu kam eine intensive landwirtschaftliche Nutzung der angrenzenden Flächen. Die Entenmast endete in den 1980er Jahren, ab 1991 ging die Intensivnutzung der Flächen stark zurück. Der See ist nun wie auch der Ort ein Bestandteil des Naturparks Nuthe-Nieplitz.

Naturschutzgroßprojekt Riebener See[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die intensive Nutzung der Landwirtschaft gelangten bis 1991 erhebliche Mengen an Gülle sowie chemische Düngemittel in den See. Mit dem Wegfall dieser Düngemittel entwickelte sich das Gewässer zu einem eutrophen Klarwasserflachsee, der in Brandenburg vergleichsweise gelten anzutreffen ist. In einem Naturschutzgroßprojekt des Landesumweltamtes wurden der See und dessen umliegende Flächen behutsam renaturiert. Das Amt entwickelte dabei unter anderem einem rund sechs Kilometer langen Rundweg, der vom Dorfanger zum See und über die Felder zurück nach Rieben führt. Vom Dorfanger gelangt man in südöstlicher Richtung dabei zu einer naturnahen Waldfläche, auf der zuvor eine Schweinemastanlage stand. Südlich des 12,8 hohen Kolbergs führt der Weg zu einer extensiven Weide, auf der Mutterkühe gehalten werden. Die Fläche wurde bislang als Intensivacker mit Gülleverregnung genutzt. In nordöstlicher Richtung gelangt man zu einem Bohlensteg mit einem Beobachtungsstand. Am ehemaligen Wehr bietet sich der einzige Ausblick auf den See. Folgt man dem Weg, so gelangt man zu einem Sandtrockenrasen, der zuvor mit Gehölz bewachsen war, um danach zu einer extensiven Schafweide zu gelangen, die ebenfalls als Intensivacker genutzt wurde. In nordwestlicher Richtung erreicht der Besucher den renaturierten Seeabfluss mit einer Furt sowie eine Fußgängerbrücke. Hieran schließt ein naturnaher Mischwald an, der einen Kiefernforst ersetzt. Die rund 26 Hektar große Entenmastanlage wird im Jahr 2015 als naturnahe Waldentwicklung sowie für eine weitere extensive Schafweide genutzt. Von dieser Weide aus führt der Rundweg entlang der Landstraße zurück in den Ort.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dorfkirche Rieben wurde im Stil der romanischen Neugotik in den Jahren 1817 bis 1820 errichtet. Im Jahr 1896 erweitere die Kirchengemeinde die Saalkirche und schaffte eine Orgel an. Nachdem in den 1970er Jahren bei einer Sanierung der Kirche Putz verwendet wurde, der das Bauwerk schädigte, sanierte die Gemeinde den Sakralbau in den Jahren 2006 bis 2012. Das Sanierungskonzept sah dabei sowohl eine kirchliche, wie auch kommunale und soziale Nutzung vor.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stadt Beelitz (Hrsg.): Spargelstadt Beelitz – Stadt mit Köpfchen. 1. Auflage. inixmedia nord/ost, 2014, S. 42.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rieben (Beelitz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Beelitzer Nachrichten 21. Jahrgang Nr. 6, Seite 9
  2. Projekt Rieben. In: anthropologie-jungklaus.de. Abgerufen am 4. Juni 2017.
  3. Naturpark Nuthe-Nieplitz: Rundwanderweg Riebener See. Landesumweltamt Brandenburg, Flyer, ohne Datumsangabe