Riechheim

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Riechheim
Gemeinde Elleben
Koordinaten: 50° 52′ 48″ N, 11° 7′ 5″ O
Höhe: 406 m
Einwohner: 595 (Jun. 2010)[1]
Eingemeindung: 24. Januar 1974
Postleitzahl: 99334
Vorwahl: 036200
Dorfkirche
Dorfkirche

Riechheim ist ein Ortsteil von Elleben im Ilm-Kreis (Thüringen) mit 595 Einwohnern.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Riechheim liegt am Südrand des Thüringer Beckens in etwa 400 Metern Höhe am Westhang des 513 Meter hohen Riechheimer Berges. Der Riechheimer Berg ist die höchste Erhebung in der Umgebung. Nach ihm ist die Verwaltungsgemeinschaft Riechheimer Berg benannt. Das Gebiet um Riechheim dient zahlreichen Erfurtern als Ausflugs- und Erholungsgebiet. In den 1990er-Jahren wurden in Riechheim drei Wohngebiete angelegt. Das mit Abstand größte befindet sich am Südwesthang des Riechheimer Berges. Dadurch erhöhte sich die Einwohnerzahl von etwa 180 auf etwa 600. Heute ist Riechheim der größte Ortsteil der Gemeinde Elleben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine frühe Besiedlung um den dominierenden Berg im Vorland des Thüringer Waldes beweisen Funde von Feuersteingerärten auf dem Riechheimer Berg. Es ist davon auszugehen, dass sich auf ihm eine jungsteinzeitliche Höhensiedlung befand.[2]

Riechheim entstand vermutlich aus einer Ausspanne an einer Quelle. Die erste Erwähnung des Ortes fällt ins Jahr 1379. In Riechheim wütete der Dreißigjährige Krieg schwer.

Die St. Gallus-Kirche wurde 1646 bei einem durch Kriegerscharen verursachten Brand des Ortes zerstört. Krieger waren auch in der Kirche einquartiert. Die heutige Kirche des Ortes stammt aus dem Jahr 1647. Sie erhielt 1747 aus der Werkstatt des Wanderslebeners Orgelbauers Johann Stephan Schmaltz eine neue Orgel.

Heute probt ein Chor mit 20 Frauen und neun Männern im Gemeinderaum der Kirche Gesangsstücke.[3][4]

Bis 1920 gehörte Riechheim zum Amt Kranichfeld im Herzogtum Sachsen-Meiningen. Danach wurde das Dorf Teil des Kreises Weimar, ab 1952 gehörte es zum Kreis Arnstadt im Bezirk Erfurt. Dieser Kreis ging 1994 im Ilm-Kreis auf, zu dem Riechheim heute gehört. Die evangelisch-lutherische Kirchgemeinde Riechheim gehört zum Kirchspiel Elxleben. Am 24. Januar 1974 wurde der Ort in die Gemeinde Elleben eingegliedert.[5]

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Riechheim ist landwirtschaftlich geprägt. Die meisten Einwohner sind jedoch Berufspendler, die in größtenteils in Erfurt und Arnstadt arbeiten. Es gibt drei Gaststätten, darunter das Gasthaus Riechheimer Berg und das Landgasthaus im Ort. Im ursprünglichen Dorfgebiet werden noch einige Bauernhöfe betrieben, allerdings nur noch einer hauptberuflich. Auch gibt es eine kleine Autowerkstatt.

Von Riechheim führen öffentliche Straßen nach Hohenfelden, Gügleben und eine schlecht befahrbare nach Schellroda.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Ortsteil Riechheim. Verwaltungsgemeinschaft Riechheimer Berg. Abgerufen am 20. Dezember 2011.
  2. Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag, 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 209.
  3. Evangelischer Kirchenkreis Arnstadt Ilmenau – Riechheim. Abgerufen im Oktober 2013
  4. Die Gemeinden stellen sich vor Verwaltungsgemeinschaft Riechheimer Berg. Abgerufen im Oktober 2013.
  5. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Riechheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien