Ries (Graz)

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Ries
10. Stadtbezirk von Graz
Wappen Graz.svg
Basisdaten [1]
Fläche: 10,16 km²
Einwohner: 5.666 (1. Jänner 2012)
Bevölkerungsdichte: 553 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 8010, 8044, 8047
Geografische Lage: 47° 5′ N, 15° 30′ O47.08666666666715.493888888889Koordinaten: 47° 5′ N, 15° 30′ O
Lage in Graz
Karte von Ries (Graz)
Bezirksamt: Stiftingtalstraße 3
8010 Graz
Bezirksvorsteher: Wolfgang Renner (ÖVP)[2]
1. Bezirksvorsteher-Stv.: Stefan Egger (Grüne)[2]
2. Bezirksvorsteher-Stv.: Silvana Weidinger (KPÖ)[2]
Öffentliche Verkehrsmittel: Straßenbahnlinie: 7
Buslinien: 41, 61, 77, 82
N7
Foto
Riesplatz
Riesplatz

Ries ist der 10. Grazer Stadtbezirk.

Er grenzt im Westen an die Bezirke Mariatrost und Geidorf, im Süden an St. Leonhard und Waltendorf. Der Bezirk umfasst die beiden Katastralgemeinden Stifting und Ragnitz. Im Bezirk befindet sich die 1987 eingeweihte Bruder-Klaus-Kirche der Pfarre Graz-Ragnitz.

Geschichte[Bearbeiten]

Ries wurde im Jahre 1850 eine selbstständige Gemeinde im damaligen Osten von Graz. Zwischen 1904 und 1948 fanden die so genannten Riesrennen mit bis zu 70.000 Zuschauern statt. Das 1969 eröffnete Teilstück der A2 zwischen Graz und Gleisdorf entlastete die gefährliche Riesstrecke, heutzutage wurde diese Entlastung durch den zunehmenden Verkehr allerdings wieder mehr oder weniger aufgehoben.

1938 wurde Ries, wie die übrigen heutigen Grazer Randbezirke, nach Graz eingemeindet. Ursprünglich war auch geplant das angrenzende Kainbach sowie Teile der Gemeinde Purgstall mitzunehmen, jedoch konnten sich dieser Gemeinden einer Eingemeindung entziehen. 1946 war angedacht Ries nach Kainbach umzubenennen, was die Gemeinde Kainbach jedoch erfolgreich verhindern konnte. So entschied man sich den Bezirk nach dem Höhenrücken zwischen den beiden Tälern des Bezirks, Ragnitz- und Stiftingtal, zu benennen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Ries

Widerstandsdenkmal Riesstraße[Bearbeiten]

An der Riesstraße steht ein Steinkreuz, das an sieben (oder acht) hingerichtete Wehrmacht-Deserteure erinnert. Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs, am 4. April 1945, wurden sieben (oder acht) desertierte Wehrmachtsoldaten erschossen. Ob sie am Standort des Kreuzes oder in der Grazer Reiterkaserne starben und erst später zu Abschreckungszwecken auf die Ries verbracht wurden, ist nicht mehr genau nachzuvollziehen. Herkunft und Namen der Männer waren nicht mehr feststellbar, auch im Sterberegister der Pfarre St. Leonhard finden sich keine Einträge zu den Ereignissen. Erst nach Recherchen des ehemaligen Bezirksrats von Ries, Hans Fraeulin, und des Historikers Georg Fuchs konnten die Exekutionen bestätigt werden.[3]

Ab 1953 stand an der Stelle ein Holzkreuz. Der ehemalige Grazer Bürgermeister Alfred Stingl und der St. Leonharder Pfarrer Fink initiierten die Aufstellung des Steinkreuzes. Seit 1995 findet am Jahrestag der Ermordungen eine alljährliche Gedenkveranstaltung für die Opfer des Widerstandes statt.[3] Das Mahnmal besteht aus einem Natursteinsockel mit Inschrifttafel und einem schlichten Steinkreuz. Die Inschrift lautet:

Hier wurden
am 4. April 1945
7 junge Soldaten
wegen Widerstands
hingerichtet.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ries, Graz – Sammlung von Bildern, Videos und AudiodateienVorlage:Commonscat/Wartung/P 2 fehlt, P 1 ungleich Lemma

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bezirke auf graz.at
  2. a b c Bezirksräte im Bezirk Ries auf graz.at
  3. a b Artikel Gedenken an Widerstandstote. In: Woche. Graz Ost (14/2012) vom 4. April 2012, S. 20-21.