Riesa

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Riesa
Riesa
Deutschlandkarte, Position der Stadt Riesa hervorgehoben
Koordinaten: 51° 18′ N, 13° 18′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Meißen
Höhe: 109 m ü. NHN
Fläche: 58,91 km2
Einwohner: 30.885 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 524 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 01587, 01589, 01591
Vorwahl: 03525
Kfz-Kennzeichen: MEI, GRH, RG, RIE
Gemeindeschlüssel: 14 6 27 230
Stadtgliederung: 10 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
01589 Riesa
Webpräsenz: www.riesa.de
Oberbürgermeister: Marco Müller (CDU)
Lage der Stadt Riesa im Landkreis Meißen
Coswig (Sachsen) Diera-Zehren Ebersbach (bei Großenhain) Glaubitz Gröditz Großenhain Hirschstein Käbschütztal Klipphausen Lampertswalde Lommatzsch Meißen Moritzburg Gröditz Niederau Nossen Nünchritz Priestewitz Radebeul Radeburg Riesa Röderaue Schönfeld Stauchitz Strehla Thiendorf Weinböhla Wülknitz Zeithain Sachsen Dresden Landkreis Bautzen Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Landkreis Mittelsachsen Landkreis Nordsachsen BrandenburgKarte
Über dieses Bild
Riesa, Luftaufnahme, 2017
Blick über die Elbe auf Riesa, 2008
Riesa, Landungsbrücke mit Schleppern und Lastkähnen, 1910

Riesa ist eine Mittelstadt im sächsischen Landkreis Meißen. Sie liegt auf einer Fläche von 58,84 Quadratkilometern linksseitig der Elbe. Bekannt wurde die Stadt vor allem durch ihre Stahlindustrie und als Sportstadt.

Seit 1994 hat Riesa den Status Große Kreisstadt im Freistaat Sachsen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Riesa liegt an einem Elbbogen und an der Einmündung der Flüsse Jahna und Döllnitz, wobei der Hafen dem Ende des Flussverlaufs der Döllnitz folgt. Straßenverläufe prägend sind die Pausitzer Delle und der Heideberg. Riesa befindet sich nördlich der Lommatzscher Pflege.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind Hirschstein, Nünchritz, Stauchitz, Zeithain und die Stadt Strehla im Landkreis Meißen sowie Liebschützberg im Landkreis Nordsachsen.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Riesa gehören zehn Stadtteile:[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sage vom Riesaer Riesen als Namensursprung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Riesenhügel, 2014

Die Sage wurde 1785 von dem Boritzer Pfarrer Johann Friedrich Ursinus erstmals aufgezeichnet. Einst kam ein Riese auf seiner Wanderschaft an das Ufer der Elbe. Bevor er den Fluss überschritt, machte er eine kurze Rast. Er spürte in seinen Stiefeln ein Drücken, das von den auf der langen Wanderschaft angesammelten Sandkörnchen und kleinen Steinchen herrührte. Er setzte sich an das Ufer, zog stöhnend seine Stiefel aus und drehte sie um. So entstand ein großer Hügel, auf dem die ersten Häuser von Riesa erbaut wurden. So erklären die Riesaer den Namen ihrer Stadt.

Der Riese ist auf Grund dieser Erzählung ein Namenszeichen von Riesa. Der Riese krönt eine Variante des Stadtwappens und gilt als Stadtmaskottchen. Seit 2004 verkörpert der Braumeister Gunter Spies vom HammerBräu im Riesenhügel offiziell das Riesaer Stadtmaskottchen. Der Riesaer Riese gehört zu den meistgesehenen Stadtmaskottchen Sachsens. Einige Jahre lang wurde am jeweils letzten Augustwochenende ein Riesenfest gefeiert. Die Auszeichnung Riesaer Riese wird alljährlich in der Stadt an zu ehrende Bürger in den Kategorien Wirtschaft, Kultur, Sport, Ehrenamt, Lebenswerk verliehen. Zum Bürgerfest 20 Jahre Deutsche Einheit in Dresden vertrat er den gesamten Landkreis. Im April 2014 erhielt er den RIESAER RIESEN in der Kategorie Ehrenamt für das Jahr 2013.[3]

Historischer Namensursprung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tatsächlich leitet sich Riesa aus Riezowe her. Dieser Name, latinisiert als Rezoa, taucht erstmals in einer Urkunde des Papstes Calixt II. vom Oktober 1119 auf, als Dietrich I., Bischof von Naumburg, das älteste Kloster der Mark Meißen weihte. Er benutzte den Namen der kleinen slawischen Siedlung in unmittelbarer Nähe des Klosters im Mündungsbereich der Jahna in die Elbe. Risowe bedeutet so viel wie Geländeeinschnitt, sodass der Name der Stadt frei als „Ort an der Flussmündung“ oder „Ort am Fluss“ übersetzt werden kann. Der Ortsname Riesa ist erstmals 1451 belegt.

Zeittafel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Auflösung des Klosters 1554 erfolgte der Umbau zum Schloss, seit 1874 Rathaus, 2007

In der Zeit der römischen Kaiser und der Völkerwanderung ist in der Gegend um Riesa ein namenloser elbgermanischer Kleinstamm der Hermunduren nachgewiesen. Im Zuge der Völkerwanderung zogen sie westwärts und slawische Völker besiedelten das Gebiet. Dieses stand wahrscheinlich in loser Abhängigkeit von den weiter westlich liegenden thüringischen Stammesgebieten, was sich in den archäologischen Funden widerspiegelt. In der Zeit entstand in der Nähe des Zusammenflusses von Jahna und Elbe die Siedlung Riezowe, eine von vielen in einer relativ dicht bewohnten Gegend. Im 10. Jahrhundert begann die Zeit der deutschen Dominanz in der Region. Eine schriftliche Erwähnung fand der Ort allerdings erst einige Jahrhunderte später nach der sogenannten deutschen Ostexpansion. Etwa ab dem Jahre 1111 wurde ein vierseitig geschlossener Bauernhof am Abhang zur Jahna in ein Kloster umgewandelt, ein Ereignis, das eine Urkunde von Papst Calixt II. vom Oktober 1119 festhielt. Es handelte sich um das deutsche Kloster in der Mark Meißen. Die ansässigen Mönche brachten das Kloster beinahe in den wirtschaftlichen Ruin. Kurze Zeit später nahmen die Augustiner-Chorherren die Geschicke des Klosters in die Hand. Da kundige Mönche überall im Lande gefragt waren, wurden sie nach und nach abgeworben, an ihre Stelle traten Nonnen. 35 Jahre lang bestand ein Doppelkloster. 1542 mussten die 17 Nonnen vom Orden des Heiligen Benedikt ihre Heimstatt verlassen, die 1554 als Lehnsgut vergeben wurde. Im Jahr 1623 wurde dem Marktflecken Riesa durch den Kammerherrn des sächsischen Kurfürsten, Christoph Felgenhauer, das Stadtrecht verliehen, verbunden mit dem Recht, zweimal im Jahr Märkte abhalten zu können. Jedoch verlor Riesa dieses Recht, und blieb als Marktflecken relativ unbedeutend bis zur Entwicklung des Eisenbahnsystems, bis es 1859 zum zweiten Mal zur Stadt erhoben wurde.[4][5] 1635 schlossen sich Schuster, Schneider und Lohgerber zur ersten Handwerkerinnung zusammen.

Eisenbahnbrücke über die Elbe

In der Stadt wurde 1820 erstmals eine Poststation errichtet. Als 1839 der erste Zug der Leipzig-Dresdner Eisenbahn über die neue Elbbrücke fuhr, begann eine schnelle wirtschaftliche Entwicklung. Der Güterumschlag vom Schiff auf die Schiene brachte der Gemeinde bedeutende Einnahmen. Mit den Eisenbahnverbindungen nach Leipzig, Dresden, Chemnitz, Jüterbog, Elsterwerda und Nossen entwickelte sich Riesa zum bedeutenden Eisenbahnknoten in Nordsachsen. Mit dem Eisenhammerwerk wurde 1843 der Grundstein für die Ansiedlung bedeutender Industrien gelegt. Im Jahr 1848 erschien mit dem Elbe-Blatt die erste Wochenzeitung, aus der später das Riesaer Tageblatt hervorging, welches bis zum 23. April 1945 erschien und seit 1991 wieder publiziert wird.

Straßenbrücke über die Elbe

1858 begann mit dem Einzug einer Reiterschwadron der sächsischen Kavallerie Riesas Garnisonsgeschichte. In der Folgezeit wurde die Stadt zur drittgrößten Garnisonsstadt in Sachsen. Im Deutschen Krieg (1866) wurden[6] zwei Bögen der hölzernen Elbebrücke niedergebrannt.

1878 wurde eine Stahlgitter-Straßenbrücke neben der Eisenbahnbrücke über die Elbe fertiggestellt und 1888 der Binnenhafen. 1912 wurde zwischen Riesa und Lauchhammer die erste Hochspannungsleitung der Welt für 110 kV gebaut. Ende des Zweiten Weltkrieges sprengten Wehrmachtsoldaten die Straßenbrücke über die Elbe. Der Neubau der Straßenbrücke über die Elbe wurde 1956, 200 m oberhalb der alten Brücke, eingeweiht. Von 1952 bis 1990 war Riesa Kreisstadt im Bezirk Dresden.

Nach der Wiedervereinigung zog die 9. Panzerdivision der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland aus Riesa ab.

Nachdem die Stadt der Amtshauptmannschaft Großenhain angehörte und von 1924 bis 1946 bezirksfrei war, war Riesa von 1952 bis 1994 Verwaltungssitz des Landkreises Riesa; am 1. August 1994 fusionierte der Landkreis mit dem Landkreis Großenhain, wobei Großenhain der Verwaltungssitz des neuen Kreises wurde. Riesa ist seit 1994 Große Kreisstadt im Freistaat Sachsen.

Am 23. September 2008 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.[7]

2011 wurde die 1945 von Wehrmachtsoldaten gesprengte Schlossbrücke über dem Hafen zwischen Gröba und dem Stadtzentrum neu eröffnet und damit der Elberadweg auf Riesaer Stadtgebiet vervollständigt. Der Neubau wurde durch private Spendengelder seit 2004 mitfinanziert.[8]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Böhlen vor 1880  Eingemeindung nach Jahnishausen
Canitz 01. Jan. 1974
Gostewitz 01. Apr. 1938  Eingemeindung nach Jahnishausen
Gröba 15. Okt. 1923
Haideberg (Wüstnaundorf) 01. Apr. 1938 von der Gemeinde Seerhausen nach Mautitz eingegliedert
Jahnishausen 01. März 1994
Leutewitz 01. Juli 1996
Mautitz 01. März 1994
Mergendorf 01. Sep. 1961
Merzdorf 01. Juli 1925
Nickritz 01. März 1994
Oberreußen 01. Juli 1914  Eingemeindung nach Gröba
Oelsitz 01. Jan. 1952  Eingemeindung nach Nickritz
Pausitz 01. Juli 1950
Pochra 01. Juni 1962  Eingemeindung nach Canitz
Poppitz 01. Juli 1950
Weida 15. Okt. 1923

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der industriellen Revolution konnte Riesa vor allem seit Beginn des 20. Jahrhunderts zur Stadt heranwachsen. 1952 wurde Riesa Kreisstadt. Nach der Wende 1989 sank die Einwohnerzahl Riesas – wie in den meisten anderen mittelgroßen Städten Ostdeutschlands – rapide. Vor allem die Schließung des Stahlwerks und der damit verbundene Anstieg der Arbeitslosigkeit führte dazu, dass die Einwohnerzahl von fast 52.000 Einwohnern (1981) auf gegenwärtig nur noch 32.000 Einwohner gefallen ist.

Einwohnerentwicklung der Stadt Riesa
Jahr 1575 1834 1849 1875 1880 1900 1933 1939 1946 1950 1960
Einwohner 350 1.631 2.679 5.707 6.259 13.491 26.248 29.963 34.406 36.150 36.769
Jahr 1981 1995 2000 2005 2010 2012 2013 2014 2015 2016 2017
Einwohner 51.857 42.429 39.367 36.221 34.013 32.733 32.032 31.841 31.541 31.570 31.349[9]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[10]
Wahlbeteiligung: 43,1 % (2009: 40,2 %)
 %
40
30
20
10
0
39,6 %
21,0 %
10,3 %
9,7 %
8,8 %
4,1 %
6,3 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+2,8 %p
+0,7 %p
-3,8 %p
+9,7 %p
-1,9 %p
-4,6 %p
+0,4 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
e Bürgerbewegung Riesa
Rathaus von Riesa

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte in Riesa zu folgendem Ergebnis:[11]

Sitzverteilung im Riesaer Stadtrat 2014–2019[12]
Fraktion CDU LINKE SPD Freie Wähler Riesa NPD Bürger-
bewegung Riesa
FDP
Mitglieder 13 6 3 3 2 2 1

Oberbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerti Töpfer (CDU) war von 2003 bis 2014 Oberbürgermeisterin von Riesa.[13] Am 22. August 2010 wurde sie mit 56,4 % der abgegebenen Stimmen in ihrem Amt bestätigt.[14] Am 30. April 2014 erklärte sie vor dem Stadtrat ihren Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen.[15] Zunächst wurde das Amt von Baubürgermeister Tilo Lindner vertreten. Am 31. August 2014 wurden der Oberbürgermeister der Stadt Riesa und der 5. sächsische Landtag gewählt. Marco Müller wurde mit 57,3 Prozent der Stimmen neuer Oberbürgermeister.

Bisherige Stadtoberhäupter (Auswahl):

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Riesa hat Städtepartnerschaften abgeschlossen mit[16]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenkstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ein Ehrenhain und Gedenksteine auf dem Trinitatis-Friedhof am Poppitzer Platz, zur Erinnerung an einen unbekannten Häftling des KZ Flossenbürg, an namentlich genannte Opfer eines Todesmarsches jüdischer KZ-Häftlinge eines Außenlagers des KZ Bergen-Belsen, sowie an italienische Militärinternierte.
  • Ehrenfriedhof an der Poppitzer Landstraße für sowjetische Frauen und Männer, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und Opfer von Zwangsarbeit im Stahlwerk wurden.
  • Grabstätte und Gedenkstein auf dem Friedhof der Kirche Gröba für eine namentlich bekannte sowjetische Zwangsarbeiterin.
  • Der Ort des Gedenkens ist ein von der Riesaer Künstlerin Christiane Balzer-Schreiber geschaffenes Denkmal am Poppitzer Platz. Es verbindet die Erinnerung an die Opfer der Gewaltherrschaft sowohl des Nationalsozialismus als auch des Stalinismus und der kommunistischen Diktatur.
Gedenktafel für die von den Nazis nach Auschwitz deportierte Familie Lenczynski
  • Mehrere ins Straßenpflaster eingelassene Tafeln zum Gedenken an die von den Nazis verfolgten, misshandelten oder ermordeten jüdischen Bürger der Stadt. Darunter eine Gedenktafel im Straßenpflaster auf der Hauptstraße 19 an der Stätte des ehemaligen Kaufhauses der jüdischen Familie Lenczynski, die 1938 von den Nazis aus Riesa vertrieben, 1943 ins KZ Auschwitz deportiert wurde und dort umgekommen ist.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stadtmuseum und Stadtbibliothek im Haus am Poppitzer Platz
  • Städtische Galerie
  • Kloster und Tiergarten
  • Kulturwerkstatt ART
  • Freizeitinsel Riesa
  • RIEMIX
  • Offenes Jugendhaus (OJH)
  • aufLADEN

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchgemeinden im Stadtgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Profanbauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schlossbrücke

Das Rathaus ist aus einem Benediktinerkloster und dem späteren Schloss von Rittergutsbesitzern hervorgegangen. Im Jahre 1874 erwarb es die Stadt Riesa von Curt Heinrich Freiherr von Welck, der nach der Annahme der revidierten Städteordnung 1873 keine Machtbefugnisse über den Ort mehr hatte.

Riesa besitzt eine Eisenbahn- und eine Straßenbrücke über die Elbe sowie eine Straßenbrücke über den Hafen. Ein Bürgerverein bemühte sich erfolgreich um den Wiederaufbau der Schlossbrücke, einer Radfahrer- und Fußgängerbrücke über den Hafen am Gröbaer Schloss.

Kirchenbauten in Riesa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klosterkirche

Das ehemalige Benediktinerkloster war das älteste in der Mark Meißen. Der dazugehörige Klostergarten ist der einzige Teil des alten Riesas, der von einer Mauer umgeben ist. Der Klostergarten diente nicht nur der Erholung, sondern die Mönche bauten auch Kräuter, Gewürze und Gemüse an. Die Klosterkirche St. Marien entstand im Jahre 1261 als St. Marien in Ryzowe, nachdem zum wiederholten Male ein Brand den alten Betraum vernichtete. Im Laufe der Jahrhunderte war der Innenraum der Kirche zahlreichen Veränderungen unterworfen. Die Klosterkirche gehört zur ev.-luth. Kirchgemeinde Riesa.

  • Trinitatiskirche

Am 18. April 1895 wurde der erste Spatenstich zum Bau der Trinitatiskirche gesetzt, dem am 18. Juni 1895 die Grundsteinlegung folgte. Am 4. Juli 1897 wurde die Kirche feierlich eingeweiht. Der Altarraum wird durch westfälischen Kalkstein beherrscht. Der Kirchenbau ist der Stiftung des Riesaer Geschäftsmanns Carl Wilhelm Förster zu verdanken. Die Trinitatiskirche gehört zur ev.-luth. Kirchgemeinde Riesa.

1254 wurde in Riesa-Pausitz eine Kirche erwähnt. Das heutige Kirchengebäude entstand 1752–1755 und gehört zur ev.-luth. Kirchgemeinde Hirschstein.

Weitere Kirchenbauten im Stadtgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirche Gröba, zur ev.-luth. Kirchgemeinde Riesa gehörig
  • Kirche Weida, zur ev.-luth. Kirchgemeinde Riesa gehörig
  • Schloßkirche Jahnishausen, zur ev.-Luth. Kirchgemeinde Hirschstein gehörig
  • Kirche Leutewitz, zur ev.-luth. Kirchgemeinde Hirschstein gehörig
  • Kirche Mautitz, zur ev.-luth. Kirchgemeinde Staucha gehörig
  • Kirchruine Canitz, zum ev.-luth. Kirchspiel Liebschützberg gehörig

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Elbquelle: großformatige Eisenskulptur (25 m hoch) in Form einer Eiche des Künstlers Jörg Immendorff am Hotel Mercure und der Erlebnisgastronomie Riesenhügel.
  • Volkshaus im Stil des Neuen Bauens
  • Mumien in der Gruft der Klosterkirche: Als 1828 die Gruft unter dem Altar geöffnet wurde, fand man 50 Särge. In vielen waren die Leichname nicht verwest, ein Grund dafür dürfte der ständig kühle Luftzug sein, der durch die Gruft weht. Auch die Kleidung der Toten und Grabbeigaben, wie Blumen, Schmuck, Bücher und Kreuze, waren in gutem Zustand. In der Gruft wurden frühere Besitzer des Riesaer Rittergutes sowie deren Familien beigesetzt. Der älteste mumifizierte Leichnam ist der eines kleinen Mädchens aus dem Jahre 1636. Die Gruft und einige der Mumien können besichtigt werden, allerdings nur für Gruppen auf Voranmeldung.
  • Teigwaren Riesa mit der gläsernen Nudelproduktion, Nudelmuseum und Kochstudio
  • Sternwarte Riesa: regelmäßige Veranstaltungen zur Himmelsbeobachtung, Raumfahrtausstellung, Fachvorträge
  • Schloss Gröba: Barockschloss und Park mit 300 Jahre altem Baumbestand
  • Getreideförderanlage aus dem Jahr 1911
  • Lutherlinde im Ortsteil Gostewitz; 1846 zum 300. Todestag Luthers gepflanzt, als Naturdenkmal geschützt
  • Wassermühle im Ortsteil Oelsitz; 1589 erstmals erwähnt

Sportstadt Riesa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der wahrscheinlich älteste Verein in Riesa war der 1845 gegründete Schützenverein. 1860 entstand aus kleineren Gruppen der Turnverein Riesa. Im Jahre 1892 gründete sich die Riege Wacker und 1903 die Riege Frisch auf. Außerdem gab es eine Sängerriege und eine Musikabteilung. Riesas Ruderclub wurde 1889 gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte die Umbenennung in Ruderverein Riesa. 1908 wurde der Schwimmclub Otter gegründet. Er nutzte die Elbe für das Training, später das Elbbad vor Promnitz. Für Wettkämpfe wurde im Gröbaer Hafen eine provisorische Strecke abgesteckt. Es wurden aus Sicherheitsgründen nur Schwimmer aufgenommen. Die Damenhandballabteilung wurde 1927 gegründet.

Der Riesaer SV wurde 1903 gegründet. Er widmete sich vorwiegend dem damals „verpönten“ Fußball. Im September 1948 wurde der Verein in BSG Stahlwerk Riesa umbenannt. 1968 erreichte er als BSG Stahl Riesa den Aufstieg in die DDR-Oberliga. 2003 führte ein Insolvenzverfahren zur Auflösung des FC Stahl Riesa; der Verein wurde vom SC Riesa übernommen. Kurz darauf wurde der TSV Stahl Riesa als neuer Verein gegründet, der sich seit 2012 wieder BSG Stahl Riesa nennt.

Ein weiterer in Riesa beheimateter Sportverein ist der im Dezember 2002 gegründete Riesaer Cheerleaderverein, der mit Europameistertitel und Weltmeisterschaftsbronze zur deutschen Spitze der Sportart Cheerleading gehört.

Seit Mitte der 1990er Jahre strebten Entscheidungsträger um Wolfram Köhler in Riesa einen „von oben verordneten Imagewechsel“ von der Stadt des Stahls zur Sportstadt an. Durch die Sumō-Weltmeisterschaft 1999 in der im selben Jahr fertiggestellten Sachsen-Arena gelang eine Wende, und durch weitere internationale Sportveranstaltungen wurde der Trend gefestigt. Diese 8000 Quadratmeter große und bis zu 13.000 Zuschauer fassende Multifunktionshalle kann sowohl für Sportwettkämpfe als auch für Konzerte und andere Veranstaltungen genutzt werden. Ein Höhepunkt dieser Entwicklung war die Beteiligung Riesas an der „Olympia-2012-Kampagne“ Leipzigs. Dieses Sportstadtkonzept mit seinen ausgabenintensiven Strukturen führte Riesa 2010 in eine finanzielle Notlage. Wegen der Sparzwänge wurden Projekte wie z. B. der Spitzenschwimmsport eingestellt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stadtfest
  • Riesaer Sommerbühne
  • Kneipennacht
  • Automeile
  • Oktoberfest
  • Klosterweihnacht
  • Tanzmeile

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

VEB Zündwarenwerke Riesa

Die Große Kreisstadt Riesa war zu DDR-Zeiten eine Industriestadt. Insbesondere das Stahlwerk, mit über 13.000 Beschäftigten das größte metallurgische Kombinat der DDR, prägte die Stadt. Die Wende 1989/90 führte zum Zusammenbruch vieler Industriebetriebe und zu einer starken Abwanderung der Einwohner aus Riesa.

Die wirtschaftliche Grundlage der Stadt blieb dennoch die Industrie, gegenwärtig sind die Elektronik-, Stahl-, Lebensmittel-, Automobilzulieferer- und Chemieindustrie vertreten, die gleichzeitig die Voraussetzungen für den handwerklichen Mittelstand bilden. Durch die Zusammenarbeit mit einem schwäbischen Teigwarenhersteller konnte die traditionsreiche Riesaer Nudelherstellung weitergeführt werden und ist heute Marktführer in Deutschland.

Die im Jahr 1923 gegründete Fabrik zur Streichholzherstellung wurde 1993 aufgegeben. Während die Produkte aus anderen Ländern kommen, wird das Logo mit dem R im Kreis weiterhin verwendet.[18]

Die Muskator-Werke Tierernährung GmbH ging 2015 in Insolvenz.

Ansässige Unternehmen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teigwaren Riesa GmbH, Modell

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Riesa

Der Bahnhof Riesa liegt an den Eisenbahnstrecken Leipzig–Dresden und Berlin–Chemnitz. Hier halten zweistündlich Intercity- und Intercity-Express-Züge und stündlich die Regionalzüge zwischen Leipzig und Dresden sowie zwischen Chemnitz und Elsterwerda.

Straßenverkehr und Fahrradweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Riesa beginnt die Bundesstraße 182. Außerdem kreuzen sich hier die Bundesstraßen B 6 und die im Stadtbereich vierspurig ausgebaute B 169, durch die auch die Anbindung an die A 14 gegeben ist. Entlang der Elbe führt der Elberadweg durch die Stadt; einige Kilometer elbabwärts nähert sich ein ökumenischer Pilgerweg.

Schifffahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hafen Riesa
Der Riesaer Hafen

Riesa besitzt einen Binnenhafen an der Elbe, der von der Brücke der B 182 überspannt wird. Er bringt den zweitgrößten Umschlag der neuen Bundesländer und ist an das Straßen- und Eisenbahnnetz angeschlossen. Hier werden vor allem Container umgeschlagen. Der Hafen Riesa wird von der Sächsische Binnenhäfen Oberelbe GmbH (SBO) betrieben, die 2014 hier 41.800 TEU (Standardcontainer) umgeschlagen hat.[20] Riesa liegt an der Elb-Route von Flusskreuzfahrten.

Zwischen Riesa und Promnitz verkehrt eine Elbfähre für Personen und Fahrräder. Die Promnitzer Fähre wurde bereits 1197 erwähnt.[21]

Flugplätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Riesa verfügt über einen Flugplatz in Riesa-Göhlis und einen Segelflugplatz in Riesa-Canitz.

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Riesaer Stadtverkehr wurde von 1889 bis 1924 von der Riesaer Straßenbahn-Gesellschaft betrieben und wird gegenwärtig mit sechs Stadtbuslinien von der Verkehrsgesellschaft Meißen (VGM) bedient. Daneben gibt es einige Regionalbuslinien.

Die „Stadtbahn“ Stahlmax verkehrt auf der längsten Einkaufsmeile Sachsens.

Bildung und Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werner-Heisenberg-Gymnasium

In Riesa befinden sich fünf Grundschulen, darunter die evangelische Trinitatisschule in freier Trägerschaft[22]. Es gibt zwei Oberschulen, drei Gymnasien und ein Berufsschulzentrum. Das Werner-Heisenberg-Gymnasium ist seit der Wende Nachfolger der mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Spezialschule Friedrich Engels. Das Städtische Gymnasium ging aus einer Fusion des Max-Planck-Gymnasiums (ehemalige Erweiterte Oberschule Max Planck) und des Manfred-von-Ardenne-Gymnasiums im Ortsteil Weida hervor. Das Christliche Gymnasium Rudolf Stempel startete am 22. August 2011 seinen Schulbetrieb und hat eine freie Trägerschaft.[23] Das Berufsschulzentrum bietet die Berufsausbildung sowie die Fachoberschule und Berufliches Gymnasium in den Fachrichtungen Wirtschaft und Technik an.

Riesa hat eine Berufsakademie, die das Studium in sieben verschiedenen Fächern mit Bachelorabschluss anbietet.

Die private Management Akademie Riesa (MARie) ist seit Januar 2009 der FVG Riesa mbH angeschlossen. Diese bietet in Kooperation mit der Fachhochschule Mittweida die kombinierten privat-staatlichen Studiengänge Medien-, Sport- und Eventmanagement sowie Sportjournalismus, Sportmanagement und PR-/Kommunikationsmanagement an.

Mit dem VFUP Riesa e. V. hat Riesa einen bekannten Forschungsdienstleister auf den Gebieten Rohrherstellung, Umformtechnik und Weiterbildung für Industriemitarbeiter. Durch die umfangreichen Kontakte des Vereins und dem gemeinsamen Wirken mit der Stadtverwaltung Riesa konnte der Investor Vallourec & Mannesmann gewonnen werden. Durch diesen wird das am 3. Dezember 2010 eingeweihte Rohrforschungszentrum in Riesa betrieben. Es ist das weltweit modernste Zentrum seiner Art. Zur Eröffnung des Vallourec Research Riesa / Rolling Laboratory waren der Bundesinnenminister Thomas de Maizière und der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich zugegen.

Einzelhandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußgängerzone in der Riesaer Innenstadt

In der Hauptstraße gibt es zahlreiche Geschäfte, Cafés, Gaststätten, Bankfilialen und ein Kino. Diese Fußgängerzone verbindet die Bahnhofstraße als Verlängerung der Elbquelle mit dem Rathausplatz und ist die längste Einkaufsstraße Sachsens. Die größten Einkaufszentren Riesas sind der Riesapark und die Elbgalerie.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die im Raum Dresden erscheinende Sächsische Zeitung legt ihrer täglichen Ausgabe in Riesa und Umgebung den Regionalteil Riesaer Zeitung bei. Das Riesaer Tageblatt erschien bis 1945 und von 1991 bis etwa 2005. Von Januar 2003 bis Ende Februar 2011 gaben Riesa und Oschatz gemeinsam die RIO-Regionalnachrichten als Amtsblatt heraus. Seit März 2011 gibt es Riesaer als Amtsblatt der Stadt. Der Deutsche-Stimme-Verlag hat im Stadtteil Riesa-Merzdorf seinen Sitz. Er verlegt die Zeitung Deutsche Stimme, die das Parteiorgan der NPD ist und deren 20.000 Exemplare je monatlicher Auflage in der litauischen Hauptstadt Vilnius gedruckt werden. Gegen Aktivitäten im Umfeld des Verlages hat sich ein breites Bündnis demokratischer Kräfte gebildet, dessen bisher bedeutendster Erfolg die Umbenennung der Mannheimer Straße, auf der sich das Verlagsgebäude befindet, in Geschwister-Scholl-Straße ist. Im Stadtgebiet und in einigen Nachbargemeinden ist über Kabel Riesa-TV zu empfangen.

Gesundheitswesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Riesaer Krankenhauswurzeln gehen ins Jahr 1861 zurück, in dem ein Armen- und Krankenhaus entstand. 1880 wurde in der heutigen Hauptstraße ein Johanniter-Krankenhaus gebaut, welches 1902 geschlossen wurde. Dem folgte dann das Städtische Krankenhaus am heutigen Standort. 1868 wurde mit einem Hospital unweit der heutigen Klinik in Großenhain der Grundstein für die medizinische Versorgung gelegt. Das jetzige Haus wurde 1962 erbaut. Im Jahr 2007 wurden die Krankenhäuser in Riesa und Großenhain zu einem Plankrankenhaus zusammengeführt. [24] Beide Häuser sind seit 2008 Teil der kommunalen Klinikengruppe Elblandkliniken.[25]

Das Elblandklinikum Riesa mit etwa 500 Beschäftigten verfügt über 320 vollstationäre Betten. Es wird in den kommenden fünf bis sechs Jahren für 55 Millionen Euro modernisiert.[26] Zurzeit wird ein flacher Teilneubau gebaut sowie die schrittweise Erneuerung des Haupthauses.[27]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Riesa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Riesa – Reiseführer

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Um Oschatz und Riesa (= Werte unserer Heimat. Band 30). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1977.
  • Felix Mühlmann: Beiträge zur Geschichte des Klosters und der Stadt Riesa. Langer und Winterlich, Riesa 1881 (Digitalisat)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Amtliche Gemeindeteile Riesas im Regionalregister Sachsen
  3. Riesenpreisträger, riesa.de
  4. Archivbestand Grundherrschaft Riesa im Hauptstaatsarchiv Dresden
  5. Riesa in: Meyers Konversationslexikon, 13. Band, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885–1892, S. 825 (online).
  6.  Wikisource: Der Dampf auf der Flucht – (Lokomotivenflucht), in Die Gartenlaube (1866), Heft 47, 737–739
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