Riesenbovist

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Riesenbovist
Riesenbovist.jpg

Riesenbovist (Calvatia gigantea)

Systematik
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: Agaricomycetidae
Ordnung: Champignonartige (Agaricales)
Familie: Champignonverwandte (Agaricaceae)
Gattung: Großstäublinge (Calvatia)
Art: Riesenbovist
Wissenschaftlicher Name
Calvatia gigantea
(Batsch) Rostk.

Der Riesenbovist (Calvatia gigantea, Syn. Langermannia gigantea, Lycoperdon gigantea) ist ein unverwechselbarer Wiesenpilz mit außerordentlich großen Fruchtkörpern aus der Familie der Champignonverwandten. Früher zählte man ihn zur Klasse oder Unterklasse der Bauchpilze (Gastromycetes bzw. Gastromycetidae), die nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen keine taxonomische Bedeutung mehr haben.

Merkmale[Bearbeiten]

Alter, zu braunem Sporenpulver zerfallender Fruchtkörper des Riesenbovist
Sporen des Riesenbovist im Rasterelektronenmikroskop, stereoskopische Darstellung, Vergrößerung 5000x

Der Riesenbovist wird im Durchmesser etwa 10–50 cm groß, ist rundlich und ohne Stiel. Die Haut ist glatt und lederartig. Die Farbe ist jung weißlich, dann grüngelblich und alt durch die Sporen olivbraun oder rotbraun bis dunkelbraun. Die Fruchtmasse ist anfangs ebenfalls weiß und wird während der Reifung olivbraun und pulverig. Reifere Pilze riechen unangenehm harnartig.

Artabgrenzung[Bearbeiten]

Der Riesenbovist zählt zu den wenigen Pilzarten, die kaum verwechselt werden können. Im jungen Zustand, wenn die Fruchtkörper klein sind, können Verwechslungen mit den giftigen Wulstlingen auftreten. Es können auch Verwechslungen mit essbaren Stäublingen (Beutelstäubling, Hasenstäubling) vorkommen.

Ökologie und Phänologie[Bearbeiten]

Hexenring aus 27 Fruchtkörpern des Riesenbovist (1,5–5 kg/ St.) mit 6 m im Durchmesser auf einer extensiv genutzten Weide

Riesenboviste wachsen von Juni bis September vornehmlich auf Wiesen, Weiden und lichten Wäldern (aufgelockerte Kiefernwälder auf eher trockenen Standorten). Charakteristische Standorte sind vor allem alte Streuobstwiesen, wo schon Hexenringe von zehn oder mehr Metern Durchmesser beobachtet werden konnten.

Bedeutung[Bearbeiten]

Jeder Fruchtkörper produziert im Inneren über sieben Billionen Sporen. Junge, im Anschnitt noch weiße Exemplare sind essbar, besitzen jedoch nur einen geringen Eigengeschmack. Sie können in Scheiben geschnitten ähnlich wie ein Wiener Schnitzel zubereitet werden. Roh verzehrt wirken sie auf Säugetiere toxisch[1]. Früher wurden schwelende Exemplare in der Imkerei neben den Bienenstock gestellt, um die Bienen zu beruhigen. Auch als Zunder wurde der Pilz verwendet. Darüber hinaus enthält der Riesenbovist das Antikrebsmittel Calvacin[2].

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Stephen S. Sternberg, Frederick S. Philips, Alice P. Cronin, Jane E. Sodergren, Pedro M. Vidal: Toxicological Studies of Calvacin. In: Cancer Research. 23, 1963, S. 1036–1044 (PDF; 1,76 MB).
  2.  Hermann Hager: Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis. Folgeband 2: Drogen A-K, Springer, Berlin/Heidelberg 1998, ISBN 3-540-61618-7, S. 267.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Calvatia gigantea – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
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