Rieste

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rieste
Rieste
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rieste hervorgehoben

Koordinaten: 52° 29′ N, 8° 1′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Osnabrück
Samtgemeinde: Bersenbrück
Höhe: 39 m ü. NHN
Fläche: 30,59 km2
Einwohner: 3612 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 118 Einwohner je km2
Postleitzahl: 49597
Vorwahl: 05464
Kfz-Kennzeichen: OS, BSB, MEL, WTL
Gemeindeschlüssel: 03 4 59 031
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 23
49597 Rieste
Website: www.rieste.de
Bürgermeister: Christian Scholüke (SPD)
Lage der Gemeinde Rieste im Landkreis Osnabrück
Nordrhein-WestfalenLandkreis CloppenburgLandkreis DiepholzLandkreis EmslandLandkreis VechtaOsnabrückAlfhausenAnkumBad EssenBad IburgBad LaerBad RothenfeldeBadbergenBelmBerge (Niedersachsen)BersenbrückBippenBissendorfBohmteBramscheDissen am Teutoburger WaldEggermühlenFürstenauGehrdeGeorgsmarienhütteGlandorfHagen am Teutoburger WaldHasbergenHilter am Teutoburger WaldMelleKettenkampMenslageMerzenNeuenkirchen (Landkreis Osnabrück)NortrupOstercappelnQuakenbrückRiesteVoltlageWallenhorstKarte
Über dieses Bild

Rieste ist eine Gemeinde innerhalb der Samtgemeinde Bersenbrück im Norden des Landkreises Osnabrück in Niedersachsen.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Deichkrone führt ein ca. 8 km langer Rundweg um den Alfsee

Rieste ist ein staatlich anerkannter Erholungsort im nördlichen Osnabrücker Land. Die Hase durchfließt das Gemeindegebiet in Süd-Nord-Richtung und ist unterteilt in Hohe und Tiefe Hase. Im Westen gehören etwa 5 % der Fläche des Alfsees zu Rieste.

Im Osten entwickelt sich seit Mitte der 2000er Jahre der Niedersachsenpark, ein interkommunaler Gewerbepark. Die Planungen hierzu starteten bereits Mitte der 1990er Jahre. Die Gemeinde Rieste ist hier die größte Standortgemeinde, ein weiterer Teil der Fläche liegt in der angrenzenden Gemeinde Neuenkirchen-Vörden im Landkreis Vechta. Größte Betriebe sind hier das Logistikzentrum der Fa. adidas sowie die Produktionsstätte der Landmaschinenfabrik Grimme.

Bedeutung des Namens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Entstehung des Ortsnamens gibt es verschiedene Deutungen. In einer Deutung wird der Silbe "ste" die Bedeutung von "Stätte" zugeschrieben während die erste Silbe "Rie, Ri oder Ry" soviel wie Bodensenke heißt und in Flurbezeichnungen wie "witten Rie", "brunen Rie" und, gäerlen Rie" in der Gemarkung Rieste zu finden ist. Frühere Schreibweisen wie "Riste", "Ryste" oder, "Ryst" sind unter diesem Gesichtspunkt zu sehen. Die Namenserklärung für Rieste wäre eine "Stätte an, in einer Rie", womit auch die große Bodensenke der Haseniederung, in der Rieste liegt, gemeint sein kann.[2]

April 2015: Denkmal zur Geschichte der Rieste wird eingeweiht

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rieste grenzt im Norden an Gehrde und Bersenbrück, im Westen an Alfhausen, im Süden an Bramsche (Ortsteile Epe und Sögeln) und im Osten an Neuenkirchen-Vörden (Landkreis Vechta).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Rieste umfasst die Ortsteile Rieste und den kleinen Ortsteil Bieste, bis 1965 eigenständige Gemeinde. Bieste zählte im Jahr 2017 255 Einwohner. Die Ortschaft bildete ursprünglich mit dem Neuenkirchener Ortsteil Bieste eine zusammenhängende Bauernschaft bis zu ihrer Trennung 1817 durch das Königreich Hannover und Großherzogtum Oldenburg.[3]

Dorfplatz in Bieste

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rieste gehörte territorial bis 1802 zum Hochstift Osnabrück. Nach der französischen Besetzung bis 1814 unter Napoleon Bonaparte kam Rieste infolge des Wiener Kongresses an das Königreich Hannover. Mit der Niederlage des Königreichs Hannover von 1866 wurde Rieste Teil von Preussen. Mit dem Bau der Eisenbahnstrecke Delmenhorst–Hesepe und den durch die Großherzoglich Oldenburgische Staatseisenbahn geleisteten Entschädigungen setzte im Ort ein Aufschwung ein. So wurde 1904 die am Bahnhof gelegene Milchentrahmungsstation, später zur Molkerei ausgebaut, errichtet. 1912 wurde Rieste an das Stromnetz der Nike angeschlossen und 1914 richtete die Sparkasse eine Zweigstelle in Rieste ein. Ebenfalls wurde 1914 die neue Dorfschule bezogen.[4]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1965 wurde die Samtgemeinde Rieste gegründet, da die bis dahin eigenständige Gemeinde Bieste der Kommune beitrat. Diese Samtgemeinde wurde am 1. Juli 1972 im Rahmen der Gebietsreform als Gemeinde Rieste Mitglied in der neuen Samtgemeinde Bersenbrück im ebenfalls neu gegründeten Landkreis Osnabrück.[5][6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung seit 1987

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen von Rieste im jeweiligen Gebietsstand und jeweils am 31. Dezember.

Bei den Zahlen handelt es sich um Fortschreibungen des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen[7] auf Basis der Volkszählung vom 25. Mai 1987.

Bei den Angaben aus den Jahren 1961 (6. Juni) und 1970 (27. Mai) handelt es sich um die Volkszählungsergebnisse einschließlich der Gebietsteile von Bieste, die am 1. Juli 1972 eingegliedert wurden.[6]

Jahr Einwohner
1961 1900
1970 1998
1987 2125
1990 2184
1995 2591
Jahr Einwohner
2000 3029
2005 3224
2010 3301
2015 3436
2017 3481
Jahr Einwohner
2018 3519
2020 3612

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat gegenwärtig 15 Mitglieder aus vier Parteien oder Gruppen. Bürgermeister ist Christian Scholüke. Er wurde am 15. November 2021 erstmals vom Rat gewählt und vereidigt. Der Bürgermeister ist stimmberechtigter Vorsitzender des Rates und des Verwaltungsausschusses. Erster stellvertretender Bürgermeister ist seit November 2021 Markus Revermann (UWG) und 2. Stellvertreterin Ingrid Hüdepohl (SPD).

Die CDU verfügt über die Mehrheit von sechs Mandaten. Die SPD verfügt über fünf, die UWG über drei sowie die Grünen über ein Mandat. Vorsitzender der CDU-Fraktion ist René Hurrelbrink. Die SPD-Fraktion leitet Christian Scholüke, die Fraktion UWG/Grüne Ralf Richter.[8]

Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1996.

Rat der Gemeinde Rieste: Wahlergebnisse und Gemeinderäte
CDU SPD GRÜNE FDP Freie Wähler AfD UWG1 Gesamt Wahl-
beteiligung
Wahlperiode % Mandate % Mandate % Mandate % Mandate % Mandate % Mandate % Mandate % Gesamtanzahl der Sitze im Rat %
1996–2001 52,9 7 35,3 5 2,7 0 9,1 1 100 13 76,6
2001–2006 62,4 8 27,3 4 3,0 0 7,3 1 100 13 64,3
2006–2011 62,3 9 25,3 4 3,9 1 8,5 1 100 15 56,7
2011–2016 51,1 8 21,4 3 11,1 2 1,0 0 15,4 2 100 15 58,0
2016–2021 49,7 8 21,1 3 8,6 1 20,6 3 100 15 59,1
2021–2026 36,7 6 30,2 5 7,2 1 2,5 0 0,7 0 3,1 0 19,7 3 100 15 61,1
Prozentanteile gerundet.
Quellen: Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen[9], Landkreis Osnabrück[10][11].
Bei unterschiedlichen Angaben in den genannten Quellen wurden die Daten des Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie verwendet,
da diese eine insgesamt höhere Plausibilität aufweisen.
1 unabhängige Wählergemeinschaft Rieste

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • seit 2021: Christian Scholüke (SPD)
  • 2011–2021: Sebastian Hüdepohl (CDU)
  • 1996–2011: Anton Harms (CDU)[12]
  • 1986–1996: Adolf Wittefeld (CDU)[13]
  • 1901–1924 Otto Brackel

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1959 führt die Gemeinde Rieste in Siegel und Wappen das stilisierte Haupttor der Kommende Lage (Lager Tor) mit dem achtspitzigen Kreuz der Johanniter und den heraldischen Farben schwarz-silber auf einem rotem Schild. Das achtspitzige Kreuz verweist auf den Johanniter- bzw. Malteserorden. Durch dieses Tor betritt man den Wallfahrtsort Lage aus westlicher Richtung. Das Lager Tor ist das Relikt eines ehemals großen Torhauses aus dem Jahr 1697. Dieses wurde 1864 aus unbekannten Gründen abgebrochen.

Die Gemeinde verfügt auch über ein Logo, das insbesondere für touristische und Marketing-Zwecke angewandt werden soll. Es zeigt den stilisierten Buchstaben „R“ über blauen und grünen Wellen. Diese sollen das den Ort seit Jahrhunderten dominierende Element Wasser und die weite Natur der Gemeinde darstellen.

Ehrenmal und Diekplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kriegerdenkmal wurde in Rieste ursprünglich im Jahr 1921 an der Ecke Bahnhofstraße/Hasestraße für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten aus der Gemeinde errichtet. Ihre Namen befinden sich auf dem jetzigen obersten Quader. 1952 wurde das Denkmal umgestaltet, der mächtige Unterbau wurde durch zwei Quader ersetzt, auf denen die Namen von toten und vermissten Riester Soldaten des Zweiten Weltkrieges stehen.

Die Inschrift auf der vorderen Stufenplatte entstand bei der Errichtung im Jahr 1921 und lautet: „Ihren gefallenen Helden – Die Dankbare Gemeinde Rieste“. Der Inschrift unter dem dritten Quader des Denkmals wurde nach dem Zweiten Weltkrieg 1952 hinzugefügt: „Allen Opfern der beiden Kriege“.

Der Riester Gemeinderat verabschiedete im Jahr 2018 folgende Resolution, die zur Erläuterung auf einer Informationstafel auch dem neu gestalteten Ehrenmal zugefügt wurden:

„Die Gemeinde Rieste gedenkt aller Opfer von Gewalt, Krieg, Terror und Vertreibung hier und auf der ganzen Welt.
Wir rufen auf zum Frieden und zur Versöhnung untereinander.
Die Ereignisse der vergangenen Kriege sollen uns immer eine Mahnung sein und nicht vergessen werden!“

Seit dem Jahr 1978 stand das Denkmal zunächst einige Meter entfernt vom jetzigen Standort. Es musste damals an der Ecke Hasestraße Straßenbaumaßnahmen weichen und wurde daher auf diesen Platz gestellt, war allerdings nur schwer zugänglich. 2018 erfolgte im Rahmen der Ortsgestaltung eine Restaurierung und Aufwertung dieses Bereiches. Auf einer bisherigen Wiese wurde ein Platz geschaffen, der seither als Treffpunkt und Ortsmittelpunkt dient. Im Rahmen dieser Umgestaltung wurde auch das Denkmal um 90 Grad in Richtung Bahnhofstraße gedreht und in die neue Ortsmitte einbezogen.

In einem öffentlichen Wettbewerb erhielt der Platz im April 2019 den Namen „Diekplatz“. Mit „Diek“ bezeichnet man den zentralen Ortsteil im Bereich des Flusses Hase, dem Bahnhof und der Schule innerhalb der Gemeinde Rieste. Dieses bezieht sich darauf, das dieser Bereich dem Wasser der Hase über Generationen ausgesetzt war. Erst mit endgültiger Fertigstellung des Alfsees Anfang der 1980er Jahre hörten die regelmäßigen Überschwemmungen in Rieste auf.

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnergemeinden von Rieste sind Gmina Polska Cerekiew (Gemeinde Groß Neukirch) in Polen und Světlá Hora in Tschechien.[14]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wallfahrtsort und Kommende Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1245 bis 1810 unterhielt der Johanniter- bzw. Malteserorden mit der Kommende Lage eine bedeutende Niederlassung. Der heutige Gebäudekomplex der Kommende entstand nach dem Dreißigjährigen Krieg.

Schulgebäude in Rieste vor dem ersten Umbau 1935
Das historische Gebäude der Johannesschule nach der Sanierung im Jahr 2009

Nach Jahren der privatwirtschaftlichen Nutzung kaufte das römisch-katholische Bistum Osnabrück, in dessen Gebiet die Gemeinde Rieste liegt, im Jahr 1999 die Kommende und übergab sie den Ordensfrauen aus dem Dominikanerkloster „Mater Dolorosa“ aus Klausen/Mosel. Seitdem besteht in den Räumen der Kommende Lage das Dominikanerinnenkloster „Zum Gekreuzigten Erlöser“.

Neben dem Kloster befindet sich die heutige katholische Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Johannes der Täufer aus dem Jahr 1426. Der Turm wurde in den Jahren 1902 bis 1904 errichtet. Die Kirche verfügt über eine reiche Ausstattung mit drei Barockaltären sowie einem gotischen Gewölbe, welches 1733 stuckiert wurde. Bedeutendstes Ausstattungsstück der Kirche ist jedoch das um 1300 entstandene lebensgroße „Heilige Kreuz zu Lage“, welches seit dem 14. Jahrhundert verehrt wird. Die Gläubigen tragen das 134 Kilogramm schwere mittelalterliche Kreuz bis heute um die Kirche und beten dabei für Kranke und Sterbende.

Im Haupt des Gekreuzigten sind verschiedene Reliquien eingelassen, so zum Beispiel Steinchen und Erinnerungsstücke aus dem Heiligen Land. Sie sind eingewickelt und mit alten Zetteln beschriftet: „vom Kreuze Christi, vom Kalvarienberg, vom Berge Sinai, vom Grabe Christi, vom weißen Gewand Christi, von der Krippe des Herrn“. Ferner sind Reliquien der Apostel Andreas und Bartholomäus eingelassen, des Weiteren Reliquien der Märtyrer Georg, Petronilla, Regina, Barbara, Sebastian, Margarita, Erzbischof Thomas Becket von Canterbury und Cordula. Bei der Restaurierung 1987 wurden Erinnerungsstücke von der seligen Schwester Maria Euthymia dem Kreuz beigegeben.

Seit 1995 laden das Bistum Osnabrück und die Pfarrgemeinde alljährlich am Fest Kreuzerhöhung (14. September) bzw. am Sonntag danach zur Diözesanwallfahrt „Mit Kranken und für Kranke“ ein. Der Bischof von Osnabrück oder sein Weihbischof feiert auf dem Kirchplatz die heilige Messe. Nach dem Gottesdienst spenden Bischof, Priester und Diakone den persönlichen Krankensegen.

Evangelisch-lutherische Emmauskapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rieste gehörte seit jeher zum Kirchspiel Bramsche. Um den Gottesdienst zu besuchen, mussten die evangelisch-lutherischen Christen den recht langen Weg nach Bramsche zur Kirche zurücklegen, während die Katholiken nach dem Dreißigjährigen Krieg nach Lage gingen. Pastor Wöbking machte im Jahre 1900 darauf aufmerksam, dass es wünschenswert sei, in Rieste eine Kapelle zu errichten. Am 18. Mai 1912 wurde der Grundstein gelegt, ein Jahr später, am 8. April 1913, wurde die Kapelle eingeweiht. Architekt war der Kirchenbaumeister Rudolph Eberhard Hillebrand aus Hannover. Die Kapelle wurde aus Ueffelner Bruchstein gemauert. Der Innenraum verfügt über eine Jugendstilbemalung. Namensgebend für die Kapelle ist das hinter dem Altar befindliche Chorfenster mit der Emmausszene. Entworfen und gefertigt wurde das Fenster durch die Werkstatt Linnemann, Frankfurt a. M.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf den Niedersachsenpark vom Aussichtspunkt Dreesberg (Dammer Berge)

Ein im Endausbau 412 Hektar großes interkommunales Gewerbe- und Industriegebiet, der Niedersachsenpark, liegt am nordöstlichen Rand Riestes und im angrenzenden Neuenkirchen (Landkreis Vechta) direkt an der A 1.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Tourismus am Alfsee ist für die Gemeinde und Region ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Im westlichen Gemeindegebiet befindet sich ein großer Ferienpark mit Ferienhäusern, mehreren Campingplätzen und Sportanlagen, der seit Ende der 1970er Jahre entstanden ist. Der Hauptsee dient als Hochwasser-Rückhaltebecken für das Wasser des Flusses Hase. Bis zur Inbetriebnahme des Beckens kam es immer wieder zu Überflutungen im niedrig gelegenen Bereich Bramsche-Rieste-Bersenbrück. Das geschaffene Staubecken wurde touristisch genutzt mit Bootshafen und Segelschule bot die Möglichkeit zum Segeln und Surfen, ist aber mittlerweile zum Vogelschutzgebiet erklärt worden und größtenteils für den Wassersport gesperrt. In direkter Nachbarschaft befindet sich der Dubbelausee als Badesee mit zwei Wasserskianlagen. Die erste nahm 1981 ihren Betrieb auf. Beliebt ist der Ort auch bei Fahrradtouristen. Er liegt an der Strecke der Hase-Ems-Tour, außerdem gibt es auch innerorts einige ausgeschilderte Radwegestrecken.

Rieste hat die höchste Übernachtungszahl im Landkreis Osnabrück. Die im Jahr 2000 eingeweihte Jugendherberge liegt in Nähe der Erholungsanlagen und verfügt über 172 Betten. Im Jahr 2016 gab es hier über 25.200 Übernachtungen, was eine Steigerung von 7,1 % zum Vorjahr bedeutet.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haltepunkt Rieste im Zentrum des Ortes liegt an der Bahnstrecke Delmenhorst–Hesepe, die das Gemeindegebiet von Südwesten nach Nordosten durchquert. Mit Eröffnung der Bahnlinie Osnabrück – Vechta im Jahr 1900 wurde auch in Rieste ein Bahnhof gebaut und der Ort an das Schienennetz angeschlossen. Bis heute gibt es hier einen Bahnhalt. Seit dem Jahr 2000 hat die NordWestBahn die Strecke übernommen und verkehrt hier im Stundentakt. Die Bahnstrecke trägt den offiziellen Namen RB 58 (Bremen-Vechta-Osnabrück). An der Stelle des ehemaligen Bahngebäudes wurde im Jahr 2005 das neue Rathaus errichtet, das auf der Rückseite zum Bahngleis über WCs, einen Überstand und einen Fahrkartenautomaten verfügt.

Das alte Bahnhofsgebäude in Rieste
Das Rathaus der Gemeinde Rieste, rückseitig als Bahn-Haltepunkt der NordWestBahn genutzt

Rieste ist über die Anschlussstelle Neuenkirchen/Vörden der A 1 sowie über die Bundesstraße 68 zu erreichen. Das Bundesverkehrsministerium hat allerdings bereits eine eigene Autobahnanschlussstelle „Rieste“ genehmigt, die im südlichen Bereich des Niedersachsenparks vermutlich bis 2021 realisiert wird.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Rieste – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle A100001G: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2020 (Hilfe dazu).
  2. Chronik der Gemeinde Rieste "750 Jahre" aus dem Jahr 1995
  3. Dorfgemeinschaft Bieste: Die Geschichte der geteilten Bauernschaft Bieste - www.bieste.de. Abgerufen am 26. Juli 2021.
  4. Den richtigen Riecher in Rieste gehabt. In: noz.de. Neue Osnabrücker Zeitung, 28. Oktober 2009, abgerufen am 12. August 2021.
  5. Chronik Bieste "1124 - 1999" aus dem Jahr 1999
  6. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 253.
  7. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Bevölkerungsfortschreibung
  8. Marcus Alwes: Sozialdemokrat Christian Scholüke ist neuer Bürgermeister in Rieste. In: noz.de. Neue Osnabrücker Zeitung, 16. November 2021, abgerufen am 24. November 2021.
  9. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Tabelle 5000311
  10. Landkreis Osnabrück, Amtliche Endergebnisse der Kreiswahl am 9. September 2001 (Memento vom 25. Mai 2005 im Internet Archive) (PDF-Datei; 516 kB)
  11. Die Kommunalwahl Landkreis Osnabrück vom 11. September 2011 (enthält auch Ergebnisse 2006). (PDF 8,0 MB S. 35 Spalte "Gemeindewahlen") Landkreis Osnabrück, abgerufen am 6. März 2016.
  12. Anton Harms hört 2011 auf. In: noz.de. 2. September 2010, abgerufen am 26. März 2018.
  13. Riester „Urgestein“. In: noz.de. 15. Juli 2008, abgerufen am 26. März 2018.
  14. Eintrag über Riestes Partnergemeinden auf der Website der Samtgemeinde Bersenbrück Aufgerufen am 6. Mai 2019, 18:06