Rietheim-Weilheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rietheim-Weilheim
Rietheim-Weilheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rietheim-Weilheim hervorgehoben

Koordinaten: 48° 2′ N, 8° 46′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Landkreis: Tuttlingen
Höhe: 682 m ü. NHN
Fläche: 11,98 km2
Einwohner: 2824 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 236 Einwohner je km2
Postleitzahl: 78604
Vorwahlen: 07424, 07461Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: TUT
Gemeindeschlüssel: 08 3 27 056
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 3
78604 Rietheim-Weilheim
Website: www.rietheim-weilheim.de
Bürgermeister: Jochen Arno
Lage der Gemeinde Rietheim-Weilheim im Landkreis Tuttlingen
Landkreis KonstanzLandkreis RottweilLandkreis SigmaringenSchwarzwald-Baar-KreisZollernalbkreisAldingenBalgheimBärenthalBöttingenBubsheimBuchheimDeilingenDenkingenDürbheimDurchhausenEgesheimEmmingen-LiptingenFridingen an der DonauFrittlingenGeisingenGosheimGunningenHausen ob VerenaImmendingenIrndorfKönigsheimKolbingenMahlstettenMühlheim an der DonauNeuhausen ob EckReichenbach am HeubergRenquishausenRietheim-WeilheimSeitingen-OberflachtSpaichingenTalheim (Landkreis Tuttlingen)TrossingenTuttlingenWehingenWurmlingen (Landkreis Tuttlingen)Karte
Über dieses Bild

Rietheim-Weilheim ist eine Gemeinde im Landkreis Tuttlingen in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rietheim-Weilheim liegt am Rande des Großen Heubergs auf der südwestlichen Schwäbischen Alb. Der weitaus überwiegende Teil der Gemeinde befindet sich im Tal des Faulenbachs.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Norden grenzen die Städte Spaichingen und Balgheim an, im Osten Dürbheim und über den Stadtteil Nendingen die Kreisstadt Tuttlingen, im Süden Wurmlingen sowie im Westen Seitingen-Oberflacht und Hausen ob Verena. Dabei berührt Rietheim-Weilheim die Gemarkungen von Nendingen und Mühlheim nur an einem einzigen Punkt im Ursental.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rietheim-Weilheim besteht aus den früher selbständigen Gemeinden Rietheim und Weilheim.

Zur ehemaligen Gemeinde Rietheim gehören das Dorf Rietheim, den Weiler Bulzingen, der 1934 eingemeindet wurde und wahrscheinlich der älteste Ortsteil ist, sowie die Weiler Heuchen, Höfle, Lupbühl, Rußberg und Schmidten und das Gehöft Kehlen.

Zur ehemaligen Gemeinde Weilheim gehört das Dorf Weilheim. Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Weilheim liegt die abgegangene Burg Fürstenstein.[2]

Rietheim ist von Weilheim etwa einen Kilometer entfernt, Rußberg ist etwa 1,5 km Luftlinie von Rietheim und etwa 2 km Luftlinie von Weilheim entfernt. Die tatsächliche Entfernung zu dem auf der Heuberg-Albhochfläche gelegenen Rußberg ist jedoch um einiges größer, da der Höhenunterschied von etwa 300 Höhenmetern mit Serpentinen überbrückt wird.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rietheim

Rietheim

Weilheim

Weilheim

Die Gemeinde Rietheim-Weilheim entstand am 1. Januar 1975 durch einen Zusammenschluss der beiden bis dahin selbständigen Gemeinden Rietheim und Weilheim[3], um einer Eingemeindung durch die Stadt Tuttlingen zu entgehen. Im Jahre 1986 feierte Rietheim-Weilheim gemeinsam das 1200-jährige Jubiläum.
Winterlicher Blick auf Weilheim von der Schwäbischen Alb aus
Ringzug-Haltepunkt Weilheim

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Gemeinderat gehören (Stand 2014–2019) 12 Personen an, davon 7 aus Rietheim und 5 aus Weilheim, und zusätzlich der Bürgermeister als Vorsitzender des Gemeinderates. Bei der Wahl wird das Verfahren der unechten Teilortswahl angewandt. Politische Fraktionen gibt es nicht.[4]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1975 bis 2007 war Traugott Hauser (CDU, * 1947) Bürgermeister.

Seit 2007 ist Jochen Arno (CDU) Bürgermeister von Rietheim-Weilheim; er war zuvor seit 2000 Bürgermeister von Gunningen gewesen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommune ist dem Tourismusverband „Donaubergland“ angeschlossen.

Pfarrkirche St. Georg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits zu Anfang des 14. Jahrhunderts wurde im heutigen Ortsteil Weilheim der Grundstein für die im gotischen Stil erbaute Kapelle gelegt, die dem Heiligen St. Georg geweiht wurde. Der Turm ist der älteste Teil der heutigen Kirche, zur Pfarrkirche wurde die Kapelle erst 1776 erhoben. Der Turm bzw. dessen zwiebelförmiges Dach gilt als Wahrzeichen Weilheims sowie als markantes Kennzeichen des Faulenbachtals. In der Vergangenheit wurden innen und außen umfangreiche Renovierungs-, Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt – zuletzt 1993.

Evangelische Pfarrkirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits um das Jahr 1000 wurde die Sylvester-Kapelle im heutigen Ortsteil Rietheim erbaut. 1835 wurde ein Großteil der Kapelle als alt und baufällig abgebrochen, der Turm blieb jedoch bestehen. Im gleichen Jahr wurde die Kirche in einfachem Stil neu erbaut, diese Bausubstanz hat bis in die Gegenwart überdauert. 1963 bis 1964 wurde die Kirche innen renoviert und modernisiert. Zur Feier des 150-jährigen Bestehens wurde die Sylvester-Kirche 1985 erneuert renoviert, wobei das Äußere unverändert blieb.

Maria-Hilf-Kapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Maria-Hilf-Kapelle von den Bürgern von Weilheim erbaut. Dort wurde bis 1861 für die Hochöfen in Ludwigsthal Doggererz abgebaut.[5] Frauen und Kindern war der Zutritt zu dem am 13. Juni 1857 von Untersteiger Bosch aufgefahrenen, 3,5 km langen Stollen verboten. Die Beleuchtung erfolgt mit Erdöl. Die Männer stellten sich vor Arbeitsbeginn um das Loch herum und sprachen ein Vaterunser. Neuerdings erstrahlt die Kapelle auch Nachts im Scheinwerferlicht.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rietheim-Weilheim liegt an der Gäubahn und besitzt seit der Einführung des Ringzugs 2003 wieder Bahnanschluss. Es existiert je ein Haltepunkt in Rietheim und Weilheim. Der Ringzug verbindet im Takt die beiden Teilorte und mit Tuttlingen, Immendingen sowie Leipferdingen an der Wutachtalbahn. Am Bahnhof Rottweil haben Ringzug-Reisende Anschluss zum Regionalverkehr (RE) in Richtung Stuttgart oder Singen. Rietheim-Weilheim ist in den Verkehrsverbund TUTicket eingegliedert.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist ein bedeutender Industriestandort in der Region mit über 2000 Arbeits- und Ausbildungsplätzen, 1700 Einpendlern sowie 600 Auspendlern. Bekannt ist Rietheim-Weilheim vor allem durch die Marquardt-Gruppe, einem Hersteller für Schalt- und Automobilsysteme sowie der Firma WERMA Signaltechnik, Hersteller für optische und akustische Signalgeräte.

Steuersätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2012 hatte die Gemeinde bei allen 3 Gemeindesteuerarten Grundsteuer A, Grundsteuer B und Gewerbesteuer die niedrigsten Hebesätze im gesamten Landkreis Tuttlingen.[6]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 680–681
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 518.
  4. Ergebnis der Gemeinderatswahl 2014, siehe auch http://www.rietheim-weilheim.de/index.php?id=83
  5. Bestand B40 Bü1232 auf Landesarchiv-BW.de
  6. Statistische Berichte Baden-Württemberg (Ausgabe vom 26. Juni 2013) (Memento des Originals vom 22. Februar 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.statistik-bw.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rietheim-Weilheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Rietheim – in der Beschreibung des Oberamts Tuttlingen von 1879
Wikisource: Weilheim – in der Beschreibung des Oberamts Tuttlingen von 1879