Rietz-Neuendorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rietz-Neuendorf
Rietz-Neuendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rietz-Neuendorf hervorgehoben
Koordinaten: 52° 15′ N, 14° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Oder-Spree
Höhe: 80 m ü. NHN
Fläche: 184,77 km2
Einwohner: 4124 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 22 Einwohner je km2
Postleitzahl: 15848
Vorwahlen: 033672,033677, 033675 (Buckow)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: LOS, BSK, EH, FW
Gemeindeschlüssel: 12 0 67 426
Gemeindegliederung: 14 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Fürstenwalder Str. 1
15848 Rietz-Neuendorf
Webpräsenz: www.rietz-neuendorf.de
Bürgermeister: Olaf Klempert (BVB / Freie Wähler)
Lage der Gemeinde Rietz-Neuendorf im Landkreis Oder-Spree
Bad SaarowBeeskowBerkenbrückBriesenBrieskow-FinkenheerdDiensdorf-RadlowEisenhüttenstadtErknerFriedlandFürstenwalde/SpreeGosen-Neu ZittauGroß LindowGrünheideGrunow-DammendorfJacobsdorfLangewahlLawitzBriesen (Mark)MixdorfMüllroseNeißemündeNeuzelleRagow-MerzRauenReichenwaldeRietz-NeuendorfSchlaubetalSchöneicheSiehdichumSpreenhagenSteinhöfelStorkowTaucheVogelsangWendisch RietzWiesenauWoltersdorfZiltendorfBrandenburgKarte
Über dieses Bild

Rietz-Neuendorf (niedersorbisch Nowa Wjas pśi rěce[2]) ist eine amtsfreie Gemeinde im Landkreis Oder-Spree in Brandenburg südöstlich von Berlin.

Die Gemeinde ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Historische Dorfkerne“ im Land Brandenburg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Rietz-Neuendorf grenzt im Norden an die Gemeinde Langewahl (Amt Scharmützelsee), im Nordosten und Osten an die Gemeinden Berkenbrück und Briesen (Mark) (beide Amt Odervorland), im Osten und Südosten an die Gemeinden Müllrose und Ragow-Merz (beide Amt Schlaubetal), im Süden an die amtsfreie Stadt Beeskow und die amtsfreie Gemeinde Tauche, im Südwesten an die amtsfreie Stadt Storkow (Mark), im Westen an die Gemeinden Wendisch-Rietz, Diensdorf-Radlow und Bad Saarow (alle Amt Scharmützelsee).

Die Gemeinde liegt auf der Beeskower Platte, die als Nr. 824 in den Naturräumlichen Haupteinheiten Deutschlands in der Haupteinheitengruppe Nr. 82 Ostbrandenburgisches Heide- und Seengebiet geführt wird. Im Untergrund der Platte überwiegen saaleeiszeitliche Grundmoränenflächen, die weitgehend von flachwelligen Endmoränenbildungen der letzten Eiszeit überlagert werden.[3] Das Gemeindegebiet wird vom oberen und mittleren Lauf des Blabbergrabens durchflossen, der in einer glazialen Rinne eine fünfteilige Seenkette verbindet und von Nord nach Süd in die Krumme Spree zwischen Kossenblatt und Werder entwässert. Von diesen Rinnenseen gehören der Herzberger See und der Ahrensdorfer See zu Rietz-Neuendorf. Die südwestlichen Gemeindeteile um Ahrensdorf und Behrensdorf gehören weitgehend zum Naturpark Dahme-Heideseen und werden vom Schwenowseegraben durchflossen, Teile von Glienicke und Herzberg gehören zum Landschaftsschutzgebiet Scharmützelseegebiet. [4][5]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde gliedert sich nach ihrer Hauptsatzung[6] in 14 Ortsteile (sorbische Bezeichnungen nach dem Brandenburgischen Ortsnamenbuch[2], Wohnplätze nach dem Dienstleistungsportal des Landesverwaltung[7]):

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bewohnte Gemeindeteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hartensdorf, Krachtsheide, Kunersdorf und Raßmannsdorf.

Wohnplätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Emilienthal, Georgshöhe, Görziger Dorfstelle, Kadelhof, Klein Rietz, Lamitsch (Łomnica[8]), Neue Herrlichkeit, Neuhaus, Rietz-Neuendorf, Sandscholle, Schröders Hof und Spreehorst.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rietz-Neuendorf war der Name einer kleinen Gemeinde, die am 1. Juli 1950 nach Görzig eingemeindet wurde.[9]

Amt Glienicke/Rietz-Neuendorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Ämterbildung 1992 in Brandenburg schlossen sich 13 Gemeinden in den damaligen Kreisen Beeskow und Fürstenwalde zum Amt Glienicke/Rietz-Neuendorf zusammen[10]. Zum 31. Dezember 2001 schlossen sich innerhalb des Amtes die Gemeinden Ahrensdorf, Birkholz, Buckow, Drahendorf, Görzig, Groß Rietz, Herzberg, Neubrück (Spree), Pfaffendorf, Sauen und Wilmersdorf zur neuen Gemeinde Rietz-Neuendorf zusammen[11]. Zum 26. Oktober 2003 wurden die Gemeinden Alt Golm und Glienicke per Gesetz in die Gemeinde Rietz-Neuendorf eingegliedert. Das Amt Glienicke/Rietz-Neuendorf wurde aufgelöst, die Gemeinde Rietz-Neuendorf wurde amtsfrei[12]. Das Gemeindegebiet ist identisch mit dem des Amtes Glienicke/Rietz-Neuendorf.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hier folgen die Namen der Gemeinden, aus denen am 31. Dezember 2001 und 26. Oktober 2003 die neue Flächengemeinde Rietz-Neuendorf gebildet wurde.[11] Außerdem werden die Eingemeindungen aufgelistet, die vor dem Zusammenschluss auf dem Gebiet der jetzigen Gemeinde stattgefunden haben.[9] Trotz der Eingemeindungen liegt die Einwohnerzahl Rietz-Neuendorfs unter der von der Landesregierung ausgegebenen unteren Richtschwelle für amtsfreie Gemeinden (5.000 Einwohner), sodass in der Bevölkerung neue Zusammenlegungen erwartet werden.[13]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Ahrensdorf 31. Dezember 2001
Alt Golm 26. Oktober 2003
Behrensdorf 1. Januar 1974 Eingemeindung nach Ahrensdorf
Birkholz 31. Dezember 2001
Buckow 31. Dezember 2001
Drahendorf 31. Dezember 2001
Glienicke 26. Oktober 2003
Görzig 31. Dezember 2001
Groß Rietz 31. Dezember 2001
Herzberg 31. Dezember 2001
Klein Rietz 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Groß Rietz
Kunersdorf 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Pfaffendorf
Neubrück (Spree) 31. Dezember 2001
Pfaffendorf 31. Dezember 2001
Raßmannsdorf 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Neubrück (Spree)
Rietz-Neuendorf 1. Juli 1950
31. Dezember 2001
Eingemeindung nach Görzig,
Zusammenschluss aus elf Gemeinden
Sauen 31. Dezember 2001
Wilmersdorf 31. Dezember 2001

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
2001 3 588
2002 3 532
2003 4 499
2004 4 492
2005 4 482
2006 4 409
Jahr Einwohner
2007 4 364
2008 4 321
2009 4 266
2010 4 232
2011 4 209
2012 4 158
Jahr Einwohner
2013 4 122
2014 4 127
2015 4 124

Gebietsstand des jeweiligen Jahres,[14][15] ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Rietz-Neuendorf besteht aus 16 Gemeindevertretern und dem hauptamtlichen Bürgermeister.[16]

  • Wählergruppe Gemeinsam in die Zukunft: 4 Sitze
  • Die Linke: 3 Sitze
  • Wählergruppe Frauenpower: 2 Sitze
  • SPD: 2 Sitze
  • Wählergruppe Feuerwehr: 2 Sitze
  • Einzelbewerber Wilfried Perlitz: 1 Sitz
  • Wählergruppe Alt Golm: 1 Sitz
  • Einzelbewerber Jörg Haase: 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Olaf Klempert (BVB/Freie Wähler) wurde in der Bürgermeisterwahl am 11. September 2011 mit 76,2 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt.[17]

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnergemeinde ist Jerzmanowa in Polen.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Von Silber und Rot gespalten auf einem Schildfuß vorne eine halbe Eiche und hinten eine halbe Buche am Spalt, alle in verwechselten Farben.“[18]

Das Wappen zeigt mit einem gespaltenen Baum, der sich je zur Hälfte aus einer heraldisch stilisierten Eiche und einer heraldisch stilisierten Buche zusammenfügt, eine wappenkünstlerisch sehr interessante Figur. Das Motiv steht für die naturnahe und waldreiche Gemeindeflur der auf der Beeskower Platte gelegenen Flächengemeinde Rietz-Neuendorf mit seinen 14 Ortsteilen (7 Eichen- und 7 Buchenblätter).

Das Wappenbild verweist zudem auf eine forstwissenschaftliche und forstwirtschaftliche Tradition in der Gemeinde. Im Sauener Forst beschäftigt man sich seit weit mehr als einhundert Jahren mit den Vorteilen und Besonderheiten von Mischwaldstrukturen. Das Wappen greift die Brandenburgischen Landesfarben auf und zeigt das Motiv in sogenannten verwechselten Tinkturen.

Das Wappen wurde vom Heraldiker Frank Diemar gestaltet.

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche und Schloss in Groß Rietz
Kirche in Herzberg

In der Liste der Baudenkmale in Rietz-Neuendorf und in der Liste der Bodendenkmale in Rietz-Neuendorf stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gut Hirschaue zwischen den Dörfern Birkholz, Buckow und Groß-Rietz, Deutschlands größtes ökologisches Wildgehege mit Damtieren, Rothirschen, Mufflons und Schweinen sowie Hofladen und Restaurant

Naturdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eiche bei Neubrück mit einem Brusthöhenumfang von 7,60 m (2016).[19]
  • Wuchtige Eiche am Rietzer See mit einem Brusthöhenumfang von 7,24 m (2016).[20]

Jährliche Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fastnacht, Osterfeuer, Maifest, Dorffest, Sportfest

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rietz-Neuendorf liegt an der Bundesstraße 168 zwischen Fürstenwalde und Beeskow sowie an der Landesstraße L 42 zwischen Lindenberg und dem Ortsteil Kunersdorf.

Der Haltepunkt Buckow (b Beeskow) an der Bahnstrecke Königs Wusterhausen–Grunow liegt auf dem Gemeindegebiet. Er wird von der Regionalbahnlinie RB 36 Königs WusterhausenFrankfurt (Oder) bedient.

Der Personenverkehr auf der Bahnstrecke Fürstenwalde–Beeskow mit den Haltepunkten Wilmersdorf, Pfaffendorf, Görzig und Groß Rietz wurde 1997 eingestellt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rietz-Neuendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. a b Sophie Wauer, Kerstin Kirsch, Klaus Müller: Die Ortsnamen des Kreises Beeskow-Storkow. In: Brandenburgisches Namenbuch. Band 12. Steiner, Stuttgart 2005, ISBN 3-515-08664-1, S. 226–228 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche [abgerufen am 26. Dezember 2016]).
  3. Olaf Juschus: Das Jungmoränenland südlich von Berlin – Untersuchungen zur jungquartären Landschaftsentwicklung zwischen Unterspreewald und Nuthe. S. 2. Dissertation, Humboldt Universität Berlin, 2001. Auch in: Berliner Geographische Arbeiten 95. ISBN 3-9806807-2-X, Berlin 2003. Siehe Abbildung 2 Platten und Urstromtalungen im Jungmoränenland südlich Berlins in Kapitel 1 und im Kapitel 4 Abb. 32 und die Unterabschnitte 4.3.4.3 und 4.3.4.5.
  4. Bundesamt für Naturschutz (BfN): Kartendienst Schutzgebiete in Deutschland. Ausschnitt Tauche (etwas nach oben scrollen).
  5. Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg: Brandenburg-Viewer, Digitale Topographische Karten 1:10.000 (Menu – „Mehr Daten“ – anklicken und entsprechend auswählen; zu den Gemarkungsgrenzen „Liegenschaftskataster“ und dort „Gemarkungen“ zuschalten.)
  6. Hauptsatzung der Gemeinde Rietz-Neuendorf vom 9. Februar 2009 PDF
  7. Dienstleistungsportal der Brandenburger Landesverwaltung - Gemeinde Rietz-Neuendorf
  8. Ortsnamen der Niederlausitz
  9. a b Beitrag zur Statistik Landesbetrieb für Datenverarbeitung Land Brandenburg StatistikHistorisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005 19.9 Landkreis Oder-Spree PDF
  10. Bildung der Ämter Tauche/Trebatsch und Glienicke/Rietz-Neuendorf. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 7. September 1992. Amtsblatt für Brandenburg - Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 3. Jahrgang, Nummer 75, 5. Oktober 1992, S.1868.
  11. a b Bildung einer neuen Gemeinde Rietz-Neuendorf. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 16. November 2001. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 12. Jahrgang, Nummer 50, 11. Dezember 2001, S.850 PDF
  12. Sechstes Gesetz zur landesweiten Gemeindegebietsreform betreffend die Landkreise Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz, Oder-Spree und Spree-Neiße (6.GemGebRefGBbg) vom 24. März 2003, Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, I (Gesetze), 2003, Nr. 05, S.93
  13. http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1202127
  14. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oder-Spree. S. 22–25
  15. Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7
  16. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  17. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 11. September 2011
  18. Wappenangaben auf der Internetseite der Gemeinde
  19. Eintrag im Verzeichnis Monumentaler Eichen. Abgerufen am 10. Januar 2017
  20. Eintrag im Verzeichnis Monumentaler Eichen. Abgerufen am 10. Januar 2017