Ringe (Niedersachsen)

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Ringe (Niedersachsen) führt kein Wappen
Ringe (Niedersachsen)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ringe (Niedersachsen) hervorgehoben
Koordinaten: 52° 36′ N, 6° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Grafschaft Bentheim
Samtgemeinde: Emlichheim
Höhe: 15 m ü. NHN
Fläche: 35,32 km2
Einwohner: 2083 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 59 Einwohner je km2
Postleitzahl: 49824
Vorwahlen: 05944, 05943
Kfz-Kennzeichen: NOH
Gemeindeschlüssel: 03 4 56 019
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstr. 24
49824 Emlichheim
Bürgermeister: Albert Stegeman (CDU)
Lage der Gemeinde Ringe (Niedersachsen) im Landkreis Grafschaft Bentheim
Landkreis Grafschaft Bentheim Niedersachsen Königreich der Niederlande Landkreis Emsland Nordrhein-Westfalen Bad Bentheim Ohne Samern Schüttorf Schüttorf Quendorf Isterberg Engden Nordhorn Wietmarschen Georgsdorf Osterwald Lage (Dinkel) Halle (bei Neuenhaus) Uelsen Getelo Wielen Itterbeck Wielen Ringe Emlichheim Laar (Grafschaft Bentheim) Wilsum Gölenkamp Esche (Grafschaft Bentheim) Neuenhaus HoogstedeKarte
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Die Gemeinde Ringe gehört zur Samtgemeinde Emlichheim im Landkreis Grafschaft Bentheim in Niedersachsen. Die Gemeinde liegt direkt an der niederländischen Grenze.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Großringe, Kleinringe sowie Neugnadenfeld und ist vorwiegend ländlich geprägt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urkundlich erwähnt wird Ringe erstmals 1329. In einem Schriftstück heißt es in lateinischer Sprache „… sitam in legione Righe in parrochia Emnynchem“, zu deutsch „… gelegen in der Bauerschaft Righe (Ringe) im Kirchspiel Emnynchem (Emlichheim)“. Ringe war schon im Mittelalter in die Ortschaften Großringe und Kleinringe eingeteilt.

Bis heute ist Ringe landwirtschaftlich geprägt. In den schwer zugänglichen Weustenflächen erbauten sich die Ringer Bauern sogenannte Boon. Boon wurden auch Viehhütten genannt und waren ursprünglich primitive Gebäude, die aus Balken und Brettern erbaut und mit Lehm, Stroh und Heide verklebt und eingedeckt wurden. In den Boon wurden im Winterhalbjahr Rinder untergebracht, die von einem meist jungen Mann, dem „Boonheern“, versorgt wurden. Während der Kriegsjahre von 1939 bis 1945 wurden immer mehr Boon verpachtet, da die jungen Männer zum Militärdienst einberufen wurden. Einige Jahre nach dem Krieg wurden die Boon noch bewirtschaftet, aber schon in den 1950er Jahren fanden die Boon ein Ende.

Das Gemeindegebiet bestand früher vorwiegend aus Moorflächen. Diese wurden durch Gefangene während des Zweiten Weltkrieges kultiviert, nachdem die Nationalsozialisten dafür extra ein Gefangenenlager, das Lager Alexisdorf, errichtet hatten. Nach dem Krieg fanden hier heimatlose Flüchtlinge eine vorübergehende Unterkunft. Aus dem Lager entstand dadurch eine neue Ortschaft, der sich heute Neugnadenfeld nennt und zur Gemeinde Ringe gehört. Heute gibt es nur noch wenige reine Moorflächen in der Gemeinde, Naturschützer versuchen seit einigen Jahren, die ehemaligen Moore zu rekultivieren, da sie als Lebensraum für einige bedrohte Tierarten immer knapper werden.

Neben den heimatlosen Flüchtlingen kamen in den ersten Nachkriegsjahren auch viele Menschen aus den Städten nach Ringe, um im Tauschhandel Lebensmittel von den Bauern zu beschaffen. An den meisten Wochentagen kamen mehr als 20 „Hamsterer“, wie die Leute von den Einheimischen genannt wurden, nach Ringe. Speck, Butter, Eier, Brot und Kartoffeln waren begehrt. Nicht nur aus den nahegelegten Städten wie Nordhorn oder Lingen kamen die Menschen, sondern auch aus dem Ruhrgebiet.

Die Bürgermeister der Gemeinde Großringe, zu der auch Neugnadenfeld gehörte, waren von 1946 bis 1968 Jakobus Helweg und von 1968 bis 1974 Hermann Wieferink. In Kleinringe waren von 1946 bis 1956 Jan Lambers-Herspink, von 1956 bis 1965 Gerhard Arens und von 1965 bis 1974 Mense Poll Bürgermeister. Bürgermeister der Einheitsgemeinde Ringe waren von 1974 bis 1984 Hermann Wieferink, von 1984 bis 1986 Lambert Lambers, von 1986 bis 2000 Hildebrand Stegemann und von 2000 bis 2011 Jan Wilhelm Pol.

Gebäudekomplex Altes Landhaus Buddenberg

Zudem gibt es in der Gemeinde ein geschichtsträchtiges Handelshaus, das Alte Landhaus Buddenberg. Dieses beheimatet heute ein Restaurant mit Fremdenzimmern. In der über 200-jährigen Geschichte des Hauses war hier vorwiegend eine Gastwirtschaft und ein Lebensmittelladen für die Landbevölkerung untergebracht. Im Jahr 1997, nachdem das Haus bereits einige Jahre nur noch als Wohnhaus diente, brannte es nieder. Einige Jahre später wurde es mit Hilfe von Stiftungen und Heimatfreunden nach den Vorgaben der Denkmalpflege wieder aufgebaut und restauriert.

Durch die Gemeinde Ringe fließt die Vechte, die bei Laar die Grenze zu den Niederlanden passiert.

Eingemeindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Ringe entstand am 1. März 1974 aus dem Zusammenschluss der bis dahin eigenständigen Gemeinden Großringe mit Neugnadenfeld und Kleinringe.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde Ringe wurde bis zur Kommunalwahl 2006 stets eine allgemeine Wählerliste (AWR) aufgestellt. Zur Kommunalwahl am 11. September 2011 trat zum ersten Mal die CDU neben der SPD und der FDP an.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Ringe setzt sich aus 13 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

(Stand: Kommunalwahl vom 11. September 2016)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum ehrenamtlichen Bürgermeister wurde in der konstituierenden Sitzung des Gemeinderates im November 2016 Albert Stegeman (CDU) wiedergewählt.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist die Landwirtschaft. Durch die Nähe der Emsland-Stärke werden vor allem Stärkekartoffeln angebaut. Aber auch die Maisproduktion zur Gewinnung von Biogas (Energiemais) und zur Fütterung der Milchkühe sind in der Landwirtschaft vertreten.

Neben der Landwirtschaft sind zwei Firmen aus der Kunststoffverarbeitung in der Gemeinde angesiedelt. Im Gewerbegebiet ist ebenfalls eine Maschinenfabrik angesiedelt. Auch die Baubranche ist in Ringe beheimatet. Zudem bestehen kleine Familienbetriebe im Handwerk, wie Fleischerei und Bäckerei.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 255.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ringe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien