Ringen (Grafschaft)

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Ringen
Verbandsfreie Gemeinde Grafschaft
Koordinaten: 50° 34′ 19″ N, 7° 5′ 48″ O
Höhe: 190 m ü. NHN
Einwohner: 1925 (30. Okt. 2013)
Eingemeindung: 16. März 1974
Postleitzahl: 53501
Vorwahl: 02641
Ringen (Rheinland-Pfalz)
Ringen

Lage von Ringen in Rheinland-Pfalz

Ringen ist der Hauptort und ein Ortsbezirk der verbandsfreien Gemeinde Grafschaft im Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz. Der Ortsbezirk Ringen hat mit den Einzelorten Beller und Bölingen ca. 1925 Einwohner.[1] Darüber hinaus gehören zum Ortsbezirk auch die Wohnplätze Assbacher Hof und Graßmühle.[2] Ringen liegt drei Kilometer nördlich der Kreisstadt Bad Neuenahr-Ahrweiler auf 190 m ü. NHN über dem Meeresspiegel im Grafschafter Ländchen.

Bölingen (Grafschaft), Luftaufnahme (2015)

Geschichte und Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ringen war Hauptort eines Dingstuhls in der Grafschaft Neuenahr, die von 1545 bis Ende des 18. Jahrhunderts ein Amt innerhalb des Herzogtums Jülich bildete. Zum Dingstuhl Ringen gehörten auch die Ortschaften Beller und Bölingen; er umfasste eine Gemarkung von 983 ha und hatte im Jahre 1767 294 Einwohner.[3] Nach der Inbesitznahme des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen (1794) und der Einführung der französischen Verwaltungsstrukturen (1798) war die Ortschaft namensgebender Hauptort der Mairie Ringen, die zum Kanton Remagen gehörte.

Nach den auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen kam die Region zum Königreich Preußen. Unter der preußischen Verwaltung gehörte die vormalige Mairie Ringen ab 1816 als Bürgermeisterei zum Landkreis Ahrweiler im Regierungsbezirk Koblenz. 1818 wurde sie aufgelöst und die ihr zugeordneten Gemeinden auf die Bürgermeistereien Ahrweiler und Gelsdorf aufgeteilt; die Gemeinde Ringen kam zur Bürgermeisterei Gelsdorf. Ab 1863 befand sich der Sitz des Bürgermeisteramts in Ringen, sodass die Bürgermeisterei – 1927 wie alle Landbürgermeistereien in der Rheinprovinz in „Amt“ umbenannt – 1936 den Namen „Amt Ringen“ erhielt. Dieses bestand bis zum Jahr 1968, als im Zuge der Kommunalreform aus dem Amt Ringen die Verbandsgemeinde Ringen mit Verwaltungssitz in Ringen gebildet wurde. Am 16. März 1974 wurde die Verbandsgemeinde aufgelöst und alle zugehörigen Gemeinden bis auf Kalenborn zur neuen verbandsfreien Gemeinde Grafschaft zusammengeschlossen. Damit verlor auch die Gemeinde Ringen ihre Eigenständigkeit; für ihr vormaliges Gebiet wurde der Ortsbezirk Ringen eingerichtet.

  • Anfang des 20. Jahrhunderts wurden für den Strategischen Bahndamm mit dem Abzweig Richtung Remagen eine Bahnhofsanlage und Bahndämme aufgeschüttet sowie Unterführungen und Brücken fertiggestellt. Obwohl der Streckenausbau nie erfolgte, ist die Benennung der Bahnhofstraße bis heute erhalten.
  • Weitgehend auf der alten Bahntrasse verlaufend, führt direkt nördlich seit 1970 die A 61 vorbei.
  • Seit den 1990er Jahren ist beim Ortsteil Beller, nördlich der Autobahn ein großer Gewerbepark entstanden, in dem sich nach Fertigstellung eines Autobahnanschlusses Haribo mit einem neuen Werk ansiedelte. Seit 2018 befindet sich in Ringen der Hauptsitz des Haribo-Konzerns.
  • Im Jahr 2016 verlegte das Catering-Unternehmen L&D seinen Hauptsitz nach Ringen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbezirk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ringen ist einer von elf Ortsbezirken der Gemeinde Grafschaft. Er wird durch einen Ortsbeirat und einem Ortsvorsteher vertreten.[4]

Ortsbeirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsvorsteher als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Ortsbeirat:

Wahl SPD CDU Grüne FWG1 Gesamt
2019[5] 1 2 1 3 7 Sitze
2014[6] 1 4 2 7 Sitze
2009[7] 1 4 2 7 Sitze
1 Freie Wählergruppe

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lothar Barth (FWG) wurde 2019 Ortsvorsteher von Ringen. Bei der Stichwahl am 16. Juni 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 69,21 % für fünf Jahre gewählt worden,[8] nachdem bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 keiner der ursprünglich drei Bewerber eine ausreichende Mehrheit erzielt hatte.[9]

Barths Vorgänger Toni Palm (CDU) war 2019 nach 20 Jahren im Amt nicht erneut als Ortsvorsteherkandidat angetreten.[10]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ringen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohner-Bestandsstatistik Gemeinde Grafschaft, Stand: 30. Oktober 2013.
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2019[Version 2020 liegt vor.]. S. 5 (PDF; 3 MB).
  3. Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, 2. Band: Die Karte von 1789. Bonn 1898, S. 276/277.
  4. Hauptsatzung der Gemeinde Grafschaft. (PDF) § 2 und 3. Gemeinde Grafschaft, 18. Juni 2019, abgerufen am 2. August 2020.
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Ortsbeiratswahl 2019 Ringen. Abgerufen am 2. August 2020.
  6. In vier Orten gibt es neue Gesichter an der Spitze. In: Blick Aktuell. Krupp Verlags GmbH, Sinzig, 27. Mai 2014, abgerufen am 2. August 2020.
  7. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Ortsbeiratswahl 2009 Ringen. Abgerufen am 2. August 2020.
  8. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Grafschaft, verbandsfreie Gemeinde, dritte Ergebniszeile. Abgerufen am 2. August 2020.
  9. CDU verliert die absolute Mehrheit in der Grafschaft. In: Blick Aktuell. Krupp Verlags GmbH, Sinzig, 27. Mai 2019, abgerufen am 2. August 2020.
  10. Toni Palm kandidiert nach 20 Jahren nicht mehr. In: Blick Aktuell. Krupp Verlags GmbH, Sinzig, 29. Januar 2019, abgerufen am 2. August 2020.