Ringkanone

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Als Ringkanone oder Mantelringkanone werden Geschütze mit einem im 19. Jahrhundert entwickelten Geschützrohr bezeichnet, das mit heiß aufgezogenen Ringen oder einem entsprechenden Mantelrohr zur Aufnahme höherer Innendrücke verstärkt wurde.

Mantelringrohr einer britischen RML 11 inch gun
Vergleich der Beanspruchung einer Vollrohr- gegenüber einer Ringkanone
Ringrohr des 8,4 cm Feldgeschützes Ord 1879/81 (Schweiz)

Die Entwicklung der Pulverladungen, insbesondere des langsam abbrennenden Pulvers, ermöglichte die bessere Ausnutzung der Energie der Ladung, indem der Lauf verlängert wurde. Das Geschoss wird in einem solchen Rohr länger von der expandierenden Ladung beschleunigt, so dass sich eine höhere Mündungsgeschwindigkeit und damit höhere Reichweite ergibt. Um das Gewicht des Geschützes gering zu halten bzw. sein Kaliber steigern zu können, musste das Kernrohr (auch Seelenrohr genannt) im hinteren Bereich verstärkt werden. Dazu wurde ein Mantelrohr aufgeschrumpft oder aufgeschraubt. Auf dieses Mantelrohr konnten weitere Ringe aufgeschrumpft werden (Mantelringrohr). Ein typisches Geschütz hatte ein Kernrohr mit Mantelrohr und Mantelringrohr. Die Qualität der Ringe hatte Einfluss auf das Schwingungsverhalten der Rohre und damit auf die Treffsicherheit des Geschützes.

Auch die Schnellfeuergeschütze des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts mit ihren Mittelpivots, Rohrwiegen und hydraulischen Rücklaufbremsen waren mit solchen Ringen verstärkt, auch wenn sie nicht mehr als Ringkanonen bezeichnet wurden und teilweise in der Bauart der Drahtkanonen gefertigt wurden.

Für im Mittelalter mit Ringen hergestellte Geschütze siehe Stabringgeschütz.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Dörge: Die Geschichte des Drahtgeschützrohres. In: Technikgeschichte : Beiträge zur Geschichte der Technik und Industrie. Nr. 27, 1938, S. 30–40.