Ringkragen

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Philip Sidney mit Halsberge

Der Begriff Ringkragen leitet sich ab von der sogenannten Halsberge, einem halbmondförmigen Metallschild, welches den Hals „bergen“ (im Sinne von „schützen“) sollte und zwischen Harnisch und Helm angelegt wurde.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 16. und 17. Jahrhundert wurde die Halsberge meist ohne Harnisch angelegt und die Form schrumpfte immer mehr zu einem kleinen, an einer Kette getragenen, halbmondförmigen Brustschild zusammen. Zu diesem Zeitpunkt hatte er seine Schutzfunktion bereits verloren und war allgemein ein Dienstabzeichen der Offiziere bei allen europäischen Armeen.

In Deutschland wurde der Ringkragen von den bayerischen Offizieren bis 1867 getragen. Außerdem trugen noch einzelne Kürassier-Regimenter ihn als Traditionsabzeichen.

George Washington mit Ringkragen

Ab 1898 wurde der Ringkragen für Fahnenträger eingeführt.

In den Kriegen 1864, 1866 sowie 1870/71 war der Ringkragen ebenfalls das Dienstabzeichen der Feldgendarmerie.

Metallene Plakette mit der Aufschrift Feldgendarmerie (Zweiter Weltkrieg, Deutschland)
Wachhabender schwedischer Gardeoffizier mit Ringkragen Modell 1799 (Dagbricka m/1799) in Stockholm 2009

Eine Variante entstand im Ersten Weltkrieg. Die höheren Kommandobehörden erhielten bei der Mobilmachung eine Abteilung Soldaten als Stabswache für den Wach- und Ordonnanzdienst. Untergliedert war sie in eine Kavallerie- und Infanteriestabswache. Als Dienstabzeichen wurde zur normalen Uniform von Offizieren und Mannschaften ein – unterschiedlicher – Ringkragen getragen. Dieser aber in einer höheren Form als das bei der Feldgendarmerie bzw. bei den Fahnenträgern verwendete Modell. Im Volksmund wurden die Feldgendarmen in Anspielung auf die zur Uniform gehörende metallene Plakette aus Messing mit der Aufschrift Feldgendarmerie oder Feldjägerkommando, die an einer massiven Kette um den Hals getragen wurde, als Kettenhunde bezeichnet.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde der Ringkragen mit Gründung der Bundeswehr 1955 in der BRD und Gründung des Österreichischen Bundesheers 1955 und später in der DDR nach Gründung der Nationalen Volksarmee (NVA) 1956 – und somit bei allen deutschen Armeen − nicht wieder eingeführt.

In den (kalten) nordeuropäischen Ländern scheint die Tradition der Halsberge als Schutzfunktion Bestand zu haben. So wird der die obere Brust ergreifende Ringkragen als Auszeichnung in Norwegen, Schweden und Finnland bis dato verwendet.

In Schweden wird der Ringkragen, offiziell: Dagbricka m/1799 in den Landstreitkräften und der Marine, Dagtjänsttecken m/38 in den Luftstreitkräften, als Dienstabzeichen vom Wachhabenden Offizier und seinem Stellvertreter im Hauptwachdienst sowie vom ersten und zweiten Fahnenträger und dem Chef einer Ehrenwache zu allen Uniformen (mit Ausnahme der Flugmontur und dem Messeanzug) getragen. Darüber hinaus wird in der Marine die Vaktmärke m/54 in Gold- oder Silberausführung im Wachdienst und den Ausbildungsabteilungen je nach Anordnung des Befehlshabers getragen.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jürgen Kraus: Die feldgraue Uniformierung des deutschen Heeres 1907–1918. 2 Bände. Biblio-Verlag, Osnabrück 1999, ISBN 3-7648-2533-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ringkragen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schwedisches Uniformreglement 2003, Seite 206