Rio de Janeiro (Schiff, 1914)

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Rio de Janeiro
Rio de JaneiroHSDG.jpg
p1
Schiffsdaten
Flagge Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Deutsches Reich
Deutsches ReichDeutsches Reich (Handelsflagge) Deutsches Reich
andere Schiffsnamen

Santa Ines

Schiffstyp Frachtschiff
Heimathafen Hamburg
Eigner Hamburg-Süd
Bauwerft Bremer Vulkan, Vegesack
Baunummer 573
Stapellauf 27. März 1914
Indienststellung 23. April 1914
Verbleib 9. Juli 1940 vor Lillesand versenkt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
122,5 m (Lüa)
Breite 16,8 m
Tiefgang max. 8,46 m
Vermessung 5199 BRT
 
Besatzung 50 Mann
Maschine
Maschine 1 Dreifach-Expansionsmaschine
Maschinen-
leistung
2300 PS
Geschwindigkeit max. 10 kn (19 km/h)
Propeller 1
Transportkapazitäten

Die Rio de Janeiro war ein deutsches Frachtschiff. Es wurde 1914 als Santa Ines gebaut und überlebte den Ersten Weltkrieg in Chile.
1940 wurde das 1921 in Rio de Janeiro umbenannte Schiff von einem alliierten U-Boot während des deutschen Überfalls auf Norwegen vor Lillesand versenkt.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Schiff wurde beim Bremer Vulkan in Vegesack für die Hamburg-Südamerikanische Dampfschifffahrts-Gesellschaft (HSDG) gebaut und am 3. April 1914 unter dem Namen Santa Ines zu Wasser gelassen. Am 16. Mai 1914 begann die Santa Ines ihre Jungfernreise von Hamburg zum La Plata. Sie war das Typschiff der letzten Version der Santa-Klasse, von der die HSDG seit 1901 vierzehn Schiffe in verschiedenen Versionen bis zum Kriegsausbruch 1914 erhielt.

Die Länge des Schiffs betrug 122,5 m, die Breite 16,8 m Breite und der Rauminhalt 5.199 BRT. Mit der ebenfalls vom Bremer Vulkan gelieferten Santa Isabel und der von der AG Weser gebauten Santa Klara hatte die Santa Ines zwei Schwesterschiffe[1]. Alle drei Schiffe befanden sich beim Kriegsausbruch in Südamerika. Die Santa Ines wurde nach Kriegsbeginn im chilenischen Valparaíso aufgelegt. Die Besatzung zerstörte im Herbst 1918 die Maschine, als das Schiff von chilenischen Soldaten besetzt wurde.

Nach Kriegsende wurde das Schiff bis zum 16. September 1920 wie viele andere deutsche Schiffe nach Europa geschleppt, wobei sie schwere Sturmschäden erlitt. Die Reparatur des Schiffes erfolgte auf der Hamburger Werft von Blohm & Voss und es wurde am 14. Oktober 1921 der britischen Kontrollkommission übergeben, verblieb aber in Hamburg. Der Hamburg Süd gelang es, ihren instandgesetzten Frachter am 15. November 1921 zurückzukaufen.

Das mit 5261 BRT neu vermessene Schiff wurde als Rio de Janeiro wieder in Dienst genommen. Am 23. Oktober 1934 geriet das Schiff in Victoria bei Buenos Aires in Brand und musste auf Grund gesetzt werden. Trotz schwerer Schäden wurde die Rio de Janeiro wieder gehoben und repariert.
Das auf der Rückreise von Argentinien befindliche Schiff lief am 30. August 1939 Vigo an und verblieb dort bis zum 12. Dezember. Ihr gelang das Passieren der britische Blockade und sie erreichte Narvik, wo sie Erz übernahm und dann bis zum 19. Januar 1940 Hamburg erreichte. Am 7. März 1940 wurde die Rio de Janeiro als Transporter von der deutschen Kriegsmarine requiriert.

Versenkung[Bearbeiten]

Das polnische U-Boot Orzel

Das Schiff transportierte im Rahmen der 1.Seetransportstaffel des Unternehmens Weserübung Material und Truppen von Stettin mit dem Zielhafen Bergen. Bei Lillesand wurde es am 8. April 1940 von dem unter britischem Kommando stehenden polnischen U-Boot Orzeł entdeckt und mit drei Torpedos versenkt.

Von den Personen an Bord wurden 183 gerettet, 19 Besatzungsmitglieder und 164 Soldaten kamen um.

Die Versenkungsposition war ungefähr bei den Koordinaten 58° 40′ 0″ N, 9° 7′ 0″ O58.6666666666679.1166666666667Koordinaten: 58° 40′ 0″ N, 9° 7′ 0″ O, aber das Wrack wurde bis heute nicht ausfindig gemacht.

Sonstiges[Bearbeiten]

Ein 2008 in Korea gebautes 5900-TEU-Containerschiff der „Rio“-Klasse der Reederei Hamburg Süd trägt erneut den Namen Rio de Janeiro.

Schicksal der beiden Schwesterschiffe[Bearbeiten]

Stapellauf
in Dienst
Name Tonnage Werft Schicksal
21.04.1914
19.05.1914
Santa Isabel 5199 BRT Bremer Vulkan
BauNr.574
7. August 1914 Zusammentreffen mit dem Kleinen Kreuzer SMS Dresden, als dessen Hilfsschiff mit in den Pazifik zum Kreuzergeschwader marschiert und dann beim Seegefecht bei den Falklandinseln vom britischen Kreuzer HMS Bristol versenkt
18.04.1914
6.06.1914
Santa Clara 5485 BRT AG Weser
BauNr.204
1914 aufgelegt in Rosario/ Argentinien, 1920 nach Deutschland geschleppt, 1921 ausgeliefert: Den of Airlie/GB, 18.Juli 1923 Ankauf durch die Deutsche Ost-Afrika Linie, als Ulanga eingesetzt, am 5. September 1931 auf der Ausreise in Brand geraten, nach Antwerpen eingeschleppt, aber ausgebrannt, verschrottet

Literatur[Bearbeiten]

  • Carl Herbert: Kriegsfahrten deutscher Handelsschiffe. Broschek & Co, Hamburg 1934.
  • Arnold Kludas: Die Schiffe der Hamburg-Süd 1871 bis 1951. Gerhard Stalling Verlag, Oldenburg 1976, ISBN 3-7979-1875-5.
  • Kristen Taraldsen: "Da krigen kom til Lillesand." Den dramatiske torpederingen av "Rio de Janeiro" 8. april 1940. Fædrelandsvennen, Kristiansand 1984, ISBN 82-90581-00-9.
  • Kristen Taraldsen: Ti i krig. Fædrelandsvennen, 1998, ISBN 82-90581-28-9

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kludas, S. 70