Rippach

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Rippach (Begriffsklärung) aufgeführt.

Koordinaten: 51° 13′ 30″ N, 12° 3′ 53″ O

Rippach
Stadt Lützen
Höhe: 110 m
Fläche: 7,79 km²
Einwohner: 661 (31. Dez. 2008)
Bevölkerungsdichte: 85 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 06686
Vorwahl: 03443
Zorbau Sössen Starsiedel Röcken Rippach Poserna Muschwitz Großgörschen Dehlitz Lützen BurgenlandkreisKarte
Über dieses Bild

Lage von Rippach in Lützen

Rippach ist ein Ortsteil der Stadt Lützen im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rippach liegt zwischen Leipzig und Weißenfels.

Als Ortsteile der ehemaligen Gemeinde waren ausgewiesen:

  • Rippach
  • Großgöhren
  • Kleingöhren
  • Pörsten

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rippach und Pörsten bildeten bis 1815 eine Exklave des kursächsischen Amts Pegau.[1] Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kamen sie zu Preußen und wurden 1816 dem Landkreis Weißenfels im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt.[2]

Groß- und Kleingöhren gehörten hingegen bis 1815 zum hochstift-merseburgischen Amt Lützen unter kursächsischer Oberhoheit.[3] Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kamen sie mit dem Westteil des Amts Lützen ebenfalls zu Preußen und wurden 1816 dem Landkreis Merseburg im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt.[4]

Rippach war für Reisende über Weißenfels nach Leipzig die letzte Poststation,[5] der Gasthof „Zum Weißen Schwan“ war Ausspann- und Übernachtungsgelegenheit. Am 1. Mai 1813 übernachtete Napoleon I. dort, und Johann Wolfgang Goethe setzte dem Gasthof und seinem damaligen Wirt im ersten Teil seiner Tragödie Faust ein literarisches Denkmal.[6]

Historischer Gasthof Zum weißen Schwan

Am 1. Mai 1813, im Vorfeld der Schlacht bei Großgörschen, fiel bei Rippach der französische Heerführer Marschall Jean-Baptiste Bessières bei einem Rekognoszierungsritt.

Am 1. Juli 1950 schlossen sich Rippach, Pörsten, Groß- und Klein-Göhren zur Gemeinde Rippach zusammen. Bei der zweiten Kreisreform in der DDR kam der Ort im Jahr 1952 zum Kreis Weißenfels im Bezirk Halle, der 1994 zum vergrößerten Landkreis Weißenfels und 2007 zum Burgenlandkreis kam.[7]

Am 1. Januar 2010 schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Rippach, Muschwitz, Poserna, Großgörschen und Starsiedel mit der Stadt Lützen zur neuen Stadt Lützen zusammen.[8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Romanische Kirche in Großgöhren mit spätgotischem Chor
  • Romanische Kirche in Pörsten mit Chorturm
  • Wegweiserstein bei Rippach
  • Turm am Bahnhof Pörsten

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eisenbahnviadukt über die Rippach

Westlich der Gemeinde verläuft die Bundesautobahn 9 und nördlich die Bundesautobahn 38. Das Autobahnkreuz Rippachtal (Eröffnung im November 1997) liegt im nordwestlichen Teil des Gemeindegebietes. Autobahnanschlüsse auf Gemeindegebiet gibt es nicht mehr, die nächsten Auffahrten sind Weißenfels (A9, Anschluss 20), Bad Dürrenberg/Lützen (A9, Anschluss 18) und Lützen-Süd (A 38, Anschluss 28).

Direkt durch die Gemeinde verläuft die zwischen Weißenfels und Lützen zur L 188 umgewidmete Bundesstraße 87. Zwischen den Ortsteilen Pörsten und Rippach zweigt die K 2196 zum Ortsteil Pörsten-Bahnhof ab. Sie kreuzt später die L 189 und mündet bei Hohenmölsen in die B 176. Im Ortsteil Rippach zweigt die K 2190 ab. Sie verläuft durch die Ortsteile Großgöhren und Kleingöhren. Im weiteren Verlauf trifft sie in Starsiedel auf die L 189.

Die Bahnstrecke Großkorbetha–Deuben über Pörsten und Hohenmölsen ist seit 1999 ohne Personenverkehr. Sie wird noch für Kohletransporte aus dem Braunkohlerevier Profen von Wählitz bei Hohenmölsen nach Korbetha für das Kraftwerk Schkopau benutzt. Die Bahnstrecke Leipzig-Plagwitz–Pörsten über Lützen ist seit 1998 stillgelegt (letzte Fahrt am 23. Mai 1998) und wurde nach der gesetzlichen Wartefrist im Jahre 2005 demontiert. Auf dem Gemeindegebiet ist noch der Geländeeinschnitt bei Großgöhren bis zum Viadukt, der Viadukt über die Rippach (Fertigstellung im Januar 1898) und der anschließende Bahndamm bis zum stillgelegten Bahnhof Pörsten vorhanden.

Der durch den Ort fließende Bach Rippach hat als Verkehrsweg keine Bedeutung, gab aber dem Tal und damit dem Autobahnkreuz seinen Namen.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Rippach befindet sich außerdem ein Traditionsverein, der Schützenverein Rippachtal e.V. (40 aktive Mitglieder).


Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rippach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas, Leipzig, 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 62f.
  2. Orte des preußischen Landkreises Weißenfels im Gemeindeverzeichnis 1900
  3. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas, Leipzig, 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 84f.
  4. Orte des preußischen Landkreises Merseburg im Gemeindeverzeichnis 1900
  5. Tobias Liebert: Mitteldeutschland Orte - Lützen - Westliche Umgebung. Abgerufen am 17. Februar 2016.
  6. J. W. Goethe: Faust. Der Tragödie Erster Teil.. Verse 2189-2190
  7. Rippach auf gov.genealogy.net
  8. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010