Risikomatrix

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Mittels einer Risikomatrix wird die Wahrscheinlichkeit des Auftretens eines unerwünschten Ereignisses (dem Risiko) gegenüber dessen Auswirkung tabellarisch ins Verhältnis gesetzt. Dies dient der systematischen Abschätzung und Bewertung von Risiken. Die Risikomatrix ist eine Methode im Zusammenhang einer Risikoanalyse und existiert in verschiedenen Varianten.[1]

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Häufig anzutreffen ist die zweidimensionale Darstellung [1]. Dabei wird meist in der y-Achse die Eintrittswahrscheinlichkeit und in der x-Achse das Schadensausmaß angegeben. Ebenfalls sind mehr Dimensionen möglich, die weitere Auswirkungen darstellen, wie z.B. die Höhe eines Imageverlusts [2] oder die Hinzunahme der Häufigkeit (Aussetzungsfaktor), wie in der Kinney-Methode [3]. Die Zeilen- und Spaltenbeschriftung kann per Index (1,2,3,...) oder durch eine beschreiben Angabe erfolgen. Die Inhalte der Zellen zeigen die Risikohöhe. Eine mögliche Farbgebung der Zellen gruppiert die Risikobereiche. Die Farben orientiert sich oft an Ampelfarben [4].

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beispiel einer Risikomatrix

Es gibt zahlreiche Varianten. Folgend sind Beispiele angegeben.

Nach Nohl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Risikomatix nach Nohl
Schadensschwere / Wahrscheinlichkeit leichte Verletzung oder Erkrankung mittelschwere Verletzung oder Erkrankung schwere Verletzung oder Erkrankung möglicher Tod, Katastrophe
sehr gering 1 2 3 4
gering 2 3 4 5
mittel 3 4 5 6
hoch 4 5 6 7

Im Arbeitsschutz wird gewöhnlich die Risikomatrix nach Nohl verwendet [5]. Kategorien für die Eintrittswahrscheinlichkeit oder Wahrscheinlichkeit des Wirksamwerdens der Gefährdung:

  • sehr gering
  • gering
  • mittel
  • hoch

Die Kategorien werden bei der Risikobewertung "sinnvoll geschätzt" oder statistisch belegt. Kategorien für Schadensschwere:

Die Felder der Matrix beinhalten eine Risikomaßzahl von 1 bis 7. Diese Maßzahl wird in drei Kategorien aufgeteilt:

  • 1-2: geringes Risiko, keine Risikoreduzierung nötig (zwischen Restrisiko und Grenzrisiko)
  • 3-4: signifikantes Risiko, Risikoreduzierung notwendig (in der Nähe des Grenzrisikos bis leicht darüber)
  • 5-7: hohes Risiko, Risikoreduzierung dringend notwendig (über dem Grenzrisiko)

ALARP[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ALARP ist eine Matrix aus dem englischen Sprachraum.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Norm DIN ISO/TR 14121-2:2013-02 Sicherheit von Maschinen - Risikobeurteilung – Teil 2: Praktischer Leitfaden und Verfahrensbeispiele. (ISO/TR 14121-2:2012)
  2. Bruno Brühwiler und Frank Romeike: Praxisleitfaden Risikomanagement. Erich Schmidt Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-50312-476-3, S. 157.
  3. Th. Mössner: Risikobeurteilung im Maschinenbau. 1. Auflage. Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Dortmund 2012, ISBN 978-3-88261-145-8, S.83-84 (PDF-Datei; 1,4 MB)
  4. Martin Werdich (Hrsg.): FEMA - Einführung und Mopderation. 2. Auflage. Springer Vieweg, Wiesbaden 2012, ISBN 978-3-8348-2217-8, S. 147-148
  5. Müller und Arenz: Sichere Lagerung gefährlicher Stoffe: von der Theorie zur Praxis. 6. Auflage. Hüthing Jehle Rehm, Heidelberg, München, Landsberg, Frechen, Hamburg 2011. S. 117