Risus sardonicus

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Krämpfe der Gesichtsmuskulatur (Risus sardonicus)

Der Risus sardonicus (lat. für Sardonisches Lachen, häufig ungenau als „Teufelsgrinsen“ übersetzt) ist ein Symptom der Infektion mit Clostridium tetani. Der Name leitet sich von der mythischen Droge Herba sardoni(c)a ab, die als Safranrebendolde gedeutet wurde.[1][2]

Diese Bakterien verursachen Tetanus (Wundstarrkrampf). Bedingt durch die Verkrampfung der Muskeln ziehen sich die Gesichtsmuskeln zusammen und bewirken einen Ausdruck hämischen Grinsens, den Risus sardonicus. Dieses Grinsen kann der Patient nicht mehr lösen.[3]

Risus sardonicus tritt auch bei einer Vergiftung mit Strychnin auf.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johann Theodor Jablonski: Allgemeines Lexicon der Künste und Wissenschaften. Hartung, 1748. S. 571
  2. Ute Berns: A Romantic Crisis of Expression: Laughter in Maturin's "Melmoth the Wanderer" and Beyond. In: Manfred Pfister (Hrsg.): A History of English Laughter: Laughter from Beowulf to Beckett and Beyond. Rodopi, 2002. ISBN 9042012889. S. 88
  3. Hans A. Kühn, Joachim Schirmeister (Hrsg.): Innere Medizin: Ein Lehrbuch für Studierende und Ärzte. Springer, 2013 (Nachdruck der Ausgabe von 1989). ISBN 978-3-642-73788-6. S. 143
  4. John Buckingham: Bitter Nemesis: The Intimate History of Strychnine. CRC Press, 2007. ISBN 978-1420053159. S. 135