Roßtal

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Roßtal
Roßtal
Deutschlandkarte, Position des Marktes Roßtal hervorgehoben
Koordinaten: 49° 24′ N, 10° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Fürth
Höhe: 373 m ü. NHN
Fläche: 44,38 km2
Einwohner: 9612 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 217 Einwohner je km2
Postleitzahl: 90574
Vorwahl: 09127
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 09 5 73 125
Marktgliederung: 17 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 1
90574 Roßtal
Webpräsenz: www.rosstal.de
Bürgermeister: Johann Völkl (SPD)
Lage des Marktes Roßtal im Landkreis Fürth
Landkreis Fürth Bayern Landkreis Ansbach Landkreis Roth Schwabach Erlangen Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Landkreis Erlangen-Höchstadt Fürth Nürnberg Obermichelbach Tuchenbach Puschendorf Veitsbronn Seukendorf Wilhermsdorf Langenzenn Cadolzburg Großhabersdorf Ammerndorf Roßtal Zirndorf Oberasbach Stein (Mittelfranken)Karte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Lage
Roßtal mit der St.-Laurentius-Kirche
Roßtals Ortskern und Oberer Markt

Roßtal (umgangssprachlich: Roschdəl) ist ein Markt im mittelfränkischen Landkreis Fürth.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Markt Roßtal liegt etwa 15 Kilometer westlich von Nürnberg. Am nördlichen Rand fließt die Bibert durch das Gemeindegebiet.

Die flachwellige Keuperlandschaft des Gemeindegebiets befindet sich in der naturräumlichen Haupteinheit Fränkisches Keuper-Lias-Land und der Naturraum-Einheit Mittelfränkisches Becken.[2]

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Roßtal hat offiziell[3] 17 Ortsteile:

  • Stöckach
  • Trettendorf
  • Weitersdorf
  • Wimpashof

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachbargemeinden sind:

(Aufzählung: im Norden beginnend im Uhrzeigersinn)

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Markt Roßtal befinden sich Gesteine des mittleren Keupers, einer Formation der Trias. Überwiegend kommen Ablagerungen des Blasensandsteins und des Coburger Sandsteins aus der Hassberge-Formation vor. Im Süden des Gemeindegebiets dominiert die geologische Einheit des Unteren Burgsandsteins der Löwenstein-Formation. In den Bachtälern des Mühlbachs und der Bibert treten quartäre Talfüllungen mit Lockersedimenten auf.[4][5]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Markt Roßtal liegt mit seinem humiden Klima in der kühl-gemäßigten Klimazone. Die Gemeinde befindet sich im Übergangsbereich zwischen dem feuchten atlantischen und dem trockenen Kontinentalklima. Nach der Klimaklassifikation von Köppen-Geiger zählt Franken, einschließlich Roßtal, insgesamt zum warm gemäßigten Regenklima (Cfb-Klima). Dabei bleibt die mittlere Lufttemperatur des wärmsten Monats unter 22 °C und die des kältesten Monats über –3 °C.

Die Niederschlagsmenge beträgt im durchschnittlichen Jahresmittel 679 mm, wobei ein Übergewicht im Sommer zu verzeichnen ist. Der Juni ist mit 81 mm der niederschlagreichste Monat. Der niederschlagsärmste Monat ist der Februar mit 41 mm. Über das gesamte Jahr ergibt sich eine mittlere Temperatur von 8,5 °C. Der Juli ist mit durchschnittlich 17,9 °C, aus klimatologischer Sicht, der wärmste Monat im Jahresverlauf. Im Januar sind die niedrigsten Temperaturen mit durchschnittlich –0,9 °C zu verzeichnen.[6]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname wird als Rossstall gedeutet und steht für Stätte der Pferdezucht.[7] Nach dem Deutschen Wörterbuch (DWB, Der Grimm) wird unter Rossstall der Aufenthaltsort und die Schlafstätte der Pferdejungen und anderer niederer Dienerschaft sowie ein unansehnlicher Ort verstanden.[8]

Chronik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 954: erste urkundliche Erwähnung Roßtals durch Widukind als „Horsadal“
  • 1050: In einer Bamberger Urkunde von 1050 erscheint der Ortsname „Rossestal“.
  • 1281: Die Burggrafen von Nürnberg erwarben erste Güter in Roßtal.[7]
  • 12. und 13. Jahrhundert: Man schreibt den Ortsnamen „Rostal“.
  • 1328: „Rostal“ erhält von Kaiser Ludwig dem Bayern die Stadt- und Marktrechte.[7]
  • nach 1328: Die Nachsilbe „-stal“ wird später zu „–stall“: „Roßstall“.
  • 1355: Kaiser Karl IV. bestätigte die Erteilung des Stadtrechts.[7]
  • 1872: Errichtung der Eisenbahnstrecke Nürnberg-Ansbach durch Roßstall
  • 1910: Einrichtung des elektrischen Lichts. Die Transformatorenstation befand sich auf der Gemeindewiese am Mühlbach.[9]

Im Jahr 1913 wurde die Gemeinde „Roßstall“ amtlich in „Roßtal“ umbenannt.[10]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Buchschwabach, Großweismannsdorf und Weitersdorf sowie Teile der aufgelösten Gemeinde Weinzierlein eingegliedert.[11]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohnerzahl von Markt Roßtal, einschließlich der einzelnen Ortsteile hat sich wie folgt entwickelt:

Jahr 1997 1999 2001 2003 2005 2007 2009 2011 2013 2015 2017
Einwohnerzahl 9.722 10.173 10.225 10.428 10.605 10.356 10.263 10.147 9.992 9.926 10.017

Quelle: Markt Roßtal (Stichtag 1. Januar)[12]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Marktgemeinderat hat einschließlich des Bürgermeisters 21 Mitglieder.

Dabei haben die CSU sechs Sitze, die SPD acht Sitze, die Freien Wähler fünf Sitze und Die Grünen zwei Sitze.

Dies entspricht dem Stand der Kommunalwahl am 16. März 2014.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johann Völkl (SPD) (* 1955) ist seit Mai 2008 der Bürgermeister, er wurde im März 2014 mit 74,3 % der Stimmen im Amt bestätigt.[13]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: Das Wappen stellt auf goldenem Grund eine rote, gotische Kirche mit Dachtürmchen dar. Aus dem offenen Tor der Kirche schreitet ein silbernes Ross.[7]

Partnerkommunen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • FrankreichFrankreich Auzances, Frankreich
    Seit 1997 besteht eine Partnerschaft mit Auzances, die durch den Deutsch-Französischen Freundschaftskreis getragen wird. Aufgrund der guten Beziehungen der beiden Partnerkommunen wurde am 6. April 2000 dem Markt Roßtal das Europadiplom für das Jahr 2000 zuerkannt. Am 8. November 2002 wurde dem Markt Roßtal die Ehrenfahne des Europarates übergeben.
  • DeutschlandDeutschland Thalheim/Erzgeb. (Partnerschaft seit 1992)
  • Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Es bestehen freundschaftliche Beziehungen zu Frankenmuth in den USA, da viele Frankenmuther Siedler aus Roßtal stammen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Süden des Marktes Roßtal verläuft durch die Ortsteile Großweismannsdorf und Buchschwabach die Bundesstraße 14, ansonsten ist Roßtal mit seinen Nachbarorten durch Staats- und Kreisstraßen verbunden. Zum Autobahnnetz bestehen Verbindungen über die Bundesstraße 14 zur Anschlussstelle Neuendettelsau auf die A 6 und zur Südwesttangente an der Anschlussstelle Nürnberg-Schweinau.

Eisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ÖPNV in Roßtal

Roßtal liegt unmittelbar an der Kursbuchstrecke 891.7 (Nürnberg – AnsbachCrailsheim). Innerhalb des Gemeindegebietes befinden sich an der Strecke die Bahnhöfe und Haltepunkte Roßtal-Bahnhof, Roßtal-Wegbrücke und Raitersaich. Der Bahnhof Roßtal liegt am äußeren östlichen Rand, während der Haltepunkt Roßtal-Wegbrücke im Zentrum Roßtals liegt. Die Strecke wird von der S-Bahnlinie S 4 (Nürnberg-Hauptbahnhof – Ansbach) in einem 20/40 Minutentakt bedient.

Nahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Markt Roßtal ist in das Tarifsystem des VGN (Verkehrsverbund Großraum Nürnberg) integriert. Der öffentliche Personennahverkehr wird im Wesentlichen von der S-Bahnlinie S 4 (Nürnberg-Hauptbahnhof – Ansbach) übernommen, die Roßtal im 20/40-Minuten-Takt mit Nürnberg und Ansbach verbindet. Des Weiteren ist das Gemeindegebiet mit den Regionalbuslinien 112 und 114 der OVF, sowie 713 und 714 des privaten Verkehrsunternehmens Reck erschlossen, die Verbindungen zur S-Bahn und zu den Nachbarorten herstellen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende der 1990er Jahre wurde das Gewerbegebiet „Flugplatz“ im Ortsteil Buchschwabach ausgewiesen.

Energie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Raitersaich steht ein 380-kV-Umspannwerk. 380-kV-Hochspannungsleitungen führen von dort nach Ingolstadt, Grafenrheinfeld und Erlangen.

Krypta
In Stein gemeißeltes Martinerla
Spitzweed mit Wohnhaus

Kultur und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Hallenkrypta des frühromanischen Kirchenbaus von 1025 bis 1042 unter der Pfarrkirche St. Laurentius
  • Museumshof Roßtal
  • Der Menschensohn, sitzend auf dem Regenbogen der Herrlichkeit …: Monumentales (100 m²) Altargemälde von Herbert Bessel in der katholischen Christkönigskirche, 1957 gemalt

Heimatverein Markt Roßtal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 20. Juli 2002 wurde dem Heimatverein Markt Roßtal e. V. im Rahmen einer Festveranstaltung 100 Jahre Bayerischer Landesverein für Heimatpflege e. V. für die Erforschung, Dokumentation und Vermittlung von Geschichte und Kultur des heimatlichen Landschaftsraumes vom Präsidenten des Bayerischen Landtags die Medaille Für vorbildliche Heimatpflege verliehen.

Martinimarkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Martinimarkt findet alljährlich am Wochenende vor dem Volkstrauertag statt. Obwohl er ein Herbstmarkt ist, hat er wegen der vielen geschmückten Stände ein weihnachtliches Flair. Jedes Jahr strömen tausende Besucher von außerhalb dorthin, um den „Pulzermärtl“ zu sehen. Er verteilt an die anwesenden Kinder die „Martinerli“, das traditionelle Gebäck zum Martinimarkt. In den Martinimarkt eingegliedert findet im Rathaus die Sozialmesse und in der Grundschule der Handwerks- und Gewerbemarkt statt.

Freizeiteinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gebiet Freizeit und Erholung mit DFB-Minispielfeld, Bolzplatz und Bouleanlage
  • Ponyhof Raitersaich

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Roßtal und seinen Ortsteilen sind verschiedene Sportvereine vertreten:

  • Tuspo Roßtal (Fußball, Tischtennis, Taekwon-Do)
  • TV Roßtal (Handball, Turnen, Judo)
  • SV Großweismannsdorf-Regelsbach
  • SV Raitersaich
  • Tennis-Club Roßtal
  • Schützengesellschaft Deutsche Eiche e.V Roßtal

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Kaspar Bundschuh: Roßstall. In: Geographisches, statistisch-topographisches Lexikon von Franken. Band 4: Ni–R. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753101, Sp. 596–597 (franconica.uni-wuerzburg.de).
  • Ulrich Grimm: Roßtal 1945/46, Aus einer mittelfränkischen Landgemeinde in schweren Zeiten, Roßtal 2007
  • Hans Kreutzer/Gottlieb Schwemmer: Der Ortsname. In: Festschrift zur Tausendjahrfeier von Roßtal
  • Helmut Mahr, Kirche und Krypta in Roßtal, in: Fürther Heimatblätter, Neue Folge 25, 1975, S. 33
  • Adolf Rohn: Heimatbuch von Roßtal und Umgebung. Roßtal: Selbstverlag, 1928, XIV, 112 S.
  • Roßtaler Heimatblätter, Mitteilungen des Heimatvereins Roßtal e. V.; online:
  • ROSSTAL: Vergangenheit und Gegenwart. Hrsg.: Markt Roßtal, 1979, 375 S.
  • Roßtal: 1050 Jahre Heimat – offen und lebendig. Hrsg.: Markt Roßtal. Neustadt an der Aisch: Schmidt, 2004, 341 S., ISBN 3-87707-635-1
  • Gottfried Stieber: Roßstall. In: Historische und topographische Nachricht von dem Fürstenthum Brandenburg-Onolzbach. Johann Jacob Enderes, Schwabach 1761, S. 669–680 (Digitalisat).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Roßtal – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Karte der Naturraum-Haupteinheiten und Naturraum-Einheiten in Bayern. Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU), abgerufen am 7. Oktober 2017 (PDF, deutsch).
  3. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20110918/114755&attr=OBJ&val=1410
  4. UmweltAtlas Bayern: Geologie. Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU), abgerufen am 4. Oktober 2017 (deutsch).
  5. Die Landschaft um Roßtal. Heimatverein Markt Roßtal e. V., 2011, abgerufen am 7. Oktober 2017 (deutsch).
  6. Klima & Wetter in Roßtal. Climate-Data.org, abgerufen am 7. Oktober 2017 (deutsch).
  7. a b c d e Bayerns Gemeinden: Wappen, Geschichte, Geografie – Markt Roßtal. Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, abgerufen am 3. Oktober 2017 (deutsch).
  8. Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. 1. Auflage (Nachdruck). Band 14. S. Hirzel Verlag / Lizenzausgabe des Deutschen Taschenbuch Verlages, München / Stuttgart 1984, ISBN 3-423-05945-1, S. 1275.
  9. http://www.rosstal.de/index.php?id=476,26
  10. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 467.
  11. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 714.
  12. Einwohnerzahlen der einzelnen Ortsteile. Markt Roßtal, abgerufen am 7. Oktober 2017 (deutsch).
  13. http://www.wahlen.bayern.de/kommunalwahlen/