Road to Perdition

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Filmdaten
Deutscher Titel Road to Perdition
Originaltitel Road to Perdition
Road to perdition.svg
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2002
Länge 117 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
JMK 14
Stab
Regie Sam Mendes
Drehbuch David Self
Produktion Sam Mendes
Dean Zanuck
Richard D. Zanuck
Musik Thomas Newman
Kamera Conrad L. Hall
Schnitt Jill Bilcock
Besetzung

Road to Perdition ist ein Filmdrama mit Thriller-Elementen aus dem Jahr 2002 von Regisseur Sam Mendes mit Tom Hanks in der Hauptrolle. Der Film startete am 5. September 2002 in den deutschen Kinos.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film spielt in der Kleinstadt Rock Island und beschreibt sechs Wochen im Winter des Jahres 1931. Michael „Mike“ Sullivan ist ein sogenannter Enforcer („Durchsetzer“). Er arbeitet für John Rooney, den alternden Boss einer irischen Gangster-Bande, dessen Interessen er durchzusetzen hat – bei Bedarf auch mit tödlicher Gewalt. John Rooney ist für Mike Sullivan eine Art Ersatzvater, und dieser liebt Sullivan mehr als seinen leiblichen Sohn Connor Rooney.

Sullivans Familie ahnt nur, womit er ihren Lebensunterhalt verdient – er spricht nicht über seine Arbeit, nur seine Verpflichtungen gegenüber Rooney sind offensichtlich. Eines Tages versteckt sich sein ältester Sohn Michael junior im Auto und beobachtet seinen Vater bei seiner Tätigkeit. Zusammen mit Connor besucht sein Vater einen Mann, der die Andeutung macht, dass Connor Geld des Syndikats – die irische Bande leistet ihren Tribut an die La Cosa Nostra in Chicago – ohne das Wissen seines Vaters in die eigene Tasche umleitet. Connor Rooney erschießt den Mann, und Mike Sullivan muss die beiden bewaffneten Begleiter des Ermordeten ebenfalls niederschießen.

Als die beiden die Anwesenheit von Michael junior bemerken, versichert Sullivan Connor, dass sein Sohn zu dem Vorfall schweigen werde. Connor akzeptiert zunächst diese Versicherung. Seine Meinung ändert sich aber offenbar, als er für den Mord, der im Gegensatz zu den Anweisungen seines Vaters stand, vor der versammelten Führungsebene seines Vaters bloßgestellt wird. Zudem fürchtet er vermutlich die Zeugenaussage der Sullivans bezüglich des Mordes. Letztlich scheint er aber vor allem verhindern zu wollen, dass seine finanzielle Untreue ans Licht kommen könnte.

Am Folgetag will Sullivan zu einer üblichen Runde des Geldeintreibens aufbrechen, da steckt Connor ihm noch einen verschlossenen Brief für einen weiteren Schuldner und Bordellbetreiber zu. Mit dem Brief stellt Connor allerdings eine tödliche Falle, denn in ihm steht, dass dem Schuldner seine gesamten Schulden erlassen werden, falls dieser Sullivan tötet. Der Bordellbetreiber versucht in der Tat, Sullivan zu erschießen, dieser ist jedoch schneller und tötet den Schuldner und dessen Leibwächter. Connor ist inzwischen in das Haus der Sullivans eingedrungen und ermordet Sullivans Frau Annie und dessen jüngsten Sohn Peter; Michael junior entgeht dem Anschlag. Wenig später trifft Sullivan zu Hause ein, entdeckt die Leichen und verlässt mit seinem Sohn das Haus für immer.

Rooney senior, ohne dessen Wissen der Anschlag durchgeführt wurde, ist entsetzt, als er von der Tat seines Sohnes erfährt. Dieser rechtfertigt sich damit, dass Michael junior den von ihm beobachteten Mord sicherlich irgendwann verraten hätte. Rooney senior bleibt nichts anderes übrig, als sich mit seinem Sohn – trotz dessen Verfehlung – zu solidarisieren. Er kennt allerdings Sullivans Fähigkeiten und lässt seinen Sohn deshalb untertauchen und vom Chicago Outfit beschützen.

Auf Rache sinnend, dringt Sullivan in das Haus von Rooney ein, findet jedoch nur noch einen Boten vor, der ihm 25.000 US-Dollar und die Flucht nach Irland anbietet. Sullivan lehnt ab – er will unbedingt den Tod von Frau und Kind rächen – und erschießt den Mann als unmissverständliche Nachricht an die Rooneys. Sullivan reist noch in derselben Nacht nach Chicago, wo er vergeblich Al Capones Stellvertreter Frank Nitti um Unterstützung bittet: Er möchte freie Hand bei seinem Rachefeldzug und bietet dafür an, sich in Nittis Dienste zu stellen. Nitti lehnt jede Hilfe und Duldung seitens des Chicago Outfit ab, da Rooney senior und seine irische Bande wichtige Geschäftspartner sind.

Um seinen Sohn in Sicherheit zu bringen, will Sullivan ihn zur Schwester seiner ermordeten Ehefrau nach Perdition bringen, einer Kleinstadt an einem See. Inzwischen ist aber der Auftragsmörder Harlen Maguire auf die beiden angesetzt worden. Er holt sie an einer Raststätte ein und verwickelt Sullivan im dortigen Imbissrestaurant in ein Gespräch. Sullivan erkennt die Gefahr und kann mit seinem Sohn fliehen. Er muss seinen Plan ändern und ist dazu auf die Hilfe seines Sohnes angewiesen. Er bringt ihm das Autofahren bei, denn er benötigt seinen Sohn als Fluchtfahrer. Er will nun das auf Banken im ganzen Land verteilte Schwarzgeld Al Capones rauben, damit Capone den Rooney-Clan fallen lässt und dadurch der Schutz für Connor aufgehoben wird.

Der Plan gelingt zunächst, die korrupten Banker händigen ihm unter Waffendrohung das Schwarzgeld ohne Aufsehen aus, allerdings fällt sein Vorgehen auf: Bei einer weiteren Bank ist Alexander Rance, ein Buchhalter des Outfit, bereits vor ihm in der Bank gewesen und hat das Schwarzgeld-Depot aufgelöst. Allerdings kennt Mike Sullivan die arrogante Egozentrik von Rance genau und stöbert ihn im besten Zimmer des besten Hotels der Stadt auf, um ihm beweiskräftige Papiere abzunehmen.

Allerdings ist auch der Auftragsmörder Maguire zur Stelle: Bei einer Schießerei stirbt Buchhalter Rance, Maguire wird im Gesicht verletzt und Sullivan bei der Flucht angeschossen. Auf einer heruntergekommenen Farm finden Sullivan und sein Sohn Unterschlupf. Mike erholt sich von seiner Verletzung. Er kann sich auch mit den erbeuteten Papieren befassen und findet Belege dafür, dass Connor seinen Vater seit geraumer Zeit betrügt und Geld für sich selbst abzweigt. Als Sullivan und sein Sohn die Farm verlassen, hinterlassen sie den Farmern zum Dank für die Aufnahme einen ansehnlichen Geldbetrag.

Inkognito kehrt Mike Sullivan nach Rock Island zurück und spürt Rooney senior in einer Kirche auf. Obwohl Sullivan ihn mit den belastenden Belegen konfrontiert, vermag es Rooney nicht, seinen Sohn fallen zu lassen. Noch in derselben Nacht lauert Mike der Rooney-Bande auf, tötet die Leibwache und schließlich Rooney senior selbst. Nach dessen Tod ist das Chicago Outfit am Schutz Connors nicht länger interessiert. Frank Nitti verrät Sullivan die Nummer des Hotelzimmers, in dem Connor zu seinem Schutz untergebracht wurde. Die Wache hat offenkundig Anweisung erhalten, ihn ungehindert passieren zu lassen. Sullivan tötet Connor in der Badewanne und zieht sich mit seinem Sohn in das Haus seiner Schwägerin nach Perdition und die vermeintliche Sicherheit zurück. Dort wird er jedoch bereits von Harlen Maguire erwartet und hinterrücks tödlich verwundet. Maguire richtet eine Kamera auf Sullivan, um diesen für seine Sammlung zu fotografieren. Sullivans Sohn Michael zielt mit einer Pistole auf Maguire, kann sich aber nicht überwinden, einen Menschen zu töten. Der abgelenkte Maguire wird aber vom sterbenden Vater mit letzter Kraft erschossen.

Michael junior kehrt zu der kleinen Farm zurück, auf welcher er und sein Vater so selbstlos aufgenommen wurden, als sein Vater von Harlen Maguire angeschossen worden war. Auf diesem Bauernhof, den die Farmer inzwischen renovieren konnten, wächst er auf. Er nimmt in seinem ganzen Leben nie wieder eine Waffe in die Hand. "Er war mein Vater", so beschreibt der Sohn seinen Vater Mike Sullivan, als er dessen Stärken und Schwächen abwägt.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Filmtitel hat eine Doppelbedeutung: einerseits ist im Film Perdition ein Ort, der am Michigansee liegen soll, wohin Michael Sullivan seinen Sohn zu dessen Tante in Sicherheit zu bringen versucht – andererseits bedeutet perdition wörtlich „Verdammnis“ oder „Verderben“ und wird auch als Euphemismus für „Hölle“ verwendet.
  • Das Drehbuch von David Self beruht auf den gleichnamigen Comics, die von Max Allan Collins geschrieben und von Richard Piers Rayner gezeichnet wurden.
  • Laut Regisseur Mendes sollte der Tod im Film immer in Verbindung mit Wasser gezeigt werden, sodass Wasser einen Tod ankündigt oder Wasser in verschiedenen Formen eine Szene mit Toten begleitet. Beispielsweise das Schmelzwasser aus dem Eis, das eine Leiche kühlt, der Regen vor oder während einer Schießerei, das Badewasser, in dem Connor erschossen wird oder das Wasser am Strand, kurz vor der Erschießung Sullivans.
  • Über Al Capone wird im Film geredet, dieser ist allerdings nie zu sehen. Es wurde aber eine Szene mit Anthony LaPaglia in der Rolle von Capone gedreht, die Regisseur Mendes in der Endfassung des Films nicht verwendete, da er der Meinung war, dass man Capones Präsenz deutlicher spüren würde, wenn man ihn nicht in Person sieht. Die Szene ist als „nicht verwendete Szene“ auf der DVD enthalten.
  • Es war der letzte Kino-Film mit Paul Newman.
  • Es existiert eine Fehlpressung der deutschen DVD-Fassung, bei der direkt auf der Disc nicht die korrekte Altersfreigabe „FSK-16“ aufgedruckt wurde, sondern fehlerhafterweise „FSK-12“.
  • Die Kanadische Death-Metal-Band Kataklysm, welche bekannt dafür ist, Filmzitate zur Einführung ihrer Alben zu verwenden, benutzten die Aussage von Paul Newmans Figur: This is a life we chose, a life we lead, and there is only one guarantee: None of us will see heaven (dt.: „Dies ist ein Leben, das wir wählten, ein Leben, das wir führen, und es gibt nur eine Garantie: Keiner von uns wird den Himmel sehen.“) für den Auftaktsong Ambassador of Pain ihres Albums Serenity in Fire.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Gangsterdrama als moralische Lektion: Die Schicksale dreier Generationen berühren sich im ländlichen Illinois, wo irische Einwanderer ihre kriminellen Geschäfte betreiben. Ein schicksalhafter, düsterer, von Reuegedanken durchzogener Film, dessen zwiespältige Figuren und Situationen durch die konsequente Regie und eine ungewöhnlich eindrucksvolle Fotografie starke Anteilnahme gewinnen.

Daran, dass der Weg das Ziel ist, hat schon 1972 Kenji Misumis „Okami“, die sechsteilige Verfilmung von Kazuo Koikes Samurai-Manga „Lone Wolf and Cub“, keinen Zweifel gelassen. […] „Road to Perdition“ hat sich diese rührende Vater-Sohn-Geschichte zum Vorbild genommen, folgt aber nicht Koikes straffer Narration. Denn Mendes’ Familienfilme wollen immer auch Gesellschaftsbilder entwerfen und, wenn möglich, gleich noch ein paar Archetypen mitliefern. […] Mendes’ eigentliche Familiengeschichte beginnt jedoch erst mit der Reise von Vater und Sohn, von Michael Sullivan senior und junior, durch das amerikanische Hinterland, nachdem Connor Sullivans Frau und seinen jüngeren Sohn auf eigene Rechnung getötet hat. Die Restfamilie kann erst zusammenwachsen, als Vater und Sohn – ohne Frau/Mutter – ganz unter sich sind und sich mit Banküberfällen ihren Lebensunterhalt verdienen. Doch ihr Weg ist bereits vorgezeichnet, der Ort der Ankunft bekannt und in seiner Symbolik auch wenig subtil: der Ort Perdition, die „Verdammnis“, im Schoß der Familie.

Andreas Busche: Die Tageszeitung[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Oscarverleihung 2003 war der Film in sechs Kategorien nominiert: Bester Nebendarsteller (Paul Newman), Beste Kameraarbeit (Conrad L. Hall), Bestes Szenenbild (Dennis Gassner und Nancy Haigh), Beste Filmmusik (Thomas Newman), Bester Ton (Scott Millan, Bob Beemer und John Pritchett) und Bester Tonschnitt (Scott Hecker).

Der Film gewann einen Oscar für die beste Kameraarbeit. Der Preis wurde postum vergeben, da Conrad L. Hall kurz zuvor verstorben war. Sein Sohn Conrad W. Hall nahm die Auszeichnung für ihn entgegen. Der Film war für einige BAFTA Awards nominiert (bester Nebendarsteller: Paul Newman, Beste Kamera und bestes Produktionsdesign - in den beiden letztgenannten gewann der Film).[3] Conrad L. Hall gewann auch den Preis der American Society of Cinematographers für seine Kameraarbeit.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Road to Perdition. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.
  2. Die Tageszeitung
  3. 'Pianist,' Kidman win BAFTAs. In: CNN, 24. Februar 2003. Abgerufen am 24. April 2010. 
  4. ASC 17th Annual Awards – 2002. In: TheASC.org. Archiviert vom Original am 9. Juni 2008. Abgerufen am 20. Mai 2007.