Rob Reekers

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche



Rob Reekers
Spielerinformationen
Voller Name Robert Reekers
Geburtstag 7. Mai 1966
Geburtsort EnschedeNiederlande
Größe 188 cm
Position Abwehr
Vereine in der Jugend
KVV Losser
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
0000–1982
1982–1985
1985–1986
1986–1995
1995–2000
KVV Losser
FC Twente Enschede II
ASC Schöppingen
VfL Bochum
FC Gütersloh



244 (8)
90 (0)
Nationalmannschaft
1988–1989 Niederlande 4 (0)
Stationen als Trainer
2000–2003
2003–2004
2005
2006–2008
2008–2009
2009–2012
2012–
Rot-Weiß Oberhausen (Co-Trainer)
FC Gütersloh
FC Twente (A-2)
SuS Stadtlohn
Neftschi PFK (Co-Trainer)
FC Augsburg (Co-Trainer)
Hertha BSC (Co-Trainer)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Robert „Rob“ Reekers (* 7. Mai 1966 in Enschede) ist ein niederländischer Fußballtrainer, der als Abwehrspieler neun Jahre lang für den VfL Bochum in der deutschen Bundesliga aktiv war. Er spielte viermal in der niederländischen Nationalmannschaft.

Vereinskarriere[Bearbeiten]

Jugend in Twente[Bearbeiten]

Rob Reekers wuchs im twentschen Dorf Losser direkt an der deutschen Grenze auf; mit acht Jahren wurde er Mitglied des örtlichen Fußballvereins KVV Losser, wo er „für meine spätere Fußballkarriere geformt“ wurde. Er profitierte vor allem davon, „dass wir dort ab zwölf Jahren gegen ältere Kinder spielten, so dass wir immer hundert Prozent geben mussten.“[1] Schon als er fünfzehn war, ließ sein Trainer ihn in der ersten Mannschaft des KVV auflaufen. Nach einigen Spielen in der Amateurliga brach er sich jedoch den Knöchel und kam erst gegen Ende der Saison 1981/82 wieder zum Einsatz. Dennoch wurde er auch in eine Twente-Regionalauswahl berufen.

Er erhielt ein Angebot des FC Twente, in dessen zweite Mannschaft er wechselte. Hier war er jüngster Spieler unter Trainer Epi Drost. Das Team spielte in einer Liga für Reserveteams niederländischer Profivereine; innerhalb dieses Systems stiegen die Enscheder 1983 in die erste Klasse auf. Der 17-jährige Reekers wurde Mannschaftskapitän dieser Elf und machte erste internationale Erfahrungen in der Jugendnationalmannschaft.

Wechsel über die Grenze[Bearbeiten]

Nach drei Jahren, in denen er vergeblich auf einen Vertrag für die Profimannschaft wartete, wechselte er über die „Grüne Grenze“ zum ASC Schöppingen in die Oberliga Westfalen. Die erfolgreiche Saison 1985/86 schloss der ASC als Meister ab, scheiterte aber in der Aufstiegsrunde zur Zweiten Liga. Reekers wurde zum besten Spieler der Saison gewählt und, wie sein ebenfalls niederländischer Mannschaftskamerad Bennie Brinkman, in die Westfalenauswahl berufen, die den Länderpokal des DFB gewann.

Bundesligaprofi in Bochum[Bearbeiten]

Der VfL Bochum wurde auf ihn aufmerksam und holte ihn in seinen Bundesligakader. Schon am ersten Spieltag der Saison 1986/87 gab er gegen den 1. FC Köln sein Debüt; in diesem Spiel am 9. August 1986 holte sich der Innenverteidiger – meist als Manndecker – auch gleich die erste von insgesamt 35 Gelben Karten im deutschen Profifußball (zweimal musste er mit Gelb/Rot, einmal mit Rot vorzeitig in die Kabine). Sein erstes Bundesligator für den VfL erzielte er ein Jahr später; zum 5:0-Sieg gegen den KSC steuerte er den dritten Treffer bei. In dieser Saison 1987/88 konnte Reekers mit dem VfL einen der größten Erfolge der Vereinsgeschichte erreichen: das DFB-Pokalfinale. Am 28. Mai 1988 verlor Bochum zwar im Berliner Olympiastadion durch einen späten Treffer von Lajos Detari gegen Eintracht Frankfurt mit 0:1. Für Reekers bleibt es aber „eins der schönsten Erlebnisse meiner gesamten Fußballkarriere.“[1]

Eines seiner wenigen Tore für den VfL – acht waren es in neun Spielzeiten – erzielte er im Revierderby der Saison 1989/90 beim BVB. Sein Treffer am Freitag, dem 13. Oktober entschied die Partie – ein Tor, an das sich Reekers im März 2008 erinnerte: „Ich kam im Mittelfeld ... an den Ball, bin dann mit weitem Anlauf in den Strafraum gedrungen und habe die Kugel mit links ins lange Eck geschlenzt.“[2] In der Saison 1992/93 half auch das harte Einsteigen Reekers' (sieben „Gelbe“ in 34 Spielen) nichts mehr; die „Unabsteigbaren“ mussten nach 22 Jahren in die Zweite Liga. Nach dem direkten Wiederaufstieg konnte Reekers aufgrund einer Rückenverletzung längere Zeit nicht spielen; erst am 19. Spieltag kehrte er auf den Platz zurück, konnte aber den zweiten Abstieg der Bochumer innerhalb von zwei Jahren auch nicht mehr verhindern. Am letzten Spieltag erzielte er sein letztes Tor im VfL-Trikot – allerdings ein Eigentor beim 2:2-Unentschieden im Wildparkstadion für den Karlsruher SC. Insgesamt machte Reekers 219 Bundesliga- und 25 Zweitligaspiele für den VfL Bochum.

Karriereausklang in Gütersloh[Bearbeiten]

Nach dem Abstieg des VfL Bochum wechselte Reekers zum Regionalligisten FC Gütersloh, bei dem er noch fünf Jahre aktiv war. Mit den Ostwestfalen stieg er in seiner ersten Saison in die Zweite Liga auf, wo der Klub in seiner zweiten Profispielzeit für Furore sorgte und fast die gesamte Saison unter den ersten fünf platziert war. Zum Ende der Spielzeit 1997/98 fehlten nur vier Punkte zum Aufstieg in die Eliteklasse. Drei Punkte fehlten in der darauffolgenden Saison – allerdings nicht zum Aufstieg, sondern zum Klassenerhalt. Reekers und der FC mussten in die Regionalliga zurück. Reekers erwarb in seiner Gütersloher Zeit die Trainerlizenz und blieb bei den Ostwestfalen auch in der Drittklassigkeit, war allerdings nicht mehr nur als Spieler, sondern auch als Manager und als Co-Trainer von Gerhard Kleppinger tätig. Doch noch in der laufenden Saison musste der FC Insolvenz anmelden; Kleppinger und Reekers wurden arbeitslos.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Reekers' Leistungen blieben auch in seinem Heimatland nicht unbeachtet; viermal ließ Bondscoach Thijs Libregts ihn 1988 und 1989 in der Nationalmannschaft auflaufen. Seinen ersten Einsatz in Oranje durfte er in Rom am 16. November 1988 absolvieren. Außer Reekers debütierten in diesem Freundschaftsspiel, das 1:0 für Italien endete, auch René Eijkelkamp, Pieter Huistra und Fred Rutten neben gestandenen Nationalspielern wie Hans van Breukelen, Ronald Koeman, Frank Rijkaard oder Marco van Basten. In zwei weiteren Spielen wurde Reekers eingewechselt; in seinem letzten Match für sein Heimatland – einer 0:1-Niederlage gegen Brasilien am 20. Dezember 1989 – durfte er erneut 90 Minuten auf dem Platz bleiben. Nach diesem Spiel wurde Libregts als Bondscoach abgelöst; unter Leo Beenhakker, der die Mannschaft zur WM-Endrunde trainierte, wurde Reekers nicht mehr in die Elftal berufen. Er ist heute einer von nur sechs niederländischen Nationalspielern, die nie in der Eredivisie spielten; die anderen fünf sind Willi Lippens, Jordi Cruijff, Jeffrey Bruma, Jimmy Floyd Hasselbaink und Wim Hofkens.

Trainer[Bearbeiten]

Drei Monate nach der Insolvenz des FC Gütersloh begann Gerd Kleppinger als Trainer bei Rot-Weiß Oberhausen; als Co-Trainer holte er Reekers an den Niederrhein. Während die Cheftrainer wechselten (auf Kleppinger folgte Dragoslav Stepanović, auf „Stepi“ folgte Aleksandar Ristić) blieb Reekers drei Jahre Assistenztrainer der „Kleeblätter“, kündigte jedoch im Jahr 2003, um als Cheftrainer zum Nachfolger seines alten Vereins, FC Gütersloh 2000, zu gehen. Zwei Jahre lang trainierte er die Mannschaft in der Oberliga Westfalen, danach wurde sein Vertrag nicht verlängert. Er ging zurück nach Enschede, wo er die A2-'Jugendmannschaft der Spielgemeinschaft FC Twente/Heracles Almelo trainierte[3] und eine Fußballschule aufbaute in der – nach dem Vorbild Wiel Coervers – Nachwuchstalente ausgebildet werden. Seit 2006 war er Trainer von SuS Stadtlohn, mit dem er 2008 in der neuen Westfalenliga antrat.

Im September 2008 gab er dieses Amt ab, um gemeinsam mit Hans-Jürgen Gede nach Aserbaidschan zu gehen. Als Co-Trainer beim Erstligisten Neftschi PFK aus Baku erhielt er einen Zwei-Jahresvertrag.[4] Im März 2009 wurde Gede – nach nur fünf Siegen in 15 Spielen – entlassen.[5]

Reekers arbeitete von Ende Juni 2009 bis Ende Juni 2012 als Co-Trainer unter Jos Luhukay beim FC Augsburg. Zur Saison 2012/13 wechselte er mit ihm zu Hertha BSC.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Rob Reekers - Mijn tijd bij KVV Losser, Website des KVV Losser, gesichtet am 17. April 2009
  2. in Mein VfL, Stadionzeitschrift des VfL Bochum, Ausgabe 13 vom 29. März 2008, S. 38; Onlineversion (PDF; 4,5 MB) gesichtet am 17. April 2009
  3. 01-12-2005: Rob Reekers nieuwe trainer A2, Meldung auf der Website des FC Twente, gesichtet am 25. Mai 2009
  4. Stadtlohn: Trainer Rob Reekers wechselt nach Aserbaidschan – Bajorath, Gravermann übernehmen, RevierSport vom 6. September 2008, gesichtet am 16. April 2009
  5. Neftchi’s head coach Hans-Jurgen Gede dismissed, APA-Meldung vom 7. März 2009, gesichtet am 25. Mai 2009