Rob Scholte

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Rob Scholte 2010 während einer Lesung auf dem Incubate-Festival in Tilburg

Rob Scholte (* 1958 in Amsterdam) ist ein niederländischer Künstler. Er lebt und arbeitet auf Teneriffa in Punta del Hidalgo Spanien und in Bergen Niederlande.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rob Scholte hatte seit 1988 Gastprofessuren an zahlreichen Akademien wie der Rietveld Akademie, dem Sandberg Institut in Amsterdam und der Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen. Von 1993 bis 1998 unterrichtete er als Professor für Malerei an der Kunsthochschule Kassel.[2] Von 1999 bis 2001 an der Artesis Hogeschool Antwerpen.[3] Rob Scholte ist Vater von zwei Kindern und seit 2006 verheiratet mit Lijsje Snijder.

Attentat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 24. November 1994 verlor Rob Scholte beide Beine durch die Explosion einer Autobombe am Chassis seines blauen BMWs in der Laurierstraat in Amsterdam. Der Schriftsteller Joost Zwagerman hatte 1989 seinen Roman „Gimmick“ veröffentlicht, in dem er die Kunstszene in Amsterdam als einen Schmelztiegel aus Drogen-, Spielschulden und Geldwäscherei darstellte. Dieser Roman wurde zum Zeitpunkt des Anschlags auf Rob Scholte ein Nährboden für Gerüchte aller Art und es kursierten Theorien über Verbindungen Rob Scholtes in das zwielichtige Milieu der Amsterdamer Unterwelt. Das Attentat wurde als Vergeltung dafür angesehen, dass er gewissen Verpflichtungen nicht nachgekommen sei.

Rob Scholte vermutete den Täter unter seinen Künstlerkollegen.

„Zu meinen Fehlern gehörte es, dass ich nicht bescheiden war, sagt er selbstkritisch. Ich provozierte meine Freunde. Neid kam auf. Hass. Holland ist ein Land ohne Berge. Wenn dort einer zu hoch hinauswächst, wird er platt gemacht.“

Rob Scholte[4]

Er sprach öffentlich Verdächtigungen gegen Künstlerkollegen aus, etwa den Dichter Koos Dalstra, der ihn seinerseits wegen Verleumdung verklagte und den Prozess gewann. Rob Scholte beauftragte den Detektiv Jeroen van Oostveen, weitere Informationen zu sammeln. Bis heute ist das Attentat nicht endgültig aufgeklärt; das Ermittlungsverfahren wurde 2002 eingestellt.[5]

Die offiziellen polizeilichen Ermittlungen gehen davon aus, dass das Attentat einem Rechtsanwalt namens Oscar Hammerstein gegolten hat, der ebenfalls einen blauen BMW 325i[6] fuhr, der zudem noch ein ähnliches Nummernschild wie Scholtes Wagen hatte. Diese Ähnlichkeiten sollen zu einer Verwechslung seitens des Täters geführt haben, zumal auch der andere BMW unweit der Laurierstraat geparkt war.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1991–1995 Après nous le déluge „Nach uns die Sintflut“ Seine bislang größtes Wand–und Deckengemälde (1200 m²) schuf er (mit zwölf Assistenten und eigens für den Raum entworfenen Möbeln von Harald Vlugt) mit dem Kriegsbild im japanischen Nagasaki, das sich im wiederaufgebauten Gebäude der Niederländischen Palastresidenz befindet.[7][8]
  • 1988 Selbstporträt: ein gelbes Copyrightzeichen auf rotem Grund
  • 1984 E=mc²: eine subtile Hommage an Albert Einstein. Die Täuschung liegt im Detail: Die vier Ziffern der fotorealistisch dargestellten Uhr zeigen eine unmögliche Uhrzeit an. 13 Uhr 97

Arbeitsweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die sorgfältig gemalten Arbeiten werden von seinen Assistenten produziert und sowohl von den Assistenten als auch ihm signiert.

Einzelausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2012 Mount Lucifer in paradise Galerie Frank Taal, Rotterdam
  • 2011 Rob Scholte Zakdoeken Project Space, Amsterdam
  • 2009 Lucifer in paradise Galerie Scala, Berlin
  • 2008 Rob Scholte Mount Luzifer Kunstbunker−Forum für zeitgenössische Kunst, Nürnberg
  • 2007 Rob Scholte Galería Leyendecker, Santa Cruz de Tenerife
  • 2006 Rob Scholte Heitsch Gallery, München [8]

Gruppenausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1990 stattete er den Niederländischen Pavillon auf der Biennale Venedig aus
  • 1987 documenta 8, auf dem er mit einer Bild im Bild-Persiflage zu dem berühmten Werk von Edvard Munch Der Schrei Furore machte, bei dem der Maler in Gestalt eines aufziehbaren Blechclowns zu sehen war.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rob Scholte. In: digischool.nl.
  2. Kunsthochschule verlor einen Star. In: dirkschwarze.net.
  3. Kunst Rob Scholte Galerie. In: kunstmarkt.com.
  4. art-magazin 9/1999, Frank Nicolaus Heute male ich die Schönheit
  5. uit Nieuwe Revue nr. 14 2003, Robert Vuijsje, fotografie Kristiaan Koster. In: sudsandsoda.com.
  6. De Telegraaf, newspaper November 1994 Rob Scholte’s wrecked BMW
  7. Kunst Rob Scholte Galerie. In: kunstmarkt.com.
  8. a b ArtFacts.net. In: ArtFacts.net.