Robert Atzorn

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Robert Atzorn bei der Grimme-Preisverleihung 2013

Robert Atzorn (* 2. Februar 1945 in Bad Polzin (heute Połczyn-Zdrój) in Pommern) ist ein deutscher Schauspieler. Besondere Popularität erlangte er in der Hauptrolle der erfolgreichen Fernsehserie Unser Lehrer Doktor Specht.

Leben[Bearbeiten]

Robert Atzorn wuchs in Oldenburg und Hamburg auf. Er studierte zunächst Grafik an der Kunstschule Alsterdamm in Hamburg, fühlte sich jedoch zum Theater hingezogen und wechselte daher an die Neue Münchner Schauspielschule (1967–1969). In der Spielzeit 1969/70 bekam er sein erstes Engagement an der Württembergischen Landesbühne. Danach folgten Engagements am Schauspielhaus Zürich (1970/1971), an den Städtischen Bühnen Münster (1971/1972), an den Städtischen Bühnen der Stadt Köln (1972/73), an den Städtischen Bühnen Dortmund (1973–1975) und am Bayerischen Staatsschauspiel in München (1977–1983).

1980 stand Robert Atzorn in seiner ersten Filmrolle unter der Regie von Ingmar Bergman in Aus dem Leben der Marionetten vor der Kamera. Nach vielen Jahren am Theater arbeitete er seit Mitte der 1980er Jahre ausschließlich für das Fernsehen. Einem breiteren Publikum bekannt wurde er Ende der 1980er Jahre an der Seite von Maren Kroymann in der Familienserie Oh Gott, Herr Pfarrer. Für seine Darstellung des unkonventionellen Pastors erhielt er 1989 die Goldene Kamera. Zum Publikumsliebling avancierte er in der Titelrolle der Vorabendserie Unser Lehrer Doktor Specht, die von 1992 bis 1999 in 70 Folgen ausgestrahlt wurde. 1993 wurde er dafür mit dem Telestar, dem Vorläufer des Deutschen Fernsehpreises ausgezeichnet. Robert Atzorn wirkte darüber hinaus auch in einzelnen Episoden der Fernsehserien Forsthaus Falkenau, Schwarzwaldklinik und Alphateam – Die Lebensretter im OP, sowie der Krimireihen Derrick, Ein Fall für zwei, Der Alte, Tatort und Die Männer vom K3 mit.

Als Nachfolger von Manfred Krug und Charles Brauer ermittelte er von 2001 bis 2008 als Tatort-Kommissar Jan Casstorff zusammen mit Tilo Prückner als Kommissar Holicek und Julia Schmidt als Jenny Graf für den NDR. Die Tatort-Folge Und tschüss im Februar 2008 bedeutete zugleich den Abschied des Ermittlerteams um Atzorn.

Ferner war er 2002 in Dieter Wedels Mehrteiler Die Affäre Semmeling als Bürgermeister Dr. Klaus Hennig zu sehen. In der romantischen Komödie Küss mich, Kanzler schlüpfte er 2004 in die Rolle eines Regierungschefs, der sich in eine Putzfrau, gespielt von Andrea Sawatzki, verliebt. Ebenfalls 2004 stand er in Das Kommando als Oberbefehlshaber einer Spezialeinheit mit seinen Söhnen Jens und Daniel, der in dem Film sein Debüt als Schauspieler gab, vor der Kamera. 2005 übernahm Atzorn in der Serie Kanzleramt den Part des Kanzleramtschefs. In der ZDF-Produktion Afrika, mon amour war er 2007, wie zuvor schon in Matti Geschonnecks Wer liebt, hat Recht und in Das Kommando, an der Seite von Iris Berben zu sehen. In dem Fernsehdrama Mein Mann, der Trinker spielte er 2008 mit Franziska Walser ein Paar, dessen Ehe auf eine harte Bewährungsprobe gestellt wird. 2008 entstanden nach längerer Auszeit auch zwei neue Folgen der Abenteuerserie Der Kapitän, in der er bereits von 1997 bis 2000 die Figur des Kapitän Frank Harmsen verkörperte.

Robert Atzorn ist seit 1976 in zweiter Ehe mit Angelika Hartung verheiratet. Beide haben zwei erwachsene Söhne, darunter den Schauspieler Jens Atzorn.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Filme[Bearbeiten]

  • 1980: Aus dem Leben der Marionetten
  • 1982: Stella
  • 1983: Krimistunde
  • 1983: Wie hätten Sie's denn gern?
  • 1983: Tiefe Wasser
  • 1984: Déjà vu, oder Die gebändigte Geliebte
  • 1984: Don Carlos
  • 1984: Morgen in Alabama
  • 1984: Das schöne Ende dieser Welt
  • 1984: Die Wannseekonferenz
  • 1985: Ein Mann ist soeben erschossen worden
  • 1986: Kolping
  • 1989: Der Spatzenmörder
  • 1989: Killer kennen keine Furcht
  • 1990: Ich will leben
  • 1990: Korczak
  • 1990: Gesucht wird Rikki Forster
  • 1993: Der Betrogene
  • 1993: Ein Mann für meine Frau
  • 1995: Zu Fuß und ohne Geld
  • 1995: Ein Herz für Laura
  • 1996: Herzen im Sturm
  • 1997: Der Prinzgemahl
  • 1998: Freiwild
  • 1999: Ein Mann steht auf
  • 1999: Ich bin kein Mann für eine Frau
  • 2000: Wo ist mein Sohn? (Dov'è mio figlio)
  • 2000: Der Weg des Herzens (Qualcuno da amare)
  • 2000: Ein Mann gibt nicht auf
  • 2001: Jenseits der Liebe
  • 2002: Nicht ohne deine Liebe
  • 2002: Wer liebt, hat Recht
  • 2002: Tanners letzte Chance
  • 2003: Die Frau des Architekten
  • 2004: Das Kommando
  • 2004: Küss mich, Kanzler
  • 2007: Afrika, mon amour (Dreiteiler)
  • 2008: Mein Mann, der Trinker
  • 2008: Im Gehege
  • 2010: Bis nichts mehr bleibt
  • 2010: Das Glück ist eine Katze
  • 2010: Zimtstern und Halbmond
  • 2011: Nord Nord Mord
  • 2011: Stilles Tal
  • 2012: Terra X – Expedition in die Südsee. Georg Foster
  • 2012: Der Fall Jakob von Metzler
  • 2013: Tod in den Bergen
  • 2014: Alles muss raus - Eine Familie rechnet ab (1. und 2. Teil)

Fernsehserien und -reihen[Bearbeiten]

  • 1981: Derrick – Das sechste Streichholz
  • 1981: Derrick – Tod im See
  • 1982: Derrick – Das Alibi
  • 1985: Glücklich geschieden...
  • 1985: Tatort – Der Mord danach
  • 1985: Oliver Maass
  • 1985: Die Schwarzwaldklinik – Der Versager/Die fromme Lüge
  • 1986: Die Wächter
  • 1986−1987: Stahlkammer Zürich
  • 1987: Derrick − Absoluter Wahnsinn
  • 1987: Derrick – Mordfall Goos
  • 1988: Oh Gott, Herr Pfarrer13 Episoden
  • 1989: Forsthaus Falkenau - Straßenpaganini
  • 1989: Forsthaus Falkenau - Liebeskummer
  • 1989: Forsthaus Falkenau - Nächtliche Flucht
  • 1989: Das Milliardenspiel
  • 1990: Hotel Paradies
  • 1991: Berlin Lady
  • 1992−1999: Unser Lehrer Doktor Specht
  • 1994: Tatort – Bienzle und das Narrenspiel
  • 1997−2000/2009: Der Kapitän
  • 2002: Die Affäre Semmeling
  • 2005: Kanzleramt
  • 2001−2008: Tatort (als Kommissar Jan Casstorff)
    • 2001 − Exil!
    • 2001 − Hasard!
    • 2002 − Der Passagier
    • 2002 − Undercover
    • 2003 − Harte Hunde
    • 2003 − Mietsache
    • 2004 − Todes-Bande
    • 2004 − Verlorene Töchter
    • 2005 − Ein Glücksgefühl
    • 2005 − Im Alleingang
    • 2006 − Feuerkämpfer
    • 2006 − Schattenspiele
    • 2007 − Liebeshunger
    • 2007 − Investigativ
    • 2008 − Und tschüss
  • 2010: Tatort – Unsterblich schön
  • 2011: Engel der Gerechtigkeit
  • 2012: Engel der Gerechtigkeit – Brüder fürs Leben
  • 2013: Engel der Gerechtigkeit – Ärztepfusch
  • 2015: Engel der Gerechtigkeit - Geld oder Leben

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • C. Bernd Sucher (Hrsg.): Theater Lexikon. Autoren, Regisseure, Schauspieler, Dramaturgen, Bühnenbildner, Kritiker. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1995, ISBN 3-423-03322-3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Robert Atzorn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Grimme-Institut: Grimme-Preis Fiktion 2013, abgerufen am 16. April 2013
  2. Bayerische Staatskanzlei: Bayerischer Fernsehpreis 2013 – Juryentscheidung, abgerufen am 18. Mai 2013