Robert Bilott

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Robert Bilott, 2016

Robert Bilott (* 2. August 1965 in Albany, New York) ist ein US-amerikanischer Umweltjurist und früherer Unternehmensanwalt. Für seine Recherche und Prozessführung bezüglich eines Umweltskandals des Chemiekonzerns DuPont wurde ihm 2017 der Right Livelihood Award verliehen.

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bilott zog als Sohn eines Berufssoldaten aufgrund der üblichen Versetzungen in seiner Kindheit achtmal um, studierte dann Politikwissenschaft sowie Jura und wurde 1990 in an der Ohio State University in Rechtswissenschaften promoviert.

DuPont-Skandal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bilott deckte auf, dass das Chemieunternehmen DuPont in Parkersburg, West Virginia, Perfluoroctansäure (PFOA) in den Ohio River leitete sowie PFOA-haltige Schlämme in einer nicht abgedichteten Deponie entsorgte, und erhielt den Ehrenpreis der Right Livelihood Award 2017, der am 1. Dezember in Stockholm verliehen wurde.[1]

In den frühen 1980er-Jahren erwarb das Unternehmen 66 Acres Land von einem Landwirt in Parkersburg, um es für die Deponierung seiner Produktionsabfälle zu verwenden. 1998 erhielt Bilott einen Anruf von Wilbur Tennant, einem Viehzüchter in Parkersburg. Er behauptete, dass viele seiner Rinder Anzeichen einer schweren Krankheit zeigten und vermutete, dass dies an der Müllhalde liegen könnte. Bilott verpflichtete sich, die Angelegenheit zu untersuchen, obwohl er zuvor für DuPont gearbeitet hatte.[2]

Bilott stellte fest, dass das Trinkwasser in der Gegend mit Perfluoroctansäure kontaminiert war, was zu Tier- und Krebserkrankungen führte. Er plädierte dafür, dass sich die 70 000 Einwohner über sieben Jahre einer toxikologischen Studie unterziehen mussten. Wilbur Tennant, der den Alarm auslöste, erkrankte an Krebs und starb 2009 an einem Herzinfarkt. Zwei Jahre später starb seine Frau an Krebs.[3][4] Nach 19 Jahren wurde DuPont verurteilt, den Opfern 671,7 Millionen US-Dollar Schadenersatz zu zahlen.[5]

Verfilmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jana Anzlinger: Dieser Mann ist Erin Brockovich. In: Süddeutsche Zeitung. 26. September 2017, abgerufen am 29. März 2022.
  2. Nathaniel Rich: The Lawyer Who Became DuPont’s Worst Nightmare. In: The New York Times. 6. Januar 2016 (nytimes.com [abgerufen am 3. Oktober 2019]).
  3. DuPont Duplicity Causes Defendant's Lawyer To Switch Sides. In: LawCash. 12. Januar 2016, abgerufen am 19. Februar 2020 (amerikanisches Englisch).
  4. Sharon Lerner: The Teflon Toxin Goes to Court. In: The Intercept. 19. September 2015, abgerufen am 6. Dezember 2019 (amerikanisches Englisch).
  5. Robert Bilott. In: The Right Livelihood Award. Abgerufen am 3. Oktober 2019.