Robert Gerhard

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Robert Gerhard i Ottenwaelder (* 25. September 1896 in Valls; † 5. Januar 1970 in Cambridge) war ein spanischer Komponist aus dem katalanischen Kulturbereich.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Vater Robert Gerhard stammte aus der Schweiz, seine Mutter Maria geb. Ottenwaelder aus dem Elsass. Sie hatten sich in Valls niedergelassen und betrieben einen Weinhandel.

Nach Kindheit und Schulausbildung in Spanien begann Robert Gerhard (jr.) im Alter von 12 Jahren auf Wunsch seines Vaters eine kaufmännische Ausbildung in Lausanne (Schweiz). Im Alter von 17 Jahren brach er sie jedoch ab und ging nach München, um an der Königlichen Akademie Musik zu studieren. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges zerstörte seine Pläne, und er kehrte nach Valls zurück.

Ab 1915 studierte er in Barcelona Klavier bei Enrique Granados und Komposition bei Felip Pedrell. 1923 ging er nach Wien, wo er sein Studium bei Arnold Schönberg fortsetzte. Er folgte diesem nach Berlin, wo er in Schönbergs Meisterklasse an der Hochschule für Musik im Jahre 1928 sein Studium abschloss.

Zurückgekehrt nach Spanien war er anfangs als Musikpädagoge in Barcelona tätig. Ab 1932 schloss sich seine Tätigkeit an der Katalanischen Bibliothek an. Hier wirkte er als Komponist und Dozent; darüber hinaus war er als Verleger katalanischer Musik tätig. In diese Zeit fiel auch seine Zusammenarbeit mit namhaften Künstlern wie Miró und Massine.

Mitte der 1930er Jahre emigrierte er wegen des Spanischen Bürgerkriegs nach Paris und später nach England. Dort ließ er sich letztlich in Cambridge nieder, da ihm die dortige Universität ein Stipendium gewährte. Neben seiner Tätigkeit an der University of Cambridge hielt er in den 1960er Jahren Gastvorträge in den USA.

In England fand er jedoch als Emigrant nur sehr schwer Anerkennung als Komponist. Der internationale Durchbruch seiner Werke sollte tatsächlich erst in den 1960er Jahren erfolgen; dies geschah hauptsächlich durch die Komposition von Auftragswerken und deren medienwirksame Aufführungen. 1960 nahm er die britische Staatsangehörigkeit an.

Robert Gerhard verstarb 1970 in Cambridge. Seine Handschriften und sein privates Archiv sind in der Cambridge University Library gelagert.[1]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein kompositorisches Schaffen ist sehr komplex. Es ist aufgrund seiner Herkunft geprägt von Elementen der katalanischen Volksmusik und deren Musizierweise. Andererseits spiegelt es auch seine musikalische Auseinandersetzung mit der Zwölftontechnik seines Lehrers Schönberg wider. Seine Kompositionen umfassen hauptsächlich Opern, Ballette, Suiten, Sinfonien und Lieder sowie weitere Orchester- und Vokalwerke.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ballette
„Ariel“, 1936 bei den XIV. Weltmusiktagen der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (ISCM World Music Days) in Barcelona aufgeführt.[2][3]
„Don Quixot“, 1947 bei den XXI. Weltmusiktagen der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (ISCM World Music Days) in Kopenhagen/Lund aufgeführt.[4][5]
„Allegrias“
„Pandora“
  • Orchesterwerke
„Sardana I“ (1928)
„Sardana II“ (1928)
„epithalamion“ für Orchester (1965–1966)
Suite für Orchester Nr. 2
Violinkonzert
Klavierkonzert
Concerto for Orchestra
  • Sinfonien
„Homenaje a Pedrell“ (Symphonie) (1940–41)
Symphonie Nr. 1 (1952–53), 1955 bei den XXIX. Weltmusiktagen der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (ISCM World Music Days) in Baden-Baden aufgeführt.[6][7]
„Metamorphoses“ Symphonie Nr. 2
Symphonie Nr. 3 „Collages“ (1960)
Symphonie Nr. 4 „New York“ (1957–59)
  • Oper
„La Dueña“, 1951 bei den XXV. Weltmusiktagen der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (ISCM World Music Days) in Frankfurt a. Main uraufgeführt.[8][9]
  • Kammermusik
Sonate für Cello und Klavier (1956)
Trio für Violine, Cello und Klavier (1918)
Nonet
„Himnody“
„Leo“, 1971 bei den XLV. Weltmusiktagen der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (ISCM World Music Days) in London aufgeführt.[10][11]
Concerto for 8
„Libra“
„Gemini“
  • Klavierwerke
„Dos Apunts“
„Soirees de Barcelona“
Tänze aus „Don Quixote“
3 Impromptus
„Alegrias“ für 2 Klaviere
„Pandora“ für 2 Klaviere & Percussion
  • Lieder
„L'infantament meravellos de Schahrazada“ op. 1
„14 Cancons populars catalanes“ (1928–31), 1932 bei den X. Weltmusiktagen der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (ISCM World Music Days) in Wien aufgeführt.[12][13]
„L′Alta Naixença del Rei En Jaume“ (1932), 1933 bei den XI. Weltmusiktagen der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (ISCM World Music Days) in Amsterdam aufgeführt.[14][15]
„Cancionero de Pedrell“ (1941)
„The plague“ für Sprecher, gemischten Chor und Orchester (nach Albert Camus) (1963–64)

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joaquim Homs: Robert Gerhard y su obra (= Ethos-Musica. 16). Universidad de Oviedo, 1987.
  • Proceedings of the 1st International Roberto Gerhard Conference: May 27–28th 2010. Centre for Research in New Music, University of Huddersfield 2010, ISBN 978-1-86218-088-8.
  • Monty Adkins, Michael Russ (Hrsg.): The companion to Roberto Gerhard. Ashgate, London 2013.
  • Diego Alonso: Un hito de la modernidad musical española: el primer „Apunt“ para piano de Roberto Gerhard (= Acta musicologica. 89). Band 2, 2017, S. 171–194.
  • Diego Alonso. "Un hito de la modernidad musical española: el primer ''Apunt'' para piano de Roberto Gerhard", ''Acta musicologica'', Vol. 89, Nº 2, 2017, págs. 171–194
  • Diego Alonso. "“A Heretic in the Schoenberg Circle: Roberto Gerhard’s First Engagement with Twelve-Tone Procedures in Andantino”, Twentieth-Century Music 16 / 3 (2019): 557–588. https://doi.org/10.1017/S1478572219000306  
  • Diego Alonso. “Homage to Schoenberg and Bartók: Symmetry, Transpositional Combination and Octatonicism in the First Movement of Roberto Gerhard’s Quartetto No. 3.” Music Analysis 39 / 2 (2020), 190–213.  https://doi.org/10.1111/musa.12156

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 21. Mai 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lib.cam.ac.uk
  2. Programme der ISCM World Music Days von 1922 bis heute
  3. Anton Haefeli: Die Internationale Gesellschaft für Neue Musik – Ihre Geschichte von 1922 bis zur Gegenwart. Zürich 1982, S. 480ff
  4. Programme der ISCM World Music Days von 1922 bis heute
  5. Anton Haefeli: Die Internationale Gesellschaft für Neue Musik – Ihre Geschichte von 1922 bis zur Gegenwart. Zürich 1982, S. 480ff
  6. Programme der ISCM World Music Days von 1922 bis heute
  7. Anton Haefeli: Die Internationale Gesellschaft für Neue Musik – Ihre Geschichte von 1922 bis zur Gegenwart. Zürich 1982, S. 480ff
  8. Programme der ISCM World Music Days von 1922 bis heute
  9. Anton Haefeli: Die Internationale Gesellschaft für Neue Musik – Ihre Geschichte von 1922 bis zur Gegenwart. Zürich 1982, S. 480ff
  10. Programme der ISCM World Music Days von 1922 bis heute
  11. Anton Haefeli: Die Internationale Gesellschaft für Neue Musik – Ihre Geschichte von 1922 bis zur Gegenwart. Zürich 1982, S. 480ff
  12. Programme der ISCM World Music Days von 1922 bis heute
  13. Anton Haefeli: Die Internationale Gesellschaft für Neue Musik – Ihre Geschichte von 1922 bis zur Gegenwart. Zürich 1982, S. 480ff
  14. Programme der ISCM World Music Days von 1922 bis heute
  15. Anton Haefeli: Die Internationale Gesellschaft für Neue Musik – Ihre Geschichte von 1922 bis zur Gegenwart. Zürich 1982, S. 480ff

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]