Robert Habeck

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Robert Habeck (2012)

Robert Habeck (* 2. September 1969 in Lübeck) ist ein deutscher Schriftsteller und Politiker (Bündnis 90/Die Grünen).

2009 zog er über die Landesliste der Grünen erstmals in den Schleswig-Holsteinischen Landtag ein. Bei der vorgezogenen Neuwahl 2012 trat er als Spitzenkandidat seiner Partei an. Zuvor war er von 2009 bis 2012 Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen im Landtag Schleswig-Holstein. Nach der Landtagswahl 2012 amtierte Habeck bis 2017 als stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume im Kabinett Albig. Nach der Landtagswahl 2017 wurde er am 28. Juni 2017 wieder zum stellvertretenden Ministerpräsidenten und zum Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung im Kabinett Günther ernannt.

Im Dezember 2017 kündigte er an, im Januar 2018 für den Parteivorsitz zu kandidieren.[1]

Ausbildung und Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Habeck legte 1989 sein Abitur an der Heinrich-Heine-Schule in Heikendorf ab. Nach dem Zivildienst beim damaligen Hamburger Spastikerverein – heute Leben mit Behinderung Hamburg Elternverein – begann er 1991 ein Studium mit der Fächerkombination Philosophie, Germanistik und Philologie in Freiburg im Breisgau,[2] besuchte nach der Zwischenprüfung 1992/1993 die Universität Roskilde in Dänemark und machte 1996 seinen Magister an der Universität Hamburg. 1996 heiratete er die Schriftstellerin Andrea Paluch, ihr erster Sohn wurde geboren. Habeck erhielt ein Promotionsstipendium der Universität Hamburg und wurde 2000 Doktor der Philosophie.

1999 folgte die Geburt von Zwillingen, die Familie zog nach Lüneburg. 2001 zogen Habeck und Paluch nach einem weiteren halben Jahr in Dänemark in die Nähe Flensburgs. 2002 wurde dort ihr vierter Sohn geboren.

Schriftsteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1999 arbeiten Robert Habeck und Andrea Paluch als freie Schriftsteller zusammen und veröffentlichen gemeinsam. In Interviews betonen sie, dass ihre doppelte Autorenschaft eine bewusste Entscheidung für einen gemeinsamen Lebensentwurf ist. Neben Kinderbüchern und Übersetzungen englischer Lyrik veröffentlichte Robert Habeck (mit Andrea Paluch) die Romane Hauke Haiens Tod (2001), Der Schrei der Hyänen (2004), Der Tag, an dem ich meinen toten Mann traf (2005), Zwei Wege in den Sommer (2006), Unter dem Gully liegt das Meer (2007) und SommerGIG (2009).

In den Romanen Habecks, die er mit Andrea Paluch verfasste, erkennt man deutlich skandinavischen und englischen Literatureinfluss. Wiederkehrendes Motiv in den Romanen ist die Frage nach den Einflüssen, die einen Menschen prägen, und dem Spannungsverhältnis von Freiheit und Determination. Im Dezember 2008 wurde das erste Theaterstück der beiden mit dem Titel Neunzehnachtzehn über den Matrosenaufstand im Kieler Theater uraufgeführt. 2008 wurde der Roman Der Tag, an dem ich meinen toten Mann traf verfilmt.[3]

Politische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Robert Habeck (2005)

Anfänge in der Kommunalpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2002 wurde Habeck Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen. Von 2002 bis 2004 war er Kreisvorsitzender in Schleswig-Flensburg, 2004 wurde er Landesvorsitzender in Schleswig-Holstein. 2006 kandidierte Habeck als Beisitzer für den Bundesvorstand, unterlag aber. Im Frühjahr 2008 war Robert Habeck als Nachfolger Reinhard Bütikofers für den Bundesvorsitz der Grünen im Gespräch. Er lehnte jedoch mit Verweis auf sein gewähltes Familienmodell ab. 2008 war er Spitzenkandidat für die Grünen bei der Kommunalwahl im Kreis Schleswig-Flensburg und wurde im August Fraktionsvorsitzender im Kreistag Schleswig-Flensburg.

Spitzenkandidat bei den Landtagswahlen 2009 und 2012[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2009 wurden Habeck und Monika Heinold zu Spitzenkandidaten bei der Schleswig-Holsteinischen Landtagswahl gewählt. Nach der Wahl wurde Habeck Fraktionsvorsitzender im Landtag. Bei der vorgezogenen Landtagswahl 2012 wurde Habeck erneut Spitzenkandidat.

Landesminister (seit 2012)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Wahl wurde er zum stellvertretenden Ministerpräsidenten und zum Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume ernannt.

Nach Bildung einer Jamaika-Koalition von CDU, FDP und Grünen im Nachgang der Landtagswahl in Schleswig-Holstein 2017 wurde er am 28. Juni 2017 im Kabinett Günther erneut zum Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt ernannt, jetzt mit den erweiterten Aufgabengebieten Natur und Digitalisierung.[4]

Urwahl für die Spitzenkandidatur zur Bundestagswahl 2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mai 2015 erklärte Habeck, bei einer Urwahl der Grünen für die Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl zu kandidieren.[5] Eine Bewerbungsrede für die Kandidatur um einen Sitz in der Doppelspitze des Bundesvorstands hielt er auf dem Landesparteitag der Grünen in Neumünster im April 2016.[6] In der Wahl galt er zunächst in den Medien als Außenseiter[7], erhielt jedoch 35,74 % der Stimmen und unterlag damit nur knapp Cem Özdemir, der sich mit 35,96 % als männlicher Teil der Doppelspitze durchsetzte.[8]

Politische Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2016 wies Habeck darauf hin, dass der heutigen Tierhaltung und der damit verbundenen Tötung von Tieren für Nahrungsmittelzwecke eine wichtige Begründung fehle, da reichlich alternative Lebensmittel zur Verfügung stünden.[9]

Von 2014 bis 2016 war er als Mitglied der Landesregierung auch Ordentliches Kommissionsmitglied in der Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe (Endlagerkommission) gemäß § 3 Standortauswahlgesetz.[10] Bezüglich eines atomaren Endlagers in Deutschland vertrat Habeck die Ansicht, ein Standort in Gorleben könne „nicht aus politischen Gründen“ ausgeschlossen werden, und erklärte zu der 2014 eingesetzten Endlagerkommission: „Die Kommission wurde unter dieser Bedingung eingesetzt.“[11] Damit unterstützte er den umstrittenen Beschluss der Grünen Bundesdelegierten-Konferenz (BDK) von 2012, bei dem sich der ehemalige Bundesumweltminister Jürgen Trittin durchsetzte.[12]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1996: Preis für literarische Übersetzungen der Stadt Hamburg
  • 1999: Stipendium Brecht-Haus, Svendborg
  • 2002: Drehbuchpreis des Landes Schleswig-Holstein
  • März 2007: Nominierung von Zwei Wege in den Sommer für den Deutschen Jugendbuchpreis
  • Juli 2007: Buch des Monats auf der Deutschlandfunk-Bestenliste Neue Kinder- und Jugendbücher „Die besten 7 für junge Leser“
  • 2007: Unter dem Gully liegt das Meer Favorit der Leipziger Jugend-Literatur-Jury

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Robert Habeck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Pressestimmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Habeck und Baerbock wollen Grünen-Chefs werden. Abgerufen am 10. Dezember 2017.
  2. Habeck: Literat, Politiker und Familienvater - NDR am 5. Mai 2015
  3. Eikon (Produktionsgesellschaft): Informationen zum Film "Der Tag, an dem ich meinen toten Mann traf"
  4. Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung. Landesportal Schleswig-Holstein, 28. Juni 2017; abgerufen am 28. Juni 2017.
  5. http://www.taz.de/!159413
  6. Robert Habeck Bewerbungsrede für ein Votum zu Urwahl zur Bundestagswahl 2017
  7. Schlagzeile "Außenseiter Habeck im Angriffsmodus" auf Tagesschau.de vom 07.01.2017
  8. Endergebnis der Urwahl auf der Seite der Bundespartei Bündnis 90/Die Grünen, Abgerufen am 21.01.2017
  9. topagrar.com: Habeck: Tötung von Nutztieren ist nicht mehr zu rechtfertigen
  10. https://www.bundestag.de/blob/434430/35fc29d72bc9a98ee71162337b94c909/drs_268-data.pdf, Seite 550
  11. Gorleben: Ballast im Schacht Süddeutsche Zeitung vom 5. Mai 2016
  12. Grüne: "Gorleben ist ungeeignet und geologisch verbrannt" Blog vom 19. November 2012