Robert Hichens (Seemann)

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Robert Hichens (* 16. September 1882 in Newlyn, Cornwall, England; † 23. September 1940 auf See) war Quartiermeister der RMS Titanic, die am 15. April 1912 bei ihrer Jungfernfahrt nach Kollision mit einem Eisberg unterging.

Leben[Bearbeiten]

Hichens entstammt einer Fischerfamilie aus Newlyn in der Grafschaft Cornwall. Er war das älteste von acht Kindern von Philip Hichens und Rebecca Hichens (geborene Wood). Als Quartiermeister diente er auf verschiedenen Postschiffen der Union-Castle Line sowie der British India Steam Navigation Company. Kurz bevor er auf der RMS Titanic anheuerte, diente er auf dem Truppenschiff Dongola, das zwischen Großbritannien und Bombay pendelte. Im Ersten Weltkrieg war er Teil der königlichen Reservemarine. 1937 heuerte er auf dem Handelsschiff English Trader an, auf dem er 1940 infolge eines Herzinfarkts starb.

Titanic[Bearbeiten]

Robert Hichens heuerte als einer von sechs Quartiermeistern am 6. April 1912 auf der Titanic an. Am 14. April 1912 löste er um 22:00 Uhr Quartiermeister Alfred Olliver am Steuerstand ab und hatte somit die Funktion des Rudergängers inne, als die Titanic gegen 23.40 Uhr auf Kollisionskurs mit einem Eisberg lag. Da die beiden Offiziere, die sich zu diesem Zeitpunkt auf der Brücke befanden, den Untergang nicht überlebten, war er ein wichtiger Zeuge bei den nachfolgenden Untersuchungen der Vorgänge. So belegte er, dass es der sechste Offizier James P. Moody gewesen war, der die Warnmeldung „Eisberg direkt voraus!“ vom Krähennest entgegengenommen und an den ersten Offizier William M. Murdoch weitergeleitet hatte. Dieser soll Hichens daraufhin mit dem Ruderkommando „Hart Steuerbord“ angewiesen haben, nach Backbord abzudrehen. Die Kollision ließ sich jedoch nicht mehr verhindern.

Ungefähr gegen 0.23 Uhr wurde Hichens von Quartiermeister Walter John Perkins abgelöst, um das Kommando von Rettungsboot Nr. 6, das die Titanic um circa 0.55 Uhr verließ und nur zu etwa einem Drittel besetzt war, zu übernehmen. An Bord befand sich auch der Ausguck Frederick Fleet, der den Eisberg zuerst gesehen und an die Brücke gemeldet hatte. Obwohl später bei den Untersuchungen die Vorgänge in diesem Boot besonders betrachtet wurden, ist es eher dem Reich der Legenden zuzuordnen, dass die Erste-Klasse-Passagierin Molly Brown die Führung übernahm und Hichens drohte, ihn über Bord zu werfen, als dieser versuchte das Kommando wieder zurückzuerlangen.

Am 24. April sagte er vor der Untersuchungskommission des US-Senats aus und kehrte am 4. Mai 1912 an Bord der Celtic nach Großbritannien zurück. Am 7. Mai war er Zeuge vor dem britischen Untersuchungsausschuss, bei dem Hichens 492 Fragen über sich ergehen lassen musste.

In der Titanic-Verfilmung von 1997 spielte Paul Brightwell seine Rolle.

Literatur[Bearbeiten]

  • Stephen Spignesi: Titanic - Das Schiff, das niemals sank. Chronik einer Jahrhundertlegende. Goldmann-Verlag, ISBN 3-442-15068-X.

Weblinks[Bearbeiten]