Robert Malone

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Robert W. Malone (* 1959 oder 1960)[1] ist ein US-amerikanischer Virologe, Immunologe und Molekularbiologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Malone studierte Medizin an der Northwestern University mit dem Abschluss eines M.D., war Postdoktorand in klinischer Forschung an der Harvard University und erhielt seine Facharztausbildung in Pathologie an der University of California, Davis.[2] Als Doktorand am Salk Institute for Biological Studies in La Jolla war er einer der Hauptautoren und treibende Kraft einer Studie, in der erstmals beschrieben wurde, wie Proteinexpression in einer Fremdzelle über durch in Fettkügelchen (Liposomen) verpackte DNA bzw. RNA angestoßen werden kann, damals noch im Rahmen der Hoffnungen zur Gentherapie. Diese Studie gilt als erste wissenschaftliche Veröffentlichung zu den grundlegenden Prinzipien zum Beispiel von RNA-Impfstoffen, die bei der Covid-19-Pandemie 2020/21 mit Erfolg verimpft wurden.[3][4] Ko-Autoren der grundlegenden Arbeit von 1989 waren Philip Felgner und Inder Verma.[5]

In einer Folgearbeit, die ursprünglich nur zur Kontrolle der Übertragung mittels Liposomen dienen sollte, wurde erstmals gezeigt, dass auch „nackte“ ungeschützte m-RNA, die direkt in die Muskelzellen von Mäusen injiziert wurde, Proteinexpression in Zellen über einige Tage auslösen können.[6][4] Die entscheidenden Patente, an denen auch Philip Felgner, später Leiter des Zentrums für Impfstoffentwicklung an der University of California, Irvine, beteiligt war, (siehe Schriftenverzeichnis) verblieben bei seiner arbeitgebenden Firma, die sie später weiterverkaufte. Der in den Patenten mit Malone aufgeführte Philip Felgner, war damals Chefwissenschaftler der Firma Vical, die Felgner gegründet hatte.

Vom Salk-Institut wechselte Malone an einen anderen Arbeitgeber, schied dort allerdings schon nach drei Monaten wegen persönlicher Differenzen aus.[3] Bald nach seinem Ausscheiden wechselte Malone das Forschungsgebiet und arbeitete nicht weiter in dieser Forschungsrichtung.[3] Zurzeit (2021) lebt er in Madison (Virginia) und leitet eine eigene Beraterfirma.

Kritik an COVID-19 mRNA-Impfstoffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Robert Malone distanzierte sich von und warnte in einer vom Biologen Bret Samuel Weinstein am 11. Juni 2021 als Podcast gehosteten Diskussionsrunde vor der Verwendung der mRNA-basierten Impfung im Zuge der COVID-Pandemie 2020–21. Er gab an, die amerikanische FDA schon vor "vielen vielen Monaten" über angeblich existierende "Risiken und gesundheitschädigende Wirkungen" dieser auf "Gentherapie" basierenden Methoden informiert und davor gewarnt zu haben.[7][8] Den Bewertungen von Malone wurde von der FDA und Wissenschaftlern widersprochen, so dass die internationale Nachrichtenagentur Reuters und die Fact-Checking-Website Politifact eine Fake-News-Warnung aufstellten.[9][10] Darin widersprachen Experten der von Malone aufgestellten Behauptung, die von den m-RNA-Impfstoffen erzeugten Spike-Proteine wären cytotoxisch (zellschädlich) und dass sie außerhalb der Impfstelle selbst "biologisch aktiv" würden. Vielmehr schädigen sie die Zelle nicht und seien gegenüber dem Virusprotein so modifiziert, dass sie auf der Zelloberfläche der sie produzierenden Zelle bleiben. Die wenigen, die die Zellen an der Impfstelle verlassen würden von Leberenzymen abgebaut.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • R. W. Malone, P. L. Felgner, I. M. Verma: Cationic liposome-mediated RNA transfection, Proc. Nat. Acad. Sci., Band 86, 1989, S. 6077–6081
  • J. A. Wolff, R. W. Malone, P. Williams, W. Chong, G. Acsadi, A. Jani, P. L. Felgner: Direct gene transfer into mouse muscle in vivo, Science, Band 247, 1990, S. 1465–1468
  • V. J. Dwarki, Robert W. Malone, Inder M. Verma: Cationic liposome-mediated RNA transfection, Methods in Enzymology, Band 217, 1993, S. 644–654
  • Stella Somiari, Jill Glasspool-Malone, Joseph J. Drabick, Richard A. Gilbert, Richard Heller, Mark J. Jaroszeski, Robert W. Malone: Theory and in vivo application of electroporative gene delivery, Molecular Therapy, Band 2, 2000, S. 178–187

Beteiligung an US-Patenten:

  • P. L. Felgner, J. A. Wolff, G. H. Rhodes, R. W. Malone, D A. Carson: Delivery of exogenous DNA sequences in a mammal, US Patent 5,580,859, 1996
  • P. L. Felgner, J. A. Wolff, G. H. Rhodes, R. W. Malone, D A. Carson: Induction of a protective immune response in a mammal by injecting a DNA sequence, US Patent 5,589,466, 1996
  • P. L. Felgner, J. A. Wolff, G. H. Rhodes, R. W. Malone, D A. Carson: Generation of antibodies through lipid mediated DNA delivery, US Patent 5,703,055, 1997

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thorsten Fuchs, Wem der Preis gebührt, HAZ, 16. Juni 2021, S. 2/3. Danach ist er 61-jährig.
  2. Webseite von Robert Malone, abgerufen am 17. Juni 2021
  3. a b c Thorsten Fuchs, Wem der Preis gebührt, HAZ, 16. Juni 2021, S. 2/3
  4. a b Rein Verbeke, Ine Lentacker, Stefaan C. De Smedt, Heleen Dewitte: Three decades of messenger RNA vaccine development. In: Nano Today. 28, 2019, S. 100766, doi:10.1016/j.nantod.2019.100766.
  5. R. W. Malone, P. L. Felgner, I. M. Verma: Cationic liposome-mediated RNA transfection, Proc. Nat. Acad. Sci., Band 86, 1989, S. 6077–6081
  6. J. A. Wolff, R. W. Malone, P. Williams, W. Chong, G. Acsadi, A. Jani, P. L. Felgner: Direct gene transfer into mouse muscle in vivo, Science, Band 247, 1990, S. 1465–1468
  7. Is "mRNA vaccine inventor" Robert Malone "being erased" for his claims about COVID-19? In: RESPECTFUL INSOLENCE. 13. Juli 2021, abgerufen am 13. Juli 2021 (amerikanisches Englisch).
  8. Ausschnitt auf dem Wissenschaftspodcast Bret Weinstein/ DarkHorse vom 19. Juni 2021 https://odysee.com/@wissenschaftstehtauf:8/Malone_Bauchbinden_final_alle_logos:8?src=blockchain_unauth
  9. Reuters Fact Check: Fact Check-COVID-19 vaccines are not ‘cytotoxic’. In: Reuters. 18. Juni 2021 (reuters.com [abgerufen am 30. Juni 2021]).
  10. District of Columbia 1100 Connecticut Ave NW Suite 1300B Washington, Dc 20036: PolitiFact - No sign that the COVID-19 vaccines’ spike protein is toxic or ‘cytotoxic’. Abgerufen am 30. Juni 2021 (amerikanisches Englisch).