Robert Ritter von Greim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Robert Ritter von Greim (1939)

Robert Greim, ab 1918 Ritter von Greim (* 22. Juni 1892 in Bayreuth; † 24. Mai 1945 in Salzburg) war ein deutscher Heeres- und Luftwaffenoffizier (ab 1945 Generalfeldmarschall) und der letzte Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaiserreich und Erster Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Robert Greim wurde am 22. Juni 1892 in Bayreuth als Sohn eines Königlich Bayerischen Gendarmeriehauptmanns geboren.

Greim trat im Juli 1911 als Fähnrich in das bayerische Eisenbahn-Bataillon ein und wurde im November 1912 zum 8. Feld-Artillerie-Regiment nach Nürnberg versetzt. Nach dem Besuch der Kriegsschule in München wurde er zu seinem Regiment zurück versetzt und zum Leutnant ernannt. Greim war anfänglich als Batterieoffizier in seinem Regiment eingesetzt.

Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde er zunächst als Ordonnanzoffizier und später als Adjutant bei der I. Abteilung verwandt. 1915 meldete er sich für eine Ausbildung als Flugzeugbeobachter, die er im August 1915 begann. Nach deren Abschluss wurde Greim als Beobachter in der Feldfliegerabteilung 3 b eingesetzt. Im Jahr 1916 kam Greim zur Flugzeugführerausbildung nach Schleißheim und wurde im Januar 1917 zum Oberleutnant befördert. Mit Abschluss der Flugzeugführerausbildung kehrte Greim zu seiner Abteilung zurück, die inzwischen – infolge von Umstrukturierungen – als Fliegerabteilung 46 b bezeichnet wurde. Ab April 1917 war er in der Jagdstaffel 34 eingesetzt und wurde dort noch im gleichen Jahr Staffelführer. Bei einem Einsatz am 11. März 1918 gelang es Greim als vermutlich erstem deutschen Jagdpiloten einen britischen Panzer aus der Luft mittels MG-Feuer zu zerstören. In der deutschen Frühjahrsoffensive des Jahres 1918 befehligte Greim mehrere Jagdstaffeln. Er hatte inzwischen 28 Luftsiege errungen und war mehrfach ausgezeichnet worden, u. a. auch mit dem Orden Pour le Mérite. Am 23. Oktober 1918 wurde er schließlich mit dem bayerischen Militär-Max-Joseph-Orden ausgezeichnet, was ihm die Erhebung in den persönlichen Adelsstand mit dem Titel „Ritter von“ einbrachte.

Weimarer Republik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Kapp-Putsch im März 1920 übernahm Greim die Flugdienste zwischen München und Berlin. Auf eigenen Wunsch schied Greim 1920 aus dem Militärdienst mit dem Ehrenrang eines Hauptmanns aus, worauf er an der Münchener Universität ein Jurastudium begann. Nach Abschluss des Studiums wurde er 1922 Angestellter bei einer Bank. Da Greim weiterhin ein starkes Interesse an der Fliegerei hatte, beteiligte er sich an der Durchführung von Luftsportveranstaltungen. Im Jahr 1924 ging er für drei Jahre nach China und war dort mit dem Aufbau einer Luftwaffe für die chinesische Nationalregierung beschäftigt.

Als Greim im Jahr 1927 nach Deutschland zurückkehrte, wurde er Leiter der Zivilfliegerschule in Würzburg. Zu seinen Schülern während dieser Zeit gehörten u. a. Elly Beinhorn.

Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1934 trat Greim im Rang eines Majors in die Reichswehr ein, wo man ihn anfänglich zum Artillerie-Regiment Nr. 7 kommandierte. Bereits nach kurzer Zeit wurde er zum neu gegründeten Reichsluftfahrtministerium versetzt, wo er an der Aufstellung des neuen Jagdgeschwaders Döberitz Richthofen beteiligt war. Dieses wurde später in Jagdgeschwader 132 umbenannt, dann in Jagdgeschwader 131, und ging schließlich im Jagdgeschwader 2 auf.[1]

Am 1. August 1935 wurde Greim Inspekteur der Jagdflieger und am 1. September 1935 zum Oberstleutnant befördert. Am 20. April 1936 erfolgte die Beförderung zum Oberst mit gleichzeitigem Wechsel in die Stellung des Inspekteurs für Flugsicherung und Gerät. Ab 1937 war Greim zusätzlich mit der Führung der Geschäfte des Luftwaffenpersonalamtes betraut, und 1938 wurde er offiziell Amtschef. Am 1. Februar 1938 erfolgte seine Ernennung zum Generalmajor.

Am 31. März 1939 übergab Ludwig Wolff das Kommando über die 5. Flieger-Division an Greim.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 1939, nach Ende des Polenfeldzuges, wurde Greim als Generalleutnant Kommandierender General des V. Fliegerkorps. Nach dem Ende des Westfeldzuges wurde er am 19. Juli 1940 zum General der Flieger befördert. Anschließend waren die zu seinem Korps gehörenden Geschwader an der Luftschlacht um England beteiligt.

Im Winter 1941/1942 führte Greim in Mariupol den aus Teilen seines Korps gebildeten „Sonderstab Krim“. Am 1. April 1942 bekam er den Oberbefehl über das Luftwaffenkommando Ost mit Sitz in Smolensk, als sein Korps das VIII. Fliegerkorps in diesem Frontbereich ablöste. Im Februar 1943 zum Generaloberst befördert, wurde er im Mai 1943 zum Oberbefehlshaber der aus seinem Kommando gebildeten Luftflotte 6 ernannt. Dieser Verband war weiterhin für die Luftwaffeneinsätze zur Unterstützung der Heeresgruppe Mitte zuständig. Im Rahmen des Unternehmens Zitadelle, der dritten und letzten deutschen Sommeroffensive in der Sowjetunion, bot Greims Luftflotte im Juli 1943 730 Flugzeuge auf. Durch hohe Verluste und auf die mangelhafte Versorgung mit Ersatzteilen zurückzuführende technische Ausfälle waren beim Beginn der sowjetischen Sommeroffensive im Juni 1944 nur noch knapp 50 Maschinen einsatzbereit.

Noch im Januar 1945 legte Greim ein Bekenntnis zum „Führer“ ab: „Der ich an den Führer geglaubt habe – und verdammt noch mal, noch immer an ihn glaube. Ich kann nicht zum Verräter werden. Ich nicht!“ Nachdem Göring von Hitler am 23. April 1945 aller Ämter enthoben worden war, wurde Greim von Hanna Reitsch am 26. April 1945 in das bereits eingeschlossene Berlin geflogen, wo er von Hitler persönlich zu Görings Nachfolger als Oberbefehlshaber der Luftwaffe ernannt und gleichzeitig zum Generalfeldmarschall befördert wurde.[2][3] Greim beteuerte danach: „Mich haben das Zusammensein mit dem Führer und seine Kraft außerordentlich bestärkt.“[4] Am 29. April 1945 nutzten Reitsch und Greim die Charlottenburger Chaussee als Startbahn, um mit dem letzten Flugzeug, einer kleinen Arado, weiter nach Plön zu fliegen, wo sich zu dieser Zeit noch Hitlers Nachfolger Karl Dönitz aufhielt. Im Anschluss flogen Reitsch und Greim weiter nach Kitzbühel in Tirol. Dort geriet Greim in amerikanische Kriegsgefangenschaft.[5][6]

Greim ergab sich den Amerikanern mit den Worten „Ich bin der Chef der deutschen Luftwaffe, aber ich habe keine Luftwaffe.“ Er wurde nach Salzburg gebracht, wo er erfuhr, dass die Amerikaner ihn in sowjetische Gefangenschaft überstellen wollten. Am 24. Mai 1945 beging Ritter von Greim in Salzburg Selbstmord. Dabei nahm er die Giftkapsel, die ihm Adolf Hitler Ende April 1945 im Führerbunker überreicht hatte. Sein Grab befindet sich auf dem Salzburger Kommunalfriedhof.[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darstellung in der Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Robert Ritter von Greim wurde in folgenden Film- und Fernsehproduktionen dargestellt:

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Robert Ritter von Greim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bundesarchiv: Die Traditionsgeschwader der Wehrmacht.
  2. Armer, armer Adolf: Treue – aber nicht bis in den Tod in Der Spiegel 16/1947, S. 5–6, vom 19. April 1947.
  3. Traudl Junge, Melissa Müller: Bis zur letzten Stunde – Hitlers Sekretärin erzählt ihr Leben, München 2002, S. 292, Fußnote 104
  4. Guido Knopp: Die letzte Schlacht: Hitlers Ende. Abschnitt zum: 26. April 1945
  5. Armer, armer Adolf: Treue – aber nicht bis in den Tod in Der Spiegel 16/1947, S. 5–6, vom 19. April 1947.
  6. Traudl Junge, Melissa Müller: Bis zur letzten Stunde – Hitlers Sekretärin erzählt ihr Leben, München 2002, S. 292, Fußnote 104
  7. knerger.de: Grabstelle auf dem Kommunalfriedhof Salzburg.
  8. a b c Veit Scherzer: Die Ritterkreuzträger 1939–1945. Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, ISBN 978-3-938845-17-2, S. 347.
  9. Klaus D. Patzwall: Das Goldene Parteiabzeichen und seine Verleihungen ehrenhalber 1934–1944, Studien der Geschichte der Auszeichnungen Band 4, Verlag Klaus D. Patzwall, Norderstedt 2004, ISBN 3-931533-50-6, S. 69.
  10. Letzte Akt, Der (1955). IMDb.com. Abgerufen am 8. Mai 2008.
  11. Hitler: The Last Ten Days (1973). IMDb.com. Abgerufen am 8. Mai 2008.
  12. The Death of Adolf Hitler (1973) (TV). IMDb.com. Abgerufen am 8. Mai 2008.
  13. Untergang, Der (2004). IMDb.com. Abgerufen am 8. Mai 2008.